Ziel: Aussteigen im Dorf - Eltern kommen Forderung Stück näher

Nach dem tötlichen Unfall haben Verantwortliche mit Elternvertretern hinter verschlossenen Türen in Penig über mehr Sicherheit auf Schulwegen diskutiert. Mit ersten Ergebnissen sind die Peniger zufrieden. Handlungsbedarf bleibt.

Penig.

Einen Monat ist der tödliche Schulwegunfall bei Langenleuba-Oberhain her. Am Dienstagabend haben nun auf Drängen besorgter Eltern Verantwortliche mit ihnen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten besprochen. Am Ende dieses zweistündigen Gesprächs mit Landrat Matthias Damm (CDU) im Peniger Rathaus stand fest: Der Umstieg der Kinder auf der Nachmittagsfahrt erfolgt seit Anfang April nicht mehr an der kritischen Unfall-Haltestelle nahe der Kreuzung Langenleuba-Oberhain, sondern am Busbahnhof in Narsdorf. Die Eltern sehen allerdings darin nur eine Zwischenlösung. Geprüft wird deshalb deren Hauptforderung, den Schulbus ab neuem Schuljahr, von Penig kommend durch das Dorf fahren und die Kinder dort aus dem Bus zu lassen. Die Stadt Penig hatte bereits gehandelt und vor der Grundschule in Langenleuba-Oberhain eine 30er-Zone eingerichtet.

"Wir als Eltern haben die konstruktive Atmosphäre des Gespräches sehr geschätzt, es wurde auf Augenhöhe miteinander gesprochen", zieht Elternsprecher Klaus Michael eine positive Bilanz dieser Beratung, an der auch Vertreter der Polizei, des Nahverkehrsunternehmens Regiobus und der Peniger Stadtverwaltung teilnahmen. Die vorgebrachten Lösungen seien ein großer Schritt in die richtige Richtung. "Unser Ziel - der Bus gehört ins Dorf - ist erreichbar, und wir werden dafür weiter kämpfen", kündigt Klaus Michael nun an und versichert: "Wir werden die Verantwortlichen an ihrem Handeln messen und das große Thema ,Sicherer Schulweg' im Fokus behalten - auch in Anbetracht dessen, dass es nicht nur um die Sicherheit der Kinder und der älteren Menschen geht, sondern es geht um die Zukunft und um die Lebensqualität einer ganzen Region."

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Sollte wider Erwarten die Option des Fahrens durch den Ort scheitern, dann seien weiterführende bauliche Maßnahmen ein Thema, wie bei dem Gespräch versichert wurde. Geprüft werde dann eine alternative Umsteigemöglichkeit in Höhe des Geländes des alten Bahnhofes in Langenleuba-Oberhain. Dazu müsste eine Einigung mit den derzeitigen Grundstücksbesitzern erzielt, Baufreiheit geschaffen und das nötige Geld bereitgestellt werden. In diesem Zusammenhang kündigte der Landrat an, Staatssekretär Stefan Brangs vom sächsischen Wirtschaftsministerium an seine Zusage beim "Sachsengespräch" in Frankenberg zu erinnern und die Mittel in Dresden anzufordern. Vertreter der Polizei erklärten bei diesem Gespräch, wie sich Kraftfahrer in dem Bereich, wo sich der Unfall ereignet hatte, zu verhalten haben. Angesichts der Beschilderung - eine Kombination aus Tempo 70, "Achtung, Kinder" und "Schulbus" - müsse man an einem haltenden Bus so vorbeifahren, dass ein Anhalten jederzeit möglich sei - also in Schrittgeschwindigkeit. Das Einschalten der Warnblinkanlage bei Bussen bedürfe einer Anordnung und sei nur bei festgestellten Gefahren zulässig. Schalte der Busfahrer nach eigenem Ermessen dennoch die Warnblinkanlage ein, begehe er eine Ordnungswidrigkeit, hieß es weiter.

Wie Penigs Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt nach diesem Gespräch sagte, werde das 100 Kilometer lange Straßennetz, für das die Stadt zuständig sei, mehrmals im Jahr kontrolliert. Bereiche vor Schulen und Kindereinrichtungen seien dabei besondere Schwerpunkte.

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