Musik kommt diesmal direkt zum Publikum

Trotz geltender Corona-Beschränkungen soll am Sonntag in Zschopau die Fete de la Musique gefeiert werden. Dafür hat sich die Stadt ein besonderes Konzept einfallen lassen.

Zschopau.

An den Verzicht auf kulturelle Veranstaltungen haben sich auch die Menschen in Zschopau schon fast gewöhnt. Am Sonntag soll in dieser Hinsicht allerdings wieder etwas Leben einkehren in die Motorradstadt, denn trotz weiter geltender Corona-Richtlinien will die Stadt den Sommer auf musikalische Weise begrüßen. "Da Live-Musik schwierig zu realisieren ist, setzen wir diesmal auf ein mobiles Konzept", sagt Christian Vogel über die Fete de la Musique, die auch in diesem Jahr pünktlich zur Sommersonnenwende gefeiert werden soll. Der Stadtmitarbeiter, der für Kultur und Tourismus verantwortlich ist, kehrt diesmal das Prinzip einfach um: Die Musik kommt zum Publikum und nicht umgekehrt.

Auf einer transportablen Bühne soll DJane Simplie pi spielen. Davor können sich Zuhörer mit genügend Abstand versammeln, um mitzusingen und eventuell auch zu tanzen. "Es wird eine musikalische Rundreise mit fünf Stationen", blickt Christian Vogel voraus. Jeweils 45 Minuten lang wird die aus München stammende Künstlerin, die inzwischen in Chemnitz lebt, ihre Stücke auflegen.

Los geht's 13 Uhr auf dem großen Parkplatz im August-Bebel-Wohngebiet. Danach wird das Set von den Crew-Mitgliedern schnell ab- und in der Oststadt wieder aufgebaut, damit 14.30 Uhr auf dem dortigen Parkplatz an der Maler Unitas GmbH der zweite Auftritt beginnen kann. Weitere Stationen sind der alte Krumhermersdorfer Sportplatz (16 Uhr) und die Grundschule Zschopenberg (17.30 Uhr), bevor ab 19 Uhr die Abschlussparty auf dem Neumarkt steigt.

Obwohl diesmal nur eine Musikerin am Start ist, verspricht Vogel Vielfalt: "DJane Simplie pi hat einiges im Repertoire, für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein." Vom Schlager bis hin zu Techno und Hip Hop reiche die Spannbreite.

Auch wenn der Ablauf diesmal ein anderer ist, so bleibt durch die Vielfalt der Charakter der Fete de la Musique zumindest ein stückweit erhalten. Denn die Darbietungen verschiedener Interpreten und Bands, die honorarfrei an öffentlichen Plätzen spielen, machen diese inzwischen weltweite Tradition aus. Geboren wurde das "Fest der Musik" zu Beginn der 1980er-Jahre in Frankreich, wo der damalige Kulturminister Jack Lang zu mehr Kreativität und Spontanität anregte. Was in Paris gut ankam, wird mittlerweile rund um den Globus gefeiert. An die 600 Städte und Orte machen mit, darunter auch 80 in Deutschland.

Chemnitz, von wo aus Liedermacher Thomas Franke-Gernhardt die Idee mit nach Zschopau brachte, gehört schon länger zu den Teilnehmern. Die dortige corona-bedingte Verlegung der Fete auf den 25. September könnte in Zschopau sogar zu einer doppelten Auflage der Veranstaltung führen. "Wir sind in Gesprächen, ob wir da auch mitmachen. Das Fest gehört in Chemnitz zur Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas", erklärt Christian Vogel.

Der Termin würde den Zschopauern gut passen, denn das letzte September-Wochenende ist mit Herbst- und Weinfest sowie mit dem Burgen- und Landschaftslauf als Höhepunkt vorgesehen. Bis dahin soll das kulturelle Leben in der Motorradstadt allmählich an Fahrt aufnehmen. So erlebt die Veranstaltungsreihe "An einem Sonntag im Juli" bald ihre zweite Auflage. Folklore, Yoga, Bingo, Tanz und ein Poetry-Slam sollen auf einer Kleinkunstbühne im Park "An den Anlagen" ein kleines Publikum unterhalten. "Im September geht es dann richtig los", sagt Vogel auch in Anspielung auf das Parkfest am 12. September. Doch zunächst hofft der Organisator am Sonntag auf gutes Wetter, denn bei Regen würden die Auftritte von DJane Simplie pi ausfallen.

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