Umsatzeinbrüche durch Straßenbaustelle an der Talsperre

Seit einem Vierteljahr ist die Verbindung zwischen Großparkplatz und Kriebethal unterbrochen. Die Baufirma hat drei Wochen Zeitvorsprung rausgearbeitet. Anlieger leiden dennoch unter den Folgen der Sperrung.

Kriebstein.

Frust und Freude liegen entlang der Straßenbaustelle an der Talsperre Kriebstein nah beieinander: Torsten Pietsch ist stolz auf seine Jungs. "Die waren fleißig, wir haben im Zeitplan etwa drei Wochen gutgemacht." Der Polier von der Firma Walter Straßenbau aus Etzdorf, die mit schwerem Gerät die Kreisstraße an der Talsperre auf einer Länge von 700 Metern aufschachtet, freut sich, dass die Arbeiten so gut voran gehen. Natürlich habe auch das trockene Wetter den Ablauf begünstigt. Fünf bis sechs Leute seien ständig vor Ort, um den Straßenbau voranzutreiben. Denn auch die Bauleute wissen, dass die Arbeiten und die Sperrung dieses Straßenstücks zwischen Parkplatz und Rittergut Belastungen für Anlieger und Touristen mit sich bringen.

Das kann Jaime Santos Moares nur bestätigen. Der Spanier betreibt die kleine Ausflugsgaststätte "Wendeschleife", die in diesen Tagen immer wieder in braune Staubwolken eingehüllt wird. "Drei- bis viermal am Tag müssen wir die Tische draußen abwischen", erzählt der Gastronom, der dennoch Verständnis für die Arbeiten hat. "Ich bin ein Befürworter, da gibt es keine Frage. Aber mich stört, dass nicht in mehreren Etappen gebaut wird."

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Er selbst habe auch mal als Bauleiter gearbeitet. "Es wäre sinnvoller gewesen, von hier aus in Richtung Parkplatz mit dem Bau anzufangen - und wenn die Saison vorbei ist, dann in Richtung Burg zu bauen." Der Bau aus Richtung Rittergut in einem Stück schneide das Gebiet zu sehr ab. "Das merken wir ganz besonders. Mein Umsatz ist 70 bis 80 Prozent eingebrochen. Zwei Aushilfskräfte musste ich für ein Jahr beurlauben", beschreibt er die Auswirkungen. Wie das Landratsamt bereits zu Beginn des Straßenbaus mitgeteilt hatte, sei es dem Wunsch des Talsperrenzweckverbandes nachgekommen: Die Arbeiten seien daraufhin am Rittergut in Richtung Burg begonnen worden.

Auch Axel Egert, der das Eiscafé neben der Straße betreibt, spürt die Auswirkungen. Auf einem Schild bittet er seine Gäste um Verständnis, dass montags und freitags wegen der Bauarbeiten geschlossen ist. "Um Kosten zu sparen", sagt er. Während der Sommerferien wolle er sein Eiscafé auf jeden Fall wieder durchgängig öffnen, hofft dann auf mehr Kunden als jetzt.

Ein aktuelles Problem sieht er dennoch: "Die Leute regen sich auf über die schlechte Ausschilderung der Umleitung. Diesbezüglich höre ich nur Beschwerden."

Landrat Matthias Damm (CDU) hatte zur Programm-Präsentation des Mittelsächsischen Theaters an der Seebühne versprochen, das aktuelle Beschilderungskonzept nochmals zu überprüfen.

Laut Landratsamt ist mit Fertigstellung der gesamten Straßenbaumaßnahme Anfang März 2018 zu rechnen. Baumhaushotel-Betreiber Steffen Mäding, der an der Straßenbaustelle wohnt, freut sich auf das Bauende. Er weiß: "Wenn gebaut wird, dann ist das nicht in einer Woche gemacht." Noch müsse er oft zu seinem Grundstück laufen und sich mit den Bauleuten abstimmen, wenn etwas zu transportieren sei. Aber das gehe vorüber. Und dass auch ein Fußweg gebaut werde, sei wichtig. "Am Ende haben wir eine sehr viel bessere Situation."

Aus Richtung Schweikershain soll der Großparkplatz und somit die Talsperre ständig erreichbar sein, aus Richtung Waldheim über eine großräumige Umleitung über die S 200 - B 175 - Hartha - S 36 und Waldheim nach Kriebstein.

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