Zukunft Teichfest: Geringswalder sollen zu Wort kommen

Volksfeste werden immer kostspieliger. Organisator Harald Hofmann denkt deshalb übers Aufgeben nach. Eine Umfrage soll nun ergründen, was die Einwohner wollen.

Geringswalde.

Die diesjährige Auflage des Teich- und Anlagenfestes auf dem Rasenplatz am Geringswalder Großteich ist noch einmal gesichert. Das erklärte kürzlich der langjährige Organisator Harald Hofmann. Zugleich kündigte der Unternehmer an, den Feier-Marathon wegen steigender Kosten in Zukunft nicht mehr stemmen zu können.

Linke-Kreisrat David Rausch fürchtet das baldige Aus für das beliebteste Volksfest seiner Heimatstadt. "Das könnte dann genauso den Bach runtergehen, wie das Rochlitzer Inselfest." Die Party an der Mulde fand 2012 letztmalig statt, wie der Rochlitzer Hauptamtsleiter Mario Rosemann bestätigte. Nach einigen Versuchen privater Organisatoren sei der Rummel dann mangels Resonanz gänzlich eingestellt worden.

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Rausch will nun in Erfahrung bringen, wie die Geringswalder zu ihrem Teichfest stehen. So entwirft der Kommunalpolitiker derzeit einen Fragebogen, der in den kommenden Tagen in 1000 Haushalte gehen soll. "Ich möchte unter anderem wissen, was sich die Geringswalder wünschen. Würden die Einwohner das Feuerwerk vermissen, wenn es aus Kostengründen entfällt? Was ließe sich beim Programmablauf einsparen? Wie sehen Festbesucher die Preise, die auf der Festwiese für Speisen und Getränke verlangt werden?"

Ziel, so Rausch, soll sein, dass die Kommune jeweils einen Betrag von 20.000 Euro in den jährlichen Haushalt einstellt, auf den der Veranstalter zurückgreifen könnte, falls er das Fest mit einem Minus in der Kasse abschließt. "Wir reden hier immerhin von der Hauptveranstaltung in unserer Stadt. Die sollte nicht sterben, nur weil das Geld dafür fehlt."

Nach eigenen Angaben blieb Hofmann bei der jüngsten Auflage des Teich- und Anlagenfestes auf einem Defizit von rund 3000 Euro sitzen. Die Gründe für das Manko sah der Veranstalter zum einen in kurzfristigen Absagen von Schaustellern, wodurch geplante Standgelder ausblieben. Zum anderen hätten gestiegene Löhne für die Mitarbeiter, höhere Kosten für Wasser, Müll und Strom und die Verschärfung des Sicherheitskonzepts eine Rolle gespielt.

Hofmann glaubt nicht, dass die geplante Umfrage irgendeine Wirkung erzielen könnte. So wie ihm auch ein Signal der Stadträte gefehlt habe, dass man hinter ihm stehe und sich auf einen Erlass der Betriebskosten bei einem neuerlichen Defizit verständigt hätte. Stattdessen sprach sich die Mehrheit der Stadträte im Februar gegen einen zusätzlichen finanziellen Ausgleich möglicher Verluste aus und verwies auf einen engen finanziellen Spielraum. Immerhin steuert die Kommune bereits 10.000 Euro zum Festgeschehen bei.

Die ausgefüllten Fragebögen können die Teilnehmer der Umfrage im Briefkasten der Linkspartei an der Leipziger Straße/Ecke Gasse Am Großteich einwerfen. Zudem plant die Partei einen Informationsstand am 1. Mai auf dem Festplatz am Großteich, an dem die Antworten auf die Umfrage abgegeben werden können.

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