Hotelkette Travdo: Check-In via Smartphone

Die nach eigenen Angaben größte Freizeit-Hotelkette Ostdeutschlands beherbergt mehr Gäste - auch an den neuen Standorten. Im Mittweidaer Haus könnten sich künftig Hotelzimmer per Handy-Signal öffnen.

Mittweida.

Würde man die Standortstrategie der Freizeit-Hotelkette Travdo auf das Brettspiel Monopoly übertragen, dann würden deren Inhaber sicher nicht auf die im Spiel teuerste Adresse an der "Schloss- allee" setzen. Denn Cecil und Nando Sonnenschmidt, beide geschäftsführende Gesellschafter der Travdo Hotels & Resorts GmbH mit Hauptsitz in Rochlitz, haben bisher immer Häuser gepachtet nach dem Motto "Kurz vor Mittendrin". Heißt: die 19von Travdo betriebenen Herbergen und der eine Partnerbetrieb stehen zwar in für Touristen interessanten Zielregionen, aber eben nicht mitten in den Metropolen.

Das trifft auch auf die jüngsten Neuzugänge bei Travdo zu: Seit Jahresbeginn zählt zu dem Familienunternehmen das Panorama-Hotel Winterberg im sauerländischen Skigebiet, derzeit das einzige Haus in den alten Bundesländern. Mit dem Hotel Rennsteigblick im thüringischen Friedrichroda hat Travdo im Vorjahr zudem sein bislang größtes Objekt übernommen (248 Betten). Im Oktober 2018 kam das Hotel Dömitzer Hafen in der Kleinstadt an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Von anderen Standorten hat sich Travdo derweil in den vergangenen Jahren verabschiedet, darunter von dem kleineren Hotel Altmark in Sachsen-Anhalt.


Nicht nur bei Anzahl und Größe der Hotelbetriebe ist Travdo "erwachsen geworden", auch in der Bilanz stehe das Unternehmen gut da. Mit rund 352.000 Gästen im vorigen Jahr ist laut Sonnenschmidt ein neuer Spitzenwert erzielt worden. In der Belegung der Zimmer liegen nach seinen Angaben die Travdo-Häuser jeweils über dem regionalen Durchschnitt, der meist zwischen 30 und 50 Prozent betrage.

Mit den Standortentscheidungen ist Travdo im Trend. "Die Leute bevorzugen ländliche Regionen, wo die Gästeanzahl im Unterschied zu manchen Großstädten wächst", so Firmengründer Sonnenschmidt. Dabei könne man auch auf dem Land den Erlebnishunger stillen oder kulturelle Ziele leicht erreichen. In der Erwartungshaltung der Kunden gewinnen Stichworte wie Gesundheit und Wellness an Bedeutung. Deshalb habe Travdo in die Ausstattung der Hotels investiert, wie in Wellness-Bereiche. Allein 2018 seien etwa 1,5 Millionen Euro in Einrichtung und Renovierung geflossen.

Fast alle der als 3- beziehungsweise 4-Sterne-Hotels klassifizierten Häuser von Travdo verfügen über 100 und mehr Betten. "Wir sind erwachsen geworden", beschreibt der Geschäftsführer die Entwicklung der 2006 gegründeten Hotelkette, die in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen vertreten ist. In Mittelsachsen gehören dazu das Hotel Freiberger Höhe in Eppendorf, das Deutsche Haus in Mittweida sowie im Erzgebirge das Hotel Wettiner Höhe in Seiffen. Im Gegensatz zu anderen Hotelbetrieben, bei denen Travdo Pächter ist, habe sich das Unternehmen dieses Jahr entschlossen, das Haus in Seiffen zu erwerben.

Darüber hinaus werde es weiter Bewegung auf der Karte der Hotels von Travdo geben, so Sonnenschmidt. "Ich schaue weiter nach neuen Standorten." Auch bei internen Abläufen bleibe man nicht stehen. "Wir müssen uns zum Beispiel den Anforderungen der Digitalisierung genauso wie Firmen anderer Branchen stellen." So will Travdo in Mittweida mit der Internet-Technologie Blockchain arbeiten. Sie erlaubt es künftig, den kompletten Prozess von Buchung und Abrechnung durch den Gast bis zum Öffnen der Zimmertür mit dem Smartphone zu erledigen.

Berührungsängste zu neuen Technologien gebe es bei Travdo nicht. Sonnenschmidts hatten schon vor Jahren gute Erfahrungen mit dem Vertrieb von Hotelunterkünften und Reisen via Internet gemacht und dazu zwei Internet-Portale etabliert. Mittlerweile habe klassische Werbung wie Anzeigen in der "Freien Presse" wieder im Verhältnis zur Online-Vermarktung an Bedeutung gewonnen. Hinzu kommen Buchungen durch Stammkunden und Reiseveranstalter.

Insgesamt beschäftigt die Hotelkette derzeit nach eigenen Angaben rund 500 Mitarbeiter. Allein in der Rochlitzer Firmenzentrale sind 30 Mitarbeiterinnen beschäftigt, davon vier Auszubildende.

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