Nächster Zug lässt auf sich warten

Die Schachspieler sitzen noch in der Warteschleife. Wegen Abstandsregeln ruht der Trainingsbetrieb. Nur der SV Stollberg bildet eine Ausnahme.

Aue.

Allein in Stollberg wird derzeit an der Taktik gefeilt. Zug um Zug trainieren die Schachspieler des SV Erzgebirge für den Wiedereinstieg in die Saison. Diese ist noch nicht ganz passé. "Wir hoffen, dass sie zu Ende gebracht wird", sagt Vereinsvize Steffen Hold. Für die Stollberger Erste steht viel auf dem Spiel: der Aufstieg in die 1. Landesklasse.

"Würde die Saison gar annulliert, büßen wir das bislang Erreichte ein." Mit vier Zählern Vorsprung bei noch zwei Partien - darunter ein Duell mit dem Schlusslicht - stehe die Mannschaft quasi uneinholbar vorn. "Es wäre bitter, wenn alles umsonst ist." Deshalb suchte man fieberhaft nach einer Lösung. Mit in Holz- oder in Metallrahmen eingefassten Plexiglasscheiben war sie rasch gefunden. Diese trennen beide Spieler, die zudem Mundschutz tragen. Die Züge erfolgen durch einen Schlitz unter der Trennwand. Der Erfindergeist sprach sich in Schach-Kreisen wie ein Lauffeuer herum. Sogar das MDR-Fernsehen drehte einen Beitrag über die findigen Denksportler. "Unter unseren 38 Aktiven ist der Älteste 89, der Jüngste 12 Jahre alt. Da ist Vorsicht das Gebot der Stunde", so Hold. Die Lösung begeistere alle. "So konnten wir mit Genehmigung des Landratsamts schon am 20. Mai starten."

Nicht nur Trainings-, auch Spielbetrieb wäre mit den Trennwänden problemlos machbar, glaubt Hold. Doch noch ist offen, wann es weitergeht. So entschied der Vorstand des Schachverbands Sachsen, dass sich vor dem 31. August nichts tut - weil die Vielzahl der Vereine keine Trainingsmöglichkeiten besitzt. Vielerorts sind die Spieldomizile der Clubs coronabedingt geschlossen. Allerdings strebe man eine Fortsetzung der Saison an - möglichst im Herbst. Wobei dies von höheren Klassen abhängig ist. Da soll am 21. Juni ein Beschluss über den Fortgang fallen.

Kein Rad dreht sich derzeit in den Reihen der SG CX Schwarzenberg-Raschau. "Wir können den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht gewährleisten und wollen kein Risiko eingehen", so Christian Lang. Immerhin sitze man sich direkt gegen-über. Die Erste belegt in der Bezirksliga einen Abstiegsplatz. "Insofern wäre es schön, wir könnten die Saison beenden und den Kopf aus der Schlinge ziehen." 40 Mitglieder zählt der Verein, darunter gut die Hälfte Schach-Nachwuchs - der nach der Pandemiepause hoffentlich an die Bretter zurückkehrt.

Beim ESV Nickelhütte Aue wartet Präsident Rainer Hillebrand fast täglich auf Neuigkeiten. Der Verein stellt unter anderem ein Zweitliga-Team. "Wir hoffen auf Normalität." Lichtblick: Das vom 11. bis 13. Juli geplante Trainingslager am Filzteich in Neustädtel kann vielleicht stattfinden. "Das wäre prima. Dafür hatten sich 14 unserer 24 Nachwuchsleute gemeldet."

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