Wohngebiet am Rochlitzer Rand: Plan nochmals auf Prüfstand

Der künftige Eigenheimstandort ist schon jetzt gefragt. Rund 30 Bauwillige haben sich gemeldet. Im Areal am Weinberg soll auch ein Spielplatz entstehen. Das finden nicht alle Stadträte gut.

Rochlitz.

Der Bebauungsplan für das geplante Wohngebiet am oberen Weinberg in Rochlitz wird nochmals überarbeitet. Zum Entwurf für das Gebiet, auf dem einmal 25 Eigenheime stehen könnten, hatte es verschiedene Anregungen gegeben. Zur jüngsten Sitzung des Rochlitzer Stadtrates ist darüber informiert und diskutiert worden.

In den Entwurf soll unter anderem ein Stück eingearbeitet werden, auf dem sich einmal ein Spielplatz befinden könnte. Der Beschluss dazu erfolgte erst nach längerer Debatte. Eingebracht hatte den Vorschlag im Vorfeld die FDP-Fraktion. "Wir finden die Begründung nicht unbedingt gut, dass auf dem eigenen Grundstück gespielt werden kann", sagte Uwe Neithart (FDP). Martin Grzelkowski (CDU) meinte: "Aus dem Aspekt heraus, dass wir junge Familien anlocken und das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern wollen, sehe ich positive Effekte eines Spielplatzes". Es gebe bereits rund 20 Spielplätze in Rochlitz und den Ortsteilen und ein Spielplatz nehme fast einen kompletten Eigenheimstandort weg, entgegnete OB Frank Dehne (parteilos). Zudem müsse man die Folgekosten eines Spielplatzes beachten. "Es gibt im gesamten Wohngebiet keinen Spielplatz, muss er denn unbedingt in das neue Gebiet?", wollte Torsten Hahn (SPD) wissen. Gefragt wurde auch, wer am Standort bauen will. "Das sind alles junge Leute, mit und ohne Kindern", sagte Cornelia Quaas, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung und Bauen. Am Ende stimmten die Stadträte mit sieben Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen für die Aufnahme des Spielplatzes in den Plan.

Auch weitere Änderungen wird es geben. So wird die äußere Ostgrenze des Wohngebiets um 25 Meter nach Westen versetzt. "Das Nachbargrundstück fällt unter das Waldgesetz. Zu ihm ist ein Abstand von 30 Metern zu wahren", erläuterte der OB auf Anfrage der "Freien Presse".

Damit einher geht eine veränderte Führung der Straße, die einmal durchs Wohngebiet verlaufen wird. Auch die Einteilung der Parzellen auf der knapp drei Hektar großen Fläche muss noch präzisiert werden.

Zum Stadtrat am 25. September soll das Gremium beschließen, dass der Plan nochmals ausgelegt wird. Wann das erste Haus gebaut werden könnte, lasse sich noch nicht sagen, so Dehne. "Wir wollen aber so schnell wie möglich die Bauplätze bereitsstellen, das hat Priorität". Denn der Standort ist gefragt. "Wir haben bereits rund 30 Anfragen. Immer wieder kommen welche dazu". Wahrscheinlich würden die Bauplätze über ein Losverfahren vergeben. In das neue Wohngebiet will die Stadt in diesem und im nächstem Jahr 1,4 Millionen Euro investieren. Die Zufahrt soll über den Noßwitzer Weg und den Pestweg sowie die Straße "Am Weinberg" möglich sein. Der Pestweg wird nun nach einem Beschluss des Stadtrates öffentlich gewidmet und damit auch für Autos zugelassen. Im Wohngebiet soll Tempo 30 gelten, sagte Cornelia Quaas.

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