Zweiter Solarpark entsteht in Lunzenau

Ein Investor aus Bayern will in Cossen auf der Fläche einer ehemaligen Sandgrube knapp 12.000 Solarmodule aufstellen. Mit dem erzeugten Strom könnten rechnerisch 1100 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden.

Lunzenau.

Im Lunzenauer Ortsteil Cossen werden bald Sonnenstrahlen eingefangen und in Energie umgewandelt: Im September will dort die IBC Solar AG aus dem bayrischen Bad Staffelstein einen Solarpark errichten. Kosten des Projekts: circa 2 Millionen Euro. Mit einer Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes hat der Stadtrat dafür in seiner jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht.

Etwa vier Wochen Bauzeit sind laut IBC-Sprecherin Annika Groenewold vorgesehen. Bereits in diesen Monat sollen erste Arbeiten erfolgen. Der Baustart ist dann im Herbst. Auf dem Gelände der ehemaligen Sandgrube ist nun laut Bebauungsplan eine Fläche von rund 4,9 Hektar als Sondergebiet für Solaranlagen ausgewiesen. Auf dem Areal befinden sich zur Zeit die renaturierte und verfüllte Kiesgrube und eine Wiese. Der Solarpark, auf dem künftig mehr als 12.000 Module stehen, werde insgesamt etwa 2 Hektar einnehmen - die übrige Fläche diene Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Umwelt, beispielsweise soll Rasen angesät werden.


Für das Projekt ist es bereits der zweite Anlauf: 2016 hatten die Stadträte schon einmal grünes Licht für eine Photovoltaik-Anlage in Cossen gegeben. Der damalige Investor war aber wenige Monate später abgesprungen. Nun aber steht einem Solarpark nichts mehr im Wege. Die Fläche ist laut Groenewold vom ehemaligen Besitzer, der Mulden Kies & Sand GmbH, bereits im Juni an IBC Solar verkauft worden.

Vorausgegangen waren umfangreiche Planungen und Gutachten - unter anderem zur möglichen Blendwirkung in Richtung Straße, der Bahnstrecke und der umliegenden Wohnbebauung und zum Artenschutz. Bedrohte heimische Tier- und Pflanzenarten kommen auf der für den Solarpark geplanten Fläche gemäß eines artenschutzrechtlichen Gutachtens von Experten nicht vor. Die gefährdete Zauneidechse wurde am Waldrand beobachtet. Sie könne künftig den Solarpark besiedeln. "Zauneidechsen nutzen sehr oft die Grünflächen zwischen und unter den Modulen sowie in den Randbereichen", erklärt Groenewold. Daneben seien noch heimische Vogelarten beobachtet worden. Um deren Lebensraum zu erhalten beziehungsweise zu verbessern, werden und wurden zum Teil schon Gehölze gepflanzt, vorhandene Grün- und Waldstreifen bleiben erhalten.

Die Anlage soll eine Leistung von drei Megawatt haben. Mit dieser Menge Strom könnten nach Angaben von Annika Groenewold rechnerisch rund 1100 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Würde ein konventionelles Kraftwerk diese Menge an Strom erzeugen, fielen in etwa 1800 Tonnen Kohlenstoffdioxid an.

Gebaut werden soll in Abstimmung mit den Bewohnern von Cossen. Um die Störungen so gering wie möglich zu halten, sollen beispielsweise die Arbeiten vorrangig montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr durchgeführt werden. Eine Nachtbaustelle ist nach Angaben des Unternehmens nicht geplant.

"Das Vorhaben ist im Hinblick auf die weitere Erschließung alternativer Energiequellen und für die Entwicklung der Stadt von Bedeutung", sagt Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Man habe sich im Stadtrat darüber mehrfach verständigt und stehe dem Solarpark positiv gegenüber - auch, was dessen Standort betrifft. "Der Solarpark entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube. Das ist viel besser, als zum Beispiel auf fruchtbarem Ackerboden. Zudem ist sie kaum einsehbar, sodass sie auch das Ortsbild nicht beeinträchtigt", meint Hofmann.

Der entstehende Solarpark ist der zweite in Lunzenau. Auf dem Gelände der Papierfabrik ist bereits 2011 eine Anlage errichtet worden, die im Juli 2012 mit voller Leistung ans Netz ging. Auf einer Fläche von knapp 24.000 Quadratmetern produzieren seither mehr als 5000 Solarmodule Strom für rechnerisch annähernd 500 Haushalte. Die Leistung der etwa 2,3 Millionen Euro teuren Anlage beträgt rund 1,2 Megawatt.

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