Zum Nobelpreis einen Glühwein

Wofür in diesem Jahr in den Kategorien Wirtschaft, Physik, Chemie und Medizin die Wissenschaftspreise verliehen werden, erklären Mittweidaer Professoren am Montag. Eine trockene Vorlesung wird es nicht.

Mittweida.

Professor Röbbe Wünschiers hat das "Nobelpreisfieber" schon vor mehr als 17 Jahren erfasst, und seither glüht er im übertragenen Sinne dafür. "Für einen Wissenschaftler ist das wie Olympia oder eine Fußball-WM", sagt der Biochemiker , der an der Hochschule Mittweida lehrt und forscht.

Wünschiers hat drei Jahre in Schweden an der Uni von Uppsala nach seiner Promotion verbracht und auch den Rummel miterlebt, der um die Verleihung der Preise im Land des Erfinders Alfred Nobel gemacht wird. "In Schweden wird die Verleihung der Preise live übertragen im Fernsehen und als gesellschaftliches Top-Event wahrgenommen", beschreibt Wünschiers die Stimmung im Land. Vor dem Hintergrund seien er und Forensiker Dirk Labudde 2011 darauf gekommen, die Weihnachtsvorlesung der Hochschule zu nutzen, um dem Publikum zu erklären, welche Leistung der Forscher sich hinter den Preisen verbirgt, aber auch um die Zeremonie der Verleihung zu erläutern. Die findet in diesem Jahr übrigens am Tag nach der Mittweidaer Vorlesung statt. An der Vorlesung sind in diesem Jahr neben Wünschiers und Labudde mit Alexander Knauer und Alexander Horn zwei weitere Professoren der Hochschule beteiligt. In entspannter Atmosphäre, mit Keksen und Glühwein für die Gäste, stellen sie sich der Herausforderung, die komplexen Zusammenhänge der Forschungsleistung in Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft so zu erklären, dass sie für jeden verständlich sind.

"Dazu tauchen wir in wissenschaftliche Publikationen zum Thema ab", sagt Wünschiers. Nachdem im Oktober die Preisträger bekannt gegeben wurden, habe er sich zum Beispiel mit der Messung des Sauerstoffgehalts in Zellen beschäftigt. "Das ist keine Sache, die man sich in einer Stunde anlesen kann", sagt der Professor für Biotechnologie. Aber ihm bereite diese mühevolle Vorbereitung Freude, vor allem dann, wenn er seine Begeisterung für die Wissenschaft mit anderen teilen könne. Hätte er auch gern einen Nobelpreis? "Ja klar, aber mir würde es schon reichen, wenn wir mit unserer Forschung etwas Grundlegendes herausfinden, was der Gesellschaft nützlich ist", sagt Wünschiers. Ansonsten sei es schon ein Traum, einmal als Gast bei der Nobelpreisverleihung dabei zu sein.


Preise für Forschung an Armut, Batterien, Zellen und Planeten

Offiziell geehrt werden die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft in Stockholm am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel. Die Preise sind mit rund 830.000 Euro dotiert.

Für die Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterien erhalten drei Forscher den Nobelpreis für Chemie. Der Preis für Medizin geht an drei Forscher, die Mechanismen entdeckten, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung wahrnehmen. Der erste Nachweis eines Planeten und Erkenntnisse zum Universum werden mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.Drei Ökonomen erhalten den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Arbeiten zur Armutsbekämpfung.

Die Nobelpreisvorlesung an der Hochschule Mittweida beginnt am Montag, 18 Uhr im Medienzentrum, Bahnhofstraße 15. (jl)

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