Deutschland
Anschläge auf die Stromversorgung in Deutschland

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Mitten in der Nacht geht in Reutlingen das Licht aus. Der Brandanschlag auf das Umspannwerk erinnert an Taten jüngst vor allem aus der Hauptstadt. Eine Übersicht.

Berlin.

Anschläge auf die Stromversorgung in Deutschland sind seltene, aber gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Sie führen zu mitunter lokal begrenzten, aber schwerwiegenden Ausfällen und millionenschweren Schäden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nennt Linksextremisten als relevanten Täterkreis. Ausgewählte Fälle aus jüngster Zeit:

Berlin-Lichterfelde, Januar 2026

Starkstromkabel werden auf einer Brücke im Südwesten Berlins zerstört. Rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Unternehmen sind betroffen. Berlin erlebt den längsten Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg: Erst nach rund 100 Stunden ist die Versorgung wieder komplett hergestellt. Eine "Vulkangruppe" bekennt sich zu der Tat.

Berlin-Johannisthal, September 2025

Nach einem Brandanschlag auf zwei Strommasten im Südosten Berlins sind rund 50.000 Haushalte und Gewerbetreibende von einem rund 60-stündigen Stromausfall betroffen, ebenso Notrufnummern, der öffentliche Nahverkehr und Pflegeheime.

Düsseldorf/Duisburg, Juli/August 2025

Ein Brandanschlag auf die Bahninfrastruktur an einer der wichtigsten Strecken Nordrhein-Westfalens führt zu massiven Störungen im Regional- und Fernverkehr. Mehrere Signalanlagen und Versorgungsleitungen werden beschädigt, wodurch es zu großflächigen Verspätungen, Zugausfällen und Umleitungen kommt. Zu dem Anschlag bekennt sich ein "Kommando Angry Birds", das die Ermittler im linksextremen Spektrum verorten.

Grünheide (Brandenburg), 2021 und 2024

Nach einem Brandanschlag auf einen Hochspannungsmast steht im März 2024 die Produktion in der Tesla-Autofabrik in Grünheide zeitweise still.
Nach einem Brandanschlag auf einen Hochspannungsmast steht im März 2024 die Produktion in der Tesla-Autofabrik in Grünheide zeitweise still. Bild: Patrick Pleul/dpa

Rund um die Tesla-Gigafactory kommt es wiederholt zu Anschlägen. 2021 stehen die "Vulkangruppen" im Verdacht, einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der Tesla-Baustelle verübt zu haben. Knapp drei Jahre später brennt es an einem Hochspannungsmast. Die Produktion wird tagelang gestoppt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismus-Verdacht.

München, Mai 2021

Ein Brandanschlag auf Stromleitungen hat massive Auswirkungen auf die städtische Stromversorgung. 150 Trafostationen fallen aus, rund 20.000 Haushalte sind zeitweise ohne Strom. Die Ermittler prüfen einen linksextremistischen Hintergrund. In einem Bekennerschreiben wird ein Rüstungsunternehmen als eigentliches Ziel genannt. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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