Auch Laschet und Röttgen gegen Wahl Ramelows mit CDU-Stimmen

In Thüringen hofft Rot-Rot-Grün, dass einzelne Abgeordnete von CDU oder FDP eine Wahl des Linken Bodo Ramelow ermöglichen. Die Bewerber für den CDU-Vorsitz haben dazu eine klare Meinung.

Berlin (dpa) - Die Bewerber für den CDU-Vorsitz warnen die Thüringer Landtagsfraktion einhellig davor, bei der am Mittwoch anstehenden Ministerpräsidentenwahl für den Linken Bodo Ramelow zu stimmen. Wie zuvor bereits Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz sprachen sich am Wochenende auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Chef des Bundestagsaußenausschusses, Norbert Röttgen, dagegen aus.

«CDU-Stimmen für einen linken Kandidaten sind nicht akzeptabel», sagte Laschet der «Bild am Sonntag». «Die CDU ist durch die verlorene Landtagswahl in Thüringen Opposition geworden und diese Rolle sollte sie auch annehmen. So ist das in einer Demokratie.»

Röttgen sagte, die CDU-Landtagsfraktion habe mit der Wahl eines FDP-Kandidaten zum Ministerpräsidenten gemeinsam mit der AfD die Grenze nach rechts in Zweifel gezogen. «Wenn die CDU jetzt die Wahl Bodo Ramelows unterstützt und damit auch noch die Grenze nach links in Frage stellt, wäre der Schaden für unsere Partei enorm. Weit über Thüringen hinaus», erklärte er in «Focus online».

Im Landtag fehlen Linken, Sozialdemokraten und Grünen vier Stimmen zur Mehrheit. Deshalb hatten die drei Parteien mit der CDU eine sogenannte Stabilitätsvereinbarung getroffen, die eine projektbezogene Zusammenarbeit bis zu einer Neuwahl im April 2021 vorsieht. Sie enthält jedoch keine Festlegung zur Wahl Ramelows. Rot-Rot-Grün hofft aber auf Unterstützung einzelner CDU- oder FDP-Abgeordneter.


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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    kartracer
    02.03.2020

    Warum Thüringen etwas anders tickt hat vermutlich tiefer liegend Gründe, wenn die Region einst 1993 von der CDU und H.Kohl belogen und betrogen wurden.
    Gestern Abend MDR "Bischofferode- das Treuhand-Trauma"

  • 11
    2
    vonVorn
    01.03.2020

    @Freigeist14, in Thüringen 2020 geht es nicht mehr um Nachkriegsdeutschland, das ist jetzt nun mal Vergangenheit. Übrigens Adenauer will auch nicht Chef von Thüringen werden.

  • 10
    6
    Freigeist14
    01.03.2020

    ...Denn diese CDU der Laschets , Röttgens und Merz` versäumte es bisher ,die Adenauer-Republik, als Hort alter Nazis , aufzuarbeiten . Nein, mit so einer Partei darf es keine Zusammenarbeit geben . Auch war der geschätzte erste Kanzler 1949 vor 1933 alles Andere als ein Anhänger der Weimarer Republik .

  • 7
    9
    Lesemuffel
    01.03.2020

    Unverschämte Einmischung dieser beiden Möchtegern-CDU-Vorsitzenden in Thüringer Angelegenheiten. Was geht die beiden das an? Die Thüringer mögen den Ramelow, die haben noch gute Erinnerungen an das SED-Regime, lasst sie doch machen.

  • 7
    4
    Freigeist14
    01.03.2020

    Ich würde mir es auch verbitten an stelle von Herrn Ramelow eine Empfehlung von Herrn Röttgen zu bekommen . Dann lieber Opposition .

  • 10
    4
    Hinterfragt
    01.03.2020

    Nun, Deal kommt von Dealer ...

  • 15
    9
    vonVorn
    01.03.2020

    Hat man ja schon zu DDR Zeiten gelernt, Demokratie respektieren und akzeptieren ist nicht die Stärke der Linke(Partei wie Richtung).