AfD - Von Erfolg zu Erfolg

Der AfD ist seit ihrer Gründung im Jahre 2013 ein für deutsche Verhältnisse beispielloser Aufstieg in der Parteienlandschaft gelungen. Wo liegen die Ursachen, was bietet die Zukunft?

Dresden. Es ist ziemlich genau drei Jahre her, als die Partei ihre letzte Niederlage erlebte. Am 22. September 2013 fehlten der Alternative für Deutschland exakt 129.358 Stimmen, um in den Bundestag zu gelangen. Hätte sie jene 0,3 Prozentpünktchen mehr erhalten, wäre Bernd Lucke, damals AfD-Spitzenkandidat in Niedersachsen, in den Bundestag eingezogen statt ein paar Monate später ins EU-Parlament. Und neben ihm hätte die damalige Unternehmerin Frauke Petry Platz genommen, die sächsische AfD-Nummer 1.

Wer weiß, welchen Verlauf die Entwicklung der einstigen Anti-Euro-Partei dann genommen hätte. Etwas mehr als zwei Millionen Wähler stimmten jedenfalls schon im September 2013 für die AfD, die gerade mal sieben Monate vorher gegründet worden war. Dass sie bei der nächsten Bundestagswahl erneut mit 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnte, darf längst als ausgeschlossen gelten. Die Frage ist eher, wen sie alles hinter sich lässt. Seit ihrem knappen Scheitern 2013 eilt die AfD nämlich von Erfolg zu Erfolg - allen öffentlich ausgetragenen Machtkämpfen und gelegentlichen Kurswechseln zum Trotz.

Dabei besetzt sie den zuletzt immer größer werdenden Platz zwischen der unter Kanzlerin Angela Merkel weniger konservativ als pragmatisch orientierten CDU und der rechtsextremen NPD, die wohl auch durch die unliebsame Konkurrenz jetzt in keinem Landtag mehr vertreten ist. Zuletzt rückte die AfD das Thema Islam in den Vordergrund - nachdem im Vorjahr besonders viele Flüchtlinge aus muslimischen Ländern nach Deutschland gelangt waren. Ihre Rhetorik changiert zwischen Besorgnis und Radikalität, Provokation und Beschwichtigung. Zudem greift sie populäre Themen in einem einmaligen Mix auf: Skepsis gegenüber der Nato, Sympathie gegenüber Putins Russland, Volksentscheide auf Bundesebene. Entscheidend für das Wahlverhalten ist im Moment jedoch die grundsätzliche Kritik am Flüchtlingskurs der Kanzlerin.

Neun Landtagswahlen gab es seit 2014 - und überall schaffte es die AfD auf Anhieb ins Parlament. Dort sitzen ihre Vertreter ausnahmslos in der Opposition. Alles andere wäre mit dem Image der neuen Kraft, die das etablierte Establishment aufmischen will, auch nicht vereinbar. Ihre "Anti"-Haltung pflegt die AfD gegenüber der von ihr als "Konsens-" oder "Altparteien" bezeichneten Konkurrenz wie auch gegenüber den meisten Medien. Diese würden genauso wie Politiker mit "unsachlichen Diffamierungen" Hass und Gewalt gegen die AfD schüren, was zu Verhältnissen wie in der "Weimarer Republik" führen könne und eine "Schande für Deutschland" sei, teilte die Partei kurz vor der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl mit. Anlass waren Attacken gegen mehrere AfD-Politiker. Regelmäßig werden auch Büros verwüstet und Wahlplakate beschmiert.

Dort, wo die AfD es ins Parlament geschafft hat, gibt sich die Konkurrenz durchaus Mühe, sich mit ihr inhaltlich auseinanderzusetzen - allerdings nur rhetorisch. In Sachsen beispielsweise folgt das CDU/SPD-Regierungslager grundsätzlich keinem Oppositionsvorstoß, während die anderen beiden Oppositionsparteien, Linke und Grüne, nie einem AfD-Antrag zustimmen würden. Nicht anders erging es in den 1980er Jahren den Grünen und in den 1990ern der PDS.

Beiden hat das langfristig nicht wirklich geschadet: Die Grünen sitzen inzwischen in 10 von 16 Landesregierungen, und die heutige Linke regiert in Thüringen und Brandenburg mit. Im Westen hat sie indes große Probleme, überhaupt in die Parlamente zu kommen. Anders als die AfD: Auch sie hat im Osten inzwischen deutlich höhere Stimmanteile als im Westen, aber nur in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen hatte sie Mühe, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.

Der Erfolg der AfD hat auch viel mit ihrer enormen Reichweite in den sozialen Netzwerken zu tun. Frauke Petry hat auf Twitter etwa 22.000 Follower und ihr öffentliches Facebook-Profil mehr als 155.000 Fans, das der Partei 284.000.

Petry und ihr Team teilen im Netz kräftig aus, scheuen vor Rechtspopulismus nicht zurück, nennen Merkel die "größte Antisemiten-Importeurin der deutschen Geschichte". Petry schreibt dort auch vom Original AfD, das die CDU nun nur noch kopiere: "Wir haben die Stimmen der Bürger aufgenommen und kanalisiert."

Die gebürtige Dresdnerin, die vor einem Jahr den internen Machtkampf mit ihrem damaligen Co-Chef Bernd Lucke auch mit Hilfe der Parteirechten gewann, ist an der Basis populär, hat aber unter Spitzenfunktionären zum Teil erbitterte Feinde. Zuletzt scheiterte der gemeinsam Versuch von Vize Alexander Gauland, Thüringens Landeschef Björn Höcke und Co-Chef Jörg Meuthen, Petrys Macht zu beschneiden, zwar kläglich. Aber spätestens nach der Berlin-Wahl in zwei Wochen dürfte der interne Kampf um die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl 2017 wieder losgehen.

Wie viel dann dort für die AfD möglich ist, wird wohl auch von der deutschen Sicherheitslage, Erfolgen in der Integrationspolitik, dem Zustand der EU, vielleicht sogar vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen abhängen. Ein Fingerzeig ist im Frühjahr 2017 durch die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu erwarten, wo die AfD unter Führung von Petrys Lebensgefährten Marcus Pretzell antritt. Dann werden die Piraten, denen nach ihren Wahlerfolgen 2011 und 2012 bereits eine große Zukunft bescheinigt worden war, vermutlich ihre letzten Landtagsmandate verlieren. Die AfD dürfte sich im Parteienspektrum hingegen für längere Zeit festsetzen. Ihre Basis ist größer, ihr Themenspektrum breiter.

Wie Petry ist auch Pretzell innerparteilich nicht unumstritten, schaffte am Wochenende aber die Kür zum NRW-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland will die AfD in der ersten Legislaturperiode das "Handwerkszeug" lernen, um dann in der zweiten Regierungsverantwortung zu übernehmen, wie Pretzell im Bielefelder "Westfalen-Blatt" ankündigte. Die Rolle als Juniorpartner ist dabei aber zu wenig. "Wenn wir als AfD wirklich etwas verändern wollen", so Pretzell, müsse sie zur Bundestagswahl 2021 ein anderes Ziel erreichen - nämlich "bis dahin Kanzlerpartei zu sein".

Eines kann schon jetzt ausgeschlossen werden: dass Petry im nächsten Bundestag neben Bernd Lucke sitzt. Dessen neue Partei "Alfa" wird mangels Relevanz nicht mal in den Umfragen ausgewiesen. Den Verlust durch den Austritt von Luckes Anhängern vor einem Jahr hat die AfD längst kompensiert. Sie hat nach eigenen Angaben inzwischen wieder 23.000 Mitglieder. Tendenz steigend.

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30Kommentare
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  • 2
    1
    BlackSheep
    06.09.2016

    @pccomment, Sie übersehen etwas wichtiges. Die jetztigen Regierungsparteien sind bereits eine Gefahr für Demokratie und Sozialstaat. Für mich ist ein Kernpunkt der Demokratie wie mit "anderen"Meinungen umgegangen wird. Die ganze Zeit wurden Kritiker vor allen auch von Migliedern der Regierungspartein diffamiert und verleumdet, wie sich gezeigt hat war vieles auf das man nicht hören wollte trotzdem richtig. Gerade in diesem Zusammenhang haben sich die etablierten Partein völlig undemokratisch gezeigt. Beim Thema Sozialstaat ist es noch einfacher. Die Leute die Arbeit haben sollen möglichst bis zum Tod arbeiten und die Asylanten kriegen im Gesundheitsbereich, sehr viel bezahlt, man kriegt halt so manches auf Arbeit mit. Hier ist es nur eine Frage der Zeit bis der Sozialstaat in die Kniee geht.

  • 1
    0
    saxon1965
    06.09.2016

    @Blackadder: Das sie sich da mal nicht täuschen. Lesen sie mal das Wahlprogramm der Deutschen Mitte (DM).
    Nur ist es echt schwer eine Partei zu finden, mit der man sich annähernd 100 Prozent identifizieren kann. Noch trauriger ist es zu sehen, wie doch immer wieder das eigene Ideal verraten wird, nur um an die Macht zu kommen. Verkauft wird dem Wähler das dann als Koalitionsverhandlung.

  • 1
    1
    Blackadder
    06.09.2016

    @saxon1965: Merken Sie, dass sie haufenweise Forderungen der Grünen aufzählen?

  • 2
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    saxon1965
    06.09.2016

    @pcomment: Netter Vergleich, aber warum kann man in einer Koalition nicht die Ministerien aufteilen und dann kann die jeweilige Partei, weitestgehend ihre Vorstellungen umsetzen und die Wahlversprechen einlösen. Wird natürlich nur funktionieren, wenn keiner das Blaue vom Himmel verspricht. So wie es speziell in s. g. großen Koalitionen läuft, kommt stets der kleinstmögliche Nenner heraus und die Ideen verpuffen. So jedenfalls mein Gefühl und Sicht auf die letzten Jahrzehnte. Schauen sie sich die Vereinbarungen mit der Energieindustrie zum Atomausstieg an. Da wird das Volk, der Steuerzahler, verraten und verkauft und übernimmt alle Risiken. Schauen sie sich die Misswirtschaft bei der Bahn an. Anstelle das Schienennetz auszubauen, um die umweltschädlichen Diesel-LKW von der Straße zu bekommen, wird immer wieder die Automobilbranche hofiert. Erbschaftsteuer, Spitzensteuersatz, Krankenkassen, Pharmaindustrie ect. sind alles Stichworte dafür, was für eine Klientelpolitik in Deutschland betrieben wird.
    Mangels Alternative wählen die Leute heute AfD.

  • 3
    1
    pcomment
    06.09.2016

    @saxon und wunderpunkt: In der Analyse bzgl. der Protestpartei gebe ich Ihnen als vielen Stellen recht.

    Aber drei Punkte:
    1. Jede Partei muss, sobald sie die Regierung übernimmt, aus der bequemen Oppositionsrolle heraustreten und mit den Realitäten leben. D.h., die Maximalforderungen müssen auf das Niveau der Realitäten heruntergefahren werden. - siehe Linke in Thüringen

    2. Jede Partei muss, wenn sie nicht allein regieren kann, in einer Koalition bestimmte Punkte soweit zugunsten eines Koalitionskompromisses zurückfahren, dass alle Koalitionäre damit leben können. - siehe: alle Koalitionsregierungen dieses Landes

    3. Es ist ein wenig Schizophren eine Partei zu wählen, der man eigentlich nicht zutraut, die Probleme zu lösen und damit bewusst Gefahren für Sozialstaat und Demokratie in Kauf zu nehmen (siehe Äußerungen der Führungsspitzen und Parteiprogramm).
    Ich vergleiche mal so:
    Sie haben zwei Suppen zur Auswahl. Eine macht satt, ist erträglich, aber nicht sonderlich lecker, aber sie bekommt Ihnen. Hier kann man nur mit ein wenig nachwürzen nachhelfen und muss sich langsam an die optimale Würzung heranarbeiten.
    Die andere Suppe ist vermutlich leckerer (zumindest suggeriert dies das Äußere), ob sie satt macht wissen Sie noch nicht, aber Sie wissen, dass sie ab einer gewissen Menge davon ziemliche Magenschmerzen machen wird. Sie wissen aber nicht ab welcher Menge das passiert.
    Welche Suppe wählen Sie?

  • 1
    0
    saxon1965
    06.09.2016

    @DerWundePunkt: RICHTIG!

  • 2
    0
    saxon1965
    06.09.2016

    @Blackadder: Von WEM denken sie bekommen wir das? Seit der Agenda 2000 wird in diesem Land mehr und mehr Politik genau nicht für dafür gemacht. Sicher, es könnte noch viel schlechter sein. Aber es könnte diesem Land und seinen Bewohnern auch wesentlich besser gehen und zwar nicht nur den Oberen 10 Prozent und ihren Erfüllungsgehilfen, sondern auch der breiten Masse!
    Waren nicht auch mal die jetzigen Grünen eine Protestpartei? Mittlerweile ist die CDU grün und die Grünen schwarz geworden, die Linke hat ihr Profil ganz verloren und die AfD, nicht wirklich eine Alternative, ist wenigstens keine NPD. So hängen viele Wähler in der Luft, weil sie sich nicht mehr mit den Programmen der etablierten Parteien identifizieren können. Immer wieder erlebte der Wähler, was aus Wahlversprechen nach Koalitionsverhandlungen übrig bleibt. Die Politik in Deutschland hat sich ein riesiges Vertrauensproblem geschaffen und es ist bezeichnend dafür, dass es nur die AfD schafft, Nichtwähler an die Urnen zu holen.

  • 2
    0
    DerWundePunkt
    06.09.2016

    Fakt ist, dass man eigentlich als Arbeiter, Angestellter oder sonstig abhängig Beschäftigter eine Partei mit solch einem Parteiprogramm wie die AfD nicht wählen kann. Fakt ist auch, dass diese Partei nur deshalb von der Mehrzahl ihrer Wähler gewählt wird, weil es keine Alternative in der deutschen Parteienlandschaft gibt. Tatsache ist aber auch, dass sie deshalb gewählt wird, weil sie vorgibt, die richtigen Antworten auf die Frage der verfehlten Asylpolitikpolitik der regierenden Parteien zu haben.

    Und wenn sich eine Kanzlerin einen Tag nach solch einer Wahl hinstellt und weiterhin behauptet ihre Politik wäre die richtige, unterstellt sie allen Wählern Dummheit (denn nicht jeder Nicht-AfD-Wähler ist mit dieser Politik einverstanden) und erhöht damit die Wahlquote dieser Partei bei der nächsten Wahl. Und wenn diese Kanzlerin nicht gestoppt wird, dann wird sie mit ihere Arroganz und Ignoranz dafür sorgen, dass die AfD eines Tages tatsächlich über 50 Prozent Wählerstimmen bekommt. Da helfen dann auch keine Vorwahlsteuergeschenke, die nach der Wahl durch andere Maßnahmen "ausgeglichen" werden.

    Die Linke als bisherige Protestpartei hat ihre Positionen, die sie zu besetzen hätte, verlassen. Wer sich mehr um die "Integration" von nicht notwendigen "neuen Staatsbürgern" kümmert, als Lösungen für die sozialen Ungerechtigkeiten der bisherigen Staatsbürger bietet, wer sich von Wessis das Parteiprogramm diktieren läßt, wer mehr mit internen Streitigkeiten zu tun hat, als mit seinen Wählern und wer einen Ministerpräsidenten stellt, der bestenfalls als halblinker Sozi durchgehen würde, der braucht sich nicht wundern, dass ihm die Wähler davonlaufen. Ausserdem sorgt dieser Ministerpräsident gerade dafür, dass jeder potentielle Wähler der Linken sieht, dass sich auch diese Partei "anpasst", sobald sie gewählt wurde.

  • 3
    4
    Blackadder
    06.09.2016

    "In diesem Staat geht es aber den allermeisten Menschen um ein gerechtes Steuersystem (was nicht ständig die Reichen schont), um gute Bildung für alle Schichten, die Schließung der Schere zwischen Reich und Arm, das Einschreiten gegen diese Selbstbedienungsmentalität unserer Politiker, gegen Korruption (Lobbyismus), für einen starken Sozialstaat und natürlich auch um Innere Sicherheit und und und."

    Wäre schön, wenn es den Leuten wirklich darum ginge. Aber da sie genau das NICHT von der AfD bekommen, glaube ich das auch nicht.

  • 5
    0
    saxon1965
    06.09.2016

    Mir geht es nicht um die AfD. Noch mal: Da haben an die 80 Prozent dieser Wähler Protest gewählt. Davon bin ich überzeugt. Wenn selbst von der Linken, den Grünen und besonders von Nichtwählern! der AfD die Stimmen nur so zu geflogen sind, dann ist doch was faul im Staate! Die Flüchtlingsdebatte ist als Ausrede der CDU/CSU und der SPD doch genau so willkommen, wie diese die AfD instrumentalisiert.
    In diesem Staat geht es aber den allermeisten Menschen um ein gerechtes Steuersystem (was nicht ständig die Reichen schont), um gute Bildung für alle Schichten, die Schließung der Schere zwischen Reich und Arm, das Einschreiten gegen diese Selbstbedienungsmentalität unserer Politiker, gegen Korruption (Lobbyismus), für einen starken Sozialstaat und natürlich auch um Innere Sicherheit und und und.
    Der Fisch stinkt immer vom Kopf her!

  • 3
    4
    pcomment
    06.09.2016

    @f1234: Es ist real, aber maßlos überschätzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet, ist viel größer. Trotzdem machen sich die Menschen darum weit weniger Gedanken. Genau das ist das "Diffuse" an dieser Angst. Die AfD schlachtet genau dieses diffuse Gefühl aus.
    Natürlich muss man auch gerade diese diffusen Ängste wahrnehmen und reagieren. Aber Tatsache ist, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Nicht mit der AfD und auch nicht durch geschlossene Grenzen. Die AfD vermittelt eine Scheinlösung mit Scheinsicherheit.

    Hier sehr gut dargestellt: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/angst-vor-terror-in-deutschland-ist-groesser-als-vor-krebs-14389318.html

  • 7
    2
    Freigeist14
    05.09.2016

    Die Schere von Arm und Reich in Deutschland geht weiter auseinander.Riesige Vermögen wachsen weiter und bleiben unangetastet.In keinem der westlichen großen Industrienationen hängen die Bildungschanchen so sehr vom Geldbeutel der Eltern ab.Alleinerziehende finden sich sehr häufig am Rande der HartzIV-Bedürftigkeit.
    Und was erzählt uns der Parteisprecher der Deutschalternativen hier jede Woche im Forum?Denunziert den Protest gegen die Ungerechtigkeit als Neiddebatte und singt das Hohelied auf die "Eigenverantwortlichkeit".
    Und nun versteigt sich der Retter das Abendlandes zur widerlegten These,das Frau Merkel hunderte Milliarden für die von ihr eingeladenen Wirtschaftsflüchtlinge verballert.Was für ein durchschaubares Ablenkungsmanöver,um auf die Migranten und Flüchtlinge mit dem Finger zu zeigen!Viele der AfD -Wähler haben berechtigte Angst vor dem sozialen Abstieg,was der Hüter der Freiheit selbstverständlich leugnet.Leider suchen sich die Betroffenen den falschen Gegner,der ihnen von BILD,AfD,Compact und anderen Plagen eingeredet wird.

  • 7
    4
    gelöschter Nutzer
    05.09.2016

    @fp2012 Ihr letzter Absatz ist schon mal Stammtisch in Reinkultur. Und Lebenshaltungskosten haben wohl nix mit Inflation einen Zusammenhang. Und ihre 3 Prozent können sie sich leider in die Haare schmieren, es besteht der unterschied bei 5Euro und 250Euro.
    Kurz und Knapp: Der Staat bedient sich unter teils fadenscheinigen Gründen ständig in meinem Portemonaise und ich bin nicht mehr bereit, für sämtlichen Pups, der losgelassen wird, jenes noch zu öffnen. Der Bogen ist einfach überspannt, ich bin nicht bereit, für deren Luxusbleistifte und für die neuen "Sozialfälle" noch mehr locker machen zu müssen, sei es über neue Krankenkassenbeiträge oder sonstigen Abgaben,.

  • 2
    6
    fp2012
    05.09.2016

    @finnas:
    1. Welche gestiegenen Lebenshaltungskosten?
    2. Die Prozentrechnung ist Ihnen vertraut? Man kann sicher über die Höhe der Diäten insgesamt streiten, aber genau Ihre Phrasen verstehe ich unter Stammtischparolen. In beiden Fällen betragen die Erhöhungen ca. 3%. Deutlich mehr als die Inflation. Wo ist Ihr Problem?
    Sie können sich gerne für die Politik entscheiden und Bundestagsabgeordneter werden. Es steht Ihnen frei.

  • 6
    2
    finnas
    05.09.2016

    Was hat das mit Stammtisch zu tun, wenn wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten die Hartz4-Sätze um 5,- ? erhöht und die Diäten der Bundestagsabgeordneten um 250,- ? angehoben werden ?

  • 5
    1
    BlackSheep
    05.09.2016

    @fp2012, was saxon geäußert hat sind für mich keine Stammtischparolen. Daher die Frage, ich lerne gerne was dazu.

  • 1
    4
    fp2012
    05.09.2016

    @BlackSheep:
    Sitzen Sie mit an Selbigem?

  • 6
    1
    BlackSheep
    05.09.2016

    fp2012,wieso Stammstischparolen?

  • 2
    6
    fp2012
    05.09.2016

    @saxon:
    Oh je nochmal. Stammtischparolen ohne Ende. Gehts auch mit etwas mehr Substanz?
    Wollen Sie per Volksentscheid über die Verwendung von Steuergelder abstimmen? Großartige Idee. Ich hätte da ein paar Ideen...

  • 9
    2
    saxon1965
    05.09.2016

    Es scheint wohl einige Mitbürger zu geben, die der Meinung sind, wir zahlen Steuern, damit es die Regierung nach Belieben ausgeben kann.
    Wann wurde denn die Bevölkerung mal gefragt? Warum sträubt man sich denn so sehr gegen Direkte Demokratie? Steuergelder werden zu Hauf verschleudert und verprasst. Man hat ja genug! Eine Regierung sollte treuhänderisch mit dem Geld der arbeitenden Bevölkerung umgehen! Es ist doch zum Beispiel ein Hohn, wie Diäten erhöht und Nebeneinkünfte wie selbstverständlich gescheffelt werden. Mal ganz abgesehen von Interessenkonflikten und Moralvorstellungen dieser Personen.

  • 11
    1
    saxon1965
    05.09.2016

    @fp2012: Eine allgemeine Hypothese bzw. Meinung von mir ... ich habe nicht geschrieben, dass meine Schmerzgrenze damit gemeint ist.
    Man muss so etwas auch nicht ironisch ins Lächerliche ziehen, wenn sehr viele fleißige Menschen in diesem Land mit 1.000 ? oder nur wenig mehr im Monat leben müssen, während sich andere im Selbstbedienungsladen Deutschland die Taschen voll stopfen.

  • 2
    10
    fp2012
    05.09.2016

    @saxon:
    "Es wird doch immer versucht, so viel wie möglich aus dem Bürger heraus zu holen, bis kurz vor der Schmerzgrenze, damit er immer noch ruhig bleibt."
    Oh je. Jetzt bin ich aber gespannt. Was hat man denn versucht, bis kurz vor die Schmerzgrenze aus Ihnen herauszuholen?

  • 13
    0
    saxon1965
    05.09.2016

    Ich denke auch, dass ganz viele der AfD-Wähler vor allem eines wollen. Sie wollen das politische Establishment abstrafen. Abstrafen für die Ignoranz und Arroganz ihren (bisherigen) Wählern gegenüber.
    Auch ich fühle mich nicht mehr aufgehoben in Parteien, die besonders das Kapital hofieren, den deutschen Michel wie Blattläuse melken. Es wird doch immer versucht, so viel wie möglich aus dem Bürger heraus zu holen, bis kurz vor der Schmerzgrenze, damit er immer noch ruhig bleibt.
    Ich bin auch davon überzeugt, dass die Erfahrungen, die ein Mensch in seinem Leben gemacht hat, zu seinem Weltbild beitragen. Da gibt es nun mal sehr viele, die ihr halbes Leben oder länger, in der DDR gelebt haben oder mussten und die letzten Jahrzehnte in der BRD. Ich für mich bin nicht traurig darüber, dass ich beide Systeme kennen gelernt habe. Mit allen Schattenseiten die der s. g. Sozialismus hatte. Nur was sich der Kapitalismus seit den Neunzigern mehr und mehr herausnimmt, dass wird immer offensichtlicher. Klar, er hat ja auch keinen Gegenspieler mehr. Damit meine ich nicht den Kalten Krieg. Damit meine ich das Wort Sozial oder Christlich, was in den s. g. Volksparteien drin steht. Treffender wäre es sie würden sich umbenennen und die Worte Kapital, Konzern, Bank, Krieg und Volksverdummung verwenden!

  • 14
    4
    f1234
    05.09.2016

    @Blackadder: Wie kommen Sie und viele der Kommentatoren darauf, dass es AfD-Wählern um nur "Angst" geht? Und dass dieses Gefühl der Angst diffus ist?

    Sind die Ereignisse in Köln und anderswo diffus? Sind die Terroranschläge der letzten Wochen in Deutschland diffus? Sind die hunderte Milliarden, die dieses freundliche Gesicht der Bundeskanzlerin die Staatsbürger dieses Landes in den nächsten Jahre kosten wird etwa diffus?

    Nein, es ist eben nicht diffus, sondern ziemlich real. Es ist genau das eingetreten, was die von Ihnen mit spöttischer Attitüde bedachten "Angstbürger" bereits vor einem Jahr vorhergesagt haben. Und es ist genau nullkommanichts von dem von Ihresgleichen propagierten Märchen über die "geschenkten Menschen" und ihre Bereicherung für dieses Land eingetreten.

    Das ist keine Angst vor persönlichen Abstieg, die die Menschen zur AfD treibt, sondern die Angst um dieses Land. Und die ist vollauf berechtigt.

  • 0
    4
    Interessierte
    05.09.2016

    @saxon1965:, das wurde uns aber alles ´erzählt` in der Schule , das wurde uns alles ´ganz breit` eingetrichtert , dassssss weiß ich noch , nur , wir wollten es nicht glauben , wir haben gedacht , die wollen uns den goldenen+glänzenden Westen nur schlecht machen ...

    Und wieso bezahlen denn die Beamten nicht in die ( allgemeinen) Rentenkassen ein , sind das die neuen Könige + Kaiser ?

    Aber der Blackedder kommt sicherlich aus dem Westen und die sehen alles als schön und sehen das nisch ..

  • 4
    8
    Blackadder
    05.09.2016

    @Sicher könnte es immer besser sein, dennoch halte ich das Jammern Vieler für ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Beispiel Mecklenburg: Die Arbeitslosigkeit ist unter Sellering um 33% zurückgegangen, die Abwanderung wurde gestoppt. Und? Hat es ihm geholfen? MV hat die niedrigste Zahl an Flüchtlingen im ganzen Bundesgebiet, zudem auch die niedrigste Zahl an Ausländern im Land. Ich verstehe die Wähler NICHT. Es geht nicht darum, was wirklich passiert - wirtschaftlich wie sozial, es geht um ein diffuses Angstgefühlt, was geschührt wird.

  • 14
    1
    saxon1965
    05.09.2016

    @Blackadder: Nun mal ehrlich, wie gut könnte es allen! Menschen in diesem Land doch gehen, wenn das erwirtschaftete BruttoSOZIALprodukt wirklich gerecht verteilt würde. Da bräuchte wir vielleicht nur halb so viele Steuern zahlen, der Krankenkassenbeitrag läge bei 10 Prozent, die Renten wären wirklich sicher, unsere Schulen, Kindergärten bestens in Schuss mit genügend Betreuung für die Zukunft des Staates, es wäre Geld für Umwelt, Forschung und Wissenschaft da und auf Grund des höheren Netto bei Ottonormalbürger hätten wir eine enorme Binnenkaufkraft. Und und und ... ich bin kein Ökonom und auch kein Gesellschaftswissenschaftler, aber wieso zahlen Konzerne und Multimillionäre im Vergleich zu mir so weinig für die Allgemeinheit ein? Warum werden Betrüger in Banken und z. Bsp. bei VW mit Millionen abgefunden und warum muss ich selbst um meine bescheidene Rente von vielleicht 1200 Euro bangen?
    Sie wollen doch nicht ernsthaft von einen sozial gerechten und ehrlichen Staat reden?
    Was ist daran falsch, dass es uns in Deutschland, gegenüber anderen Ländern wirklich recht gut geht? Wollen wir warten, bis sich unsere Lebensqualität den anderen nach unten angepasst hat?

  • 3
    2
    Interessierte
    05.09.2016

    Wo liegen die Ursachen, was bietet die Zukunft?

    Ich denke , weil es ´vorher` eben nur die anderen Parteien und die NPD gab , und nun gibt es eine Alternative , die man wählen kann ...
    Und es hat ja nicht nur die CDU mit einer Frau Merkel verloren , auch die SPD und die anderen haben verloren ...

    Die Linken wollen jetzt überlegen und herausfinden , warum das so ist .....
    Das kommt reichlich spät , wenn die anfangen zu überlegen , wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und dann fragen , warum das so ist ...

    Und SPD/ Linke/Grüne haben ja in den letzter Zeit alles mögliche - gegen die eigene Bevölkerung und aber für andere getan , wohl wegen der eigenen Karriere ...

    Dieser Leif-Erik Holm ist mal ein recht sympathischer und freundlicher Mann - aus dem Westen ?...
    Im Übrigen sind das alles recht nette Menschen in der AfD , das liegt wohl daran , das die was im Kopf ´ham und man somit vorausschauend denken kann !

  • 4
    13
    Blackadder
    05.09.2016

    "Wenn man nur für das Kapital alles tun und für die breite Masse stets nur das Nötigste, dann merkt das irgendwann auch der letzte Prolet."

    Sind wir doch mal ganz ehrlich, wie schlecht geht es denn den Menschen in diesem Land wirklich? Also im Vergleich zum Rest der Welt. Ist das nicht vielmehr eher eine gefühlte Unzufriedenheit als eine echte, mit Fakten belegbare? Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, wir haben eine gute Gesundheitsversorgung für alle, wir haben ein soziales Netz für alle, niedrige Jugendarbeitslosigkeit (von der große Teile Europas nur träumen können). Worin geht es denn den Leuten WIRKLICH schlechter? Ich hätte da gerne mal eine ehrliche Antwort drauf.

  • 11
    2
    saxon1965
    05.09.2016

    Ich kenne keinen Menschen, der die AfD aus Überzeugung wählt, aber genügend, die diese Partei als Protest wählen werden.
    Diese gleichgemachten weichgespülten s. g. Volksparteien haben über Jahrzehnte die vernachlässigt, denen sie eigentlich verpflichtet sein sollten und das rächt sich jetzt. Wenn man nur für das Kapital alles tun und für die breite Masse stets nur das Nötigste, dann merkt das irgendwann auch der letzte Prolet.



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