AfD-Fraktionschefin Weidel und Rechtsaußen Höcke im Dialog

Vor zweieinhalb Jahren war Alice Weidel noch für seinen Parteiausschluss - jetzt geht die AfD-Fraktionschefin auf den Rechtsausleger Björn Höcke zu. Von einem «Bündnis» will sie allerdings nichts wissen.

Berlin (dpa) - AfD-Fraktionschefin Alice Weidel setzt im Umgang mit dem rechtsnationalen «Flügel» ihrer Partei jetzt auf Dialog. Der «Spiegel» berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, die Vorsitzende der Bundestagsfraktion habe eine Einigung mit «Flügel»-Gründer Björn Höcke erzielt.

Zuvor hätten sich Weidel und der Thüringer Landeschef mehrfach getroffen. Vermittelt habe die Zusammenkünfte der rechte Verleger Götz Kubitschek. Er ist zwar nicht AfD-Mitglied, gilt aber als eine Art Vordenker des «Flügels».

Ein Sprecher Weidels bestätigte zwar die Treffen, betonte aber: «Da ist kein Pakt geschlossen worden.» Weidel und Höcke hätten einander lediglich ihre jeweiligen Sichtweisen und Standpunkte dargelegt. Weidel sagte: «Aus Gesprächen ein Bündnis zu machen ist Unsinn. Als Fraktionsvorsitzende muss ich immer zum Dialog bereit sein.»

Weidel hatte im Februar 2017 ein Parteiausschlussverfahren des damaligen Bundesvorstandes gegen Höcke unterstützt. Das Thüringer Landesschiedsgericht der AfD lehnte den Ausschlussantrag des Parteivorstandes 2018 ab. Der neue Bundesvorstand verfolgte das Anliegen daraufhin nicht weiter.

Zahlreiche Mandatsträger der AfD hatten sich diese Woche kritisch zum «Personenkult» um Höcke und zu dessen Verbalattacken auf den Parteivorstand geäußert. Weidel hatte sich dieser Kritik nicht angeschlossen. Stattdessen rief sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jungen Alternative, Damian Lohr, dazu auf, interne Konflikte nicht in die Öffentlichkeit zu tragen.

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