Straße am Hartmannsdorfer Berg soll eingeengt werden

Eine halbe Million Euro will die Gemeinde für den Umbau ausgeben. Einige Autofahrer sind davon aber nicht begeistert.

Der Abschnitt der Chemnitzer Straße vom Braugut bis zur Kreuzung an der Herrenhaider Straße wird als Hartmannsdorfer oder Chemnitzer Berg bezeichnet. Der Verkehr auf der ehemaligen B 95 ist weniger geworden. Deshalb sollen Fahrspuren wegfallen. Dafür entstehen Parkplätze und Radwege.
Straße am Hartmannsdorfer Berg soll eingeengt werden

Von Rita Türpe

Die Gemeinde Hartmannsdorf reagiert auf den Rückgang des Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt (ehemals B 95). Die Chemnitzer Straße zwischen Kreuzung am Braugut und am Seniorenheim soll eingeengt werden. Fußgänger, Fahrradfahrer und parkende Autos sollen hingegen mehr Platz bekommen. So sieht es ein Planungsentwurf vor, der nach dem Willen der Gemeinderäte als Vorzugsvariante verfolgt wird. Die Planung des etwa ein Kilometer langen Abschnitts soll jetzt beginnen.

Gebaut werden kann laut Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) frühestens 2019, voraussichtlich aber erst später. Nach bisherigen Schätzungen koste das Vorhaben zwischen 500.000 bis 600.000 Euro. "Dafür müssen wir Geld im Haushalt einplanen und wir brauchen Fördermittel", sagt Weinert. Vorgespräche mit den Verantwortlichen im Landratsamt hätten ergeben, dass die geplante Umgestaltung der Straße dort als günstig beurteilt wird. Die Gemeinde hoffe deshalb auf Zuschüsse, etwa vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. "Wir stehen dem Vorhaben sehr offen gegenüber", sagte auf Anfrage ein Sprecher der Kreisbehörde. Im Landesamt wisse man noch nichts davon, ein Förderantrag liege noch nicht vor, so eine Sprecherin.

Die ehemalige Bundesstraße hat im Bereich der Chemnitzer Straße drei Fahrspuren. Die Überholspur am sogenannten Hartmannsdorfer Berg erlaubt das zügige Vorbeifahren an langsamen oder abbiegenden Fahrzeugen. Die jetzt überbreite Ortsdurchfahrt werde aus Sicht der Räte so nicht mehr gebraucht. Seit Inbetriebnahme der ersten Abschnitte der Autobahn 72 zwischen Chemnitz und Leipzig fließt erheblich weniger Verkehr durch das Dorf als zuvor. Zwei Spuren ortsauswärts verführten manchen Kraftfahrer zudem zum Rasen, während in der Gegenrichtung extrem langsame Fahrzeuge nicht überholt werden dürfen. Fahrradfahrer und Fußgänger sind hingegen unzufrieden. "Auf dem angelegten Radweg stehen meistens Autos", sagt ein 58-Jähriger. Befragte Fußgänger kritisieren den Zustand des Weges bergauf am Braugut entlang. Dort seien einige Stolperfallen, heißt es. Das weiß auch Bürgermeister Weinert: Baumwurzeln hätten für Verwerfungen gesorgt, es gebe Löcher und Brüche im Belag. Insbesondere für ältere Menschen sei das ein Dauerärgernis. Zum zugeparkten Radweg sagt Weinert: "Es war eine Übergangslösung, die sich auch aufgrund der Einbuchtungen für Gullys und hoher Borde nicht bewährt hat."

Vier Varianten hat der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde geprüft. Eine davon sei einhellig favorisiert worden. "Danach wird es künftig nur noch jeweils eine Richtungsfahrbahn sowie auf jeder Seite einen Radweg geben", erläutert Weinert. Zudem würden in Richtung Chemnitz Parkmöglichkeiten geschaffen. Dabei blieben die Bäume auf der rechten Seite sowie der Gehweg auf der linken Seite in Richtung Chemnitz erhalten. Bei zwei jeweils 3,25 Meter breiten Fahrbahnen dürfe innerorts künftig in beiden Richtungen überholt werden. Allerdings nur, wenn dabei jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist, heißt es. Parkstreifen sollen dafür sorgen, dass Anwohner und Besucher ihre Autos nicht mehr auf dem Geh- oder Radweg abstellen. Befragte Autofahrer sehen die Planungen gelassen. "Hauptsache, es wird nicht noch ein Blitzer hingestellt", sagt ein 32-Jähriger. Allerdings befürchtet ein Rentner, dass dann kaum noch überholt werden könne. Es werde an den Kreuzungen zu Staus kommen, meint er. (mit bj)

4Kommentare
👍1👎1 Interessierte 08.08.2018 So weit können die nicht denken , Hankmann , und bei der Hitze gleich gar nicht ... :-) , aber eine sinnvolle Lösung !
👍5👎0 Hankman 05.08.2018 Vielleicht muss man da fürs Erste gar nicht mal bauen. Wie wäre es, erst einmal die Fahrspurmarkierungen zu ändern? Also zwei normale Fahrspuren aufmalen, unterbrochene Linie dazwischen, links und rechts ein Fahrstreifen für Radfahrer - oder alternativ auf einer Seite (z. B. bergauf) eine Park-Spur. Das wäre erst mal eine relativ preiswerte Lösung, und man könnte dann schauen, wie diese sich in der Praxis bewährt. Aber im Grundsatz ist es schon richtig: Die dreispurige Piste ist nicht mehr nötig.
👍0👎2 Interessierte 05.08.2018 Das war jetzt falsch , ich hatte an die Bergstraße gedacht ....
👍1👎5 Interessierte 05.08.2018 Die haben wohl momentan nichts zu tun , wenn die auf solche Mätzchen kommen , sollte man diese halbe Million nicht anderweitig ausgeben , Fußwege z.B. oder Brücken und Tunnel ...
Oder für das Theatron auf der Schloßteichinsel , was bald in sich zusammenfällt ; aber das ist wohl ein anderer Topf ...
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