Zuzug nach Rochlitz hält an - Stadt sucht Land für Häuslebauer

Am Weinberg wird derzeit ein neues Baugebiet erschlossen. Die Parzellen mussten wegen der Nachfrage sogar verlost werden. Daher gibt es Überlegungen, ein weiteres Baugebiet in Zaßnitz auszuweisen. Pächter Agraset zeigt sich kooperativ.

Rochlitz.

Noch hinter verschlossenen Türen, dafür aber mit Nachdruck, wird in Rochlitz überlegt, wie man der gestiegenen Nachfrage nach Bauland gerecht werden kann. Die erschlossenen Parzellen am Weinberg sind derart begehrt, dass das Los entscheiden musste, wer welches Grundstück bekommt. Nun ist eine weitere, etwa drei Hektar große Fläche südlich des Wohngebietes Am Rosenkranz in Richtung Zaßnitz im Gespräch, die sich als Eigenheimgebiet eignen könnte. Doch dieses Pachtland nutzt aktuell der Landwirtschaftsbetrieb Agraset Naundorf als Feldfläche. Zwischen Stadt und Agraset hat es bereits Gespräche gegeben.

"Generell bin ich dagegen, wenn Flächen zugebaut und somit versiegelt werden. Aber man muss auch die Interessen der anderen beachten", zeigt sich Agraset-Vorstandsvorsitzender Jan Gumpert kooperativ. Denn das Land, um das es geht, ist in Privatbesitz. "Wenn ein Verpächter die Chance hat, sein Land zu einem höheren Preis zu veräußern, sollte man keine Steine in den Weg legen, so Gumpert. Andererseits sei es für ihn aber wichtig, Ausgleich zu schaffen, wenn Flächen versiegelt werden. Dabei sei die Stadt Rochlitz ein guter Partner, sagt Gumpert. Denn die habe bereits Angebote unterbreitet.


Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) bestätigt, dass über ein neues Wohngebiet in Zaßnitz nachgedacht werde. Mit dem Grundstückseigentümer müsse man aber noch verhandeln. "Wir werden sehen, wie der Stadtrat darüber denkt. Und dann müsste das Ganze in einen Kaufvertrag münden", so Dehne. Dass Rochlitz weiteres Bauland schaffen müsse, daran lässt er jedoch keinen Zweifel. Denn einerseits dauerten die Verfahren, bis man Parzellen anbieten könne, oft sehr lang - bis zu drei Jahre, manchmal länger. Andererseits bestehe eine große Nachfrage nach Bauland. "Es ist ein deutlicher Zuzug in den ländlichen Raum erkennbar", sagt Dehne.

Zwar gehe die Schere zwischen der Anzahl der Geburten und Sterbefälle immer noch auseinander. Bei den Zu- und Wegzügen habe es aber zwischen Januar und September ein Plus von 64 zugunsten der Zuzüge gegeben. In der Gesamtbilanz der Bevölkerungsentwicklung stehe ein Plus. Bedeutet: Die Anzahl der Einwohner sei in diesem Zeitraum um 20 auf insgesamt 5739 gestiegen. "Das hatten wir schon lange nicht mehr", freut sich der Oberbürgermeister. Deshalb wolle die Stadt Rochlitz versuchen, kontinuierlich Bauland anzubieten, um diesen Trend zu unterstützen. Über die Zaßnitzer Fläche soll nun intensiver gesprochen werden.

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