Zukunft der Lunzenauer Papierfabrik ungewiss

Betrieb mehrere Tage ohne Strom - 30 Beschäftigte erhalten Insolvenzgeld

Lunzenau.

In der Lunzenauer Papier- und Pappenfabrik ist die Produktion wieder angelaufen. Der Betrieb, der am Freitag vergangener Woche Insolvenz angemeldet hat, war mehrere Tage lang ohne Strom und alle Maschinen standen still. Das berichtete der Chemnitzer Rechtsanwalt Jörg Schädlich, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde, am gestrigen Donnerstag im Gespräch mit der "Freien Presse".

Wie er erklärte, hat er den in eine wirtschaftliche Schieflage geratenen Betrieb am Donnerstag vergangener Woche erstmals besucht. Zu diesem Zeitpunkt sei der Strom bereits abgestellt gewesen, die Mitarbeiter hätten nicht arbeiten können. Seit Mittwoch dieser Woche werde wieder im Dreischicht-System produziert. Die 30 Beschäftigten würden für die Monate Juli, August und September Insolvenzgeld erhalten. "Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, dass der Betrieb wieder läuft", sagte Schädlich.


Der Betrieb stellt hauptsächlich Rohfilzpappen her. Die werden Unternehmensangaben zufolge unter anderem als Abdeckpappe bei Maler- und Renovierungsarbeiten, Unterlegpappe zum Bodenausgleich und Trittschallverbesserung bei Parkett- und Laminatböden verwendet. Im Sommer 2006 war die Produktion von Raufasertapeten eingestellt worden.

"Parallel dazu habe ich angefangen, mir zusammen mit einem externen Sachverständigen die Unternehmenszahlen anzuschauen", so der Rechtsanwalt. Die Frage, ob die Papier- und Pappenfabrik ab Oktober eine Zukunft hat, sei derzeit allerdings nicht zu beantworten. "Es wird wohl nicht ohne einen Investor gehen. Dennoch suchen wir nach einer Sanierungslösung", so der vorläufige Insolvenzverwalter. Es gebe auch bereits Kontakt zu einem möglichen Interessenten, der sich eine Übernahme des Betriebs vorstellen könnte.

Die Lunzenauer Papier- und Pappenfabrik wurde 1885 von dem Industriellen Wilhelm Vogel gegründet. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen 1990 reprivatisiert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...