Beatrix von Storch: "Zustimmung zur Demokratie? Das ist eine vergiftete Frage"

AfD-Vize Beatrix von Storch über ihre Vorbehalte gegenüber Islam, Burka, Saudi-Arabien und den Front National

Chemnitz.

Am Wochenende will die AfD in Stuttgart ihr erstes Grundsatzprogramm beschließen. Mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden und Europaabgeordneten Beatrix von Storch sprachen Jürgen Becker und Tino Moritz.

Freie Presse: Warum halten Sie den Islam für unvereinbar mit dem Grundgesetz?

Von Storch: Das Problem ist nicht der gelebte Islam, wie ihn die meisten Muslime praktizieren. Ich wohne in Berlin-Mitte, in einem sehr multikulturell geprägten Bezirk, da gibt es keine Probleme mit irgendjemandem, auch nicht mit Muslimen. Das Problem ist der politische Islam mit seinem Anspruch, unsere Gesellschaft zu verändern.

Aber Sie halten den Islam schon noch für eine Religion?

Er ist beides, Religion und politische Ideologie. In den meisten Auslegungen ist er aber mit einem politischen Herrschaftsanspruch verbunden, der zur Scharia hinführt.

Die Scharia wird in den wenigsten muslimischen Ländern überhaupt angewandt, nur wenige Muslime leben danach.

Klar ist es nicht überall so wie in Saudi-Arabien. Aber in den wenigsten muslimischen Ländern können christliche Minderheiten frei ihren Glauben leben. Die meisten muslimischen Länder sind keine rechtsstaatlichen Demokratien nach unserer Vorstellung. Das muss auch nicht so sein, aber man muss das sagen dürfen.

Deshalb sind auch viele hochreligiöse Muslime in Deutschland dankbar, dass sie hier in Freiheit, Recht und Ordnung leben. Laut Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung halten 90 Prozent von ihnen Demokratie für eine gute Regierungsform. Sind Sie sicher, dass der Anteil unter AfD-Anhängern ebenso hoch ist?

Demokratie und Bürgerbeteiligung sind unsere zentralen Themen. Die Frage, wie hoch die Zustimmung zur Demokratie in der AfD ist, ist eine vergiftete Frage, weil sie suggeriert, dass sich so eine Frage überhaupt stellt. Die Frage ist, wie viele der Muslime bei uns die Herrschaft der Scharia öffentlich ablehnen. Nehmen Sie eine Studie des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin. Diese hat in sechs Ländern Europas inklusive Deutschlands ergeben, dass fast zwei Drittel der hier lebenden Muslime die Regeln des Korans für wichtiger als die staatlichen Gesetze halten. Das macht uns Sorgen.

Aber dem Verfassungsschutz zufolge leben weniger als 45.000 der rund fünf Millionen Muslime in Deutschland den Koran wörtlich aus und sehen ihn als einziges maßgebliches Regelwerk für das Zusammenleben an. Warum wollen Sie Burka und Niqab in der Öffentlichkeit verbieten, obwohl der wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem Gutachten bereits konstatiert hat, dass ein solches Verbot verfassungswidrig wäre?

Wir sind der Meinung, dass die Integration - die wir wollen - daran scheitert, weil wir so kaum Kontakt mit den Frauen aufnehmen können. Natürlich betrifft das nicht alle Muslima ...

... sondern eigentlich nur wenige, wenn man etwa an die Syrer denkt, die unter dem alevitischen Assad-System groß geworden sind, oder an die Generation der von Atatürk geprägten Türken.

Aber das meiste Geld für islamische Zentren in der Welt kommt aus Saudi-Arabien, und dort haben wir den Wahhabismus und den Salafismus. Über die Rolle von Saudi-Arabien müssen wir reden. Wir wissen nicht, was in Moscheen gepredigt wird, die aus Saudi-Arabien oder Katar finanziert werden und wo der Imam kein Deutsch spricht. Wir wollen nicht, dass mit saudischem Geld Moscheen gebaut und Imame ausgebildet werden, weil das der radikale Islam ist, der hier nicht Fuß fassen darf.

Aber die allerwenigsten Moscheen, die es in Deutschland gibt, sind mit Hilfe der Saudis oder Katarer finanziert worden. Was wollen Sie mit den bestehenden Moscheen machen?

Im Moment tragen wir eine Debatte in die Gesellschaft, die nicht geführt worden ist. Sie gehörte zu den Tabus und das ist falsch.

Die Debatte läuft doch schon seit Jahren: Imame werden inzwischen an deutschen Hochschulen ausgebildet, zum Tragen des Kopftuchs gibt es höchstrichterliche Urteile. Die Ahmadiyya-Gemeinde ist mit ihren 40.000 Mitgliedern sogar als Körperschaft anerkannt, die wie die großen Kirchen Steuern erheben dürfte. Halten Sie die Debatte um den Islam wirklich für nötig?

Ja, wir müssen sie führen, wenn auch differenziert. Es gab bisher keine Partei, die das politisch ausdrückt. Und jetzt haben wir eine, die auch über den Islam reden will, auch wenn das ja nur ein Thema von vielen ist, das die AfD aufgreift.

Wären Sie sogar bereit, die Verfassung zu ändern, um das Tragen der Burka zu verbieten?

Selbst Teile der Union denken über ein Burkaverbot nach. Wichtig ist, die Debatte zu führen.

Die AfD kommt im Programmentwurf ohne das Wort "patriotisch" aus, versteht sich aber trotzdem als patriotische Partei. Woran machen Sie das fest?

Wir wollen unsere Interessen für unser Land und für Europa artikulieren und zur Leitlinie unseres politischen Handelns machen. Dazu müssen wir das Wort Patriotismus gar nicht benutzen. Wir sagen Ja zur Nato, aber das bitte unter Berücksichtigung unserer Interessen. Sanktionen gegen Russland sind nicht in unserem Interesse, darunter leidet die Wirtschaft, sie verbessern auch nicht die Beziehungen zu Russland.

Wie hätten Sie denn auf den Völkerrechtsbruch auf der Krim reagiert?

Die US-Amerikaner fordern von uns Sanktionen gegen Russland, wir machen dann die Sanktionen gegen Russland, und im gleichen Moment steigern die Amerikaner ihre Exporte nach Russland. Da fragt man sich schon, was das soll. Ich glaube nicht, dass Wirtschaftssanktionen zur Befriedung beitragen. Sie fördern instabile Verhältnisse in einem großen Land und führen auch nicht dazu, dass sich Russland auf der Krim anders verhält.

Also die Krim-Annektierung einfach dulden?

Das ist eine schwierige Situation. Möglicherweise ist das Verhalten auf der Krim völkerrechtswidrig gewesen, die Russen sehen das ja anders und verweisen auf eine Volksabstimmung. Aber geopolitisch war doch lange absehbar, dass Russland diesen Flecken Erde nicht in die westliche Sphäre hergeben wird. Sollen wir Russland den Krieg erklären? Das will ja wohl keiner.

Sie sprechen von der AfD als eine liberale Partei. Warum befürworten Sie die Privatisierung der Arbeitslosenversicherung?

Im Programmentwurf steht die Privatisierung nicht. Aber grundsätzlich wollen wir einen starken Staat durch weniger Staat. Also weniger Steuern und weniger staatliche Einmischung, damit er dort, wo wir ihn zur Unterstützung der Schwachen brauchen, auch helfen kann. Wir fürchten, dass er das bald nicht mehr kann, weil er sich übernommen hat. Mit der Eurokrise und der Migrantenkrise stößt er an die Grenzen des Leistbaren. Dass der Staat sich weniger in das Leben der Bürger einmischen und ihn wieder mehr selbst machen lassen soll, ist unser Ansatz - wenn der Bürger das will.

Kritiker werfen der AfD Neoliberalismus vor. Was wollen Sie gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Kluft zwischen Arm und Reich tun?

Im Grundsatzprogramm geht es um unsere Grundlinien, da kann man gar nicht in die Details gehen. Der Mindestlohn wird drin sein, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz. Mit der Migrantenkrise sind gerade für Menschen im Niedriglohnsektor große Auseinandersetzungen zu befürchten. Bei den Geringqualifizierten und im sozialen Wohnungsbau bekommen wir Probleme. Bei den ganzen Studien, dass die Migranten uns letztlich Wohlstand bringen, ist viel Wunschdenken dabei. Erst einmal bringt uns die Flüchtlingskrise keinen Wohlstand, sondern kostet pro Jahr vielleicht 50 Milliarden Euro. Die Menschen, die vor allem aus Nordafrika, Syrien und Irak zu uns kommen, sind nicht zu vergleichen mit den türkischen Gastarbeitern.

Welche Haltung haben Sie zum "Brexit", dem drohenden Ausstieg der Briten aus der EU?

Ich bin dafür, dass die Briten das entscheiden. Aus Sicht des deutschen Steuerzahlers wäre es fatal, wenn der zweitgrößte Beitragszahler geht. Ich finde es richtig, dass es dazu einen Volksentscheid gibt. Wenn es das auch bei uns öfter gäbe, kämen wir schnell zu einer anderen Politik.

Die AfD will die Zusammenarbeit der EU-kritischen Parteien im EU-Parlament stärken. Wie stehen Sie zum Front National?

Derzeit gibt es drei EU-kritische Fraktionen. Ihr Spektrum reicht von den britischen Tories bis hin zum französischen Front National. Sie alle wollen nicht mehr so viele Kompetenzen abgeben und Reformen oder raus aus der EU. Im Parlament wird diese Diskussion ganz entspannt geführt, bei uns in Deutschland hingegen gilt es schon als rechtsradikal, den Austritt aus der EU zu fordern. Aber ansonsten verbindet uns mit dem Front National sehr wenig. Er ist eine wirtschafts- und gesellschaftspolitisch sehr linke Partei, aber das ist mir im Prinzip egal. Denn: Sie will ihren Sozialismus in Frankreich ausüben. Der Front National würde am liebsten eine Mauer um Frankreich hochziehen und damit die französischen Arbeitskräfte schützen. Das ist französischer Protektionismus, aber nicht unsere Politik.

Was ist denn Ihre Politik?

Wir sind für freien Handel, wir sind für ein Europa der Reisefreiheit. Wir sind auch für einen Schengen-Raum, wenn er denn funktioniert. Nur das tut er im Moment nicht. Das sind alles Dinge, die uns trennen.

Ist Europa für Sie nur eine reine Wirtschaftsgemeinschaft?

Wir wollen nicht Europa als Bundesstaat, wir sind für ein Europa souveräner Demokratien. Wir wollen unabhängige Nationalstaaten haben. Und wir wollen nur das auf europäischer Ebene regeln, was europäisch geregelt werden muss. Über den Ausstieg aus Atomkraftwerken sollte man beispielsweise nicht singulär entscheiden. Das ist das, was uns auch mit der FPÖ, den Tories, Ukip und anderen eint: Man braucht keine einheitliche Arbeitslosenversicherung, keine einheitliche Rentenversicherung, keinen einheitlichen Einlagensicherungsfonds. Wollen wir gleiche Löhne, gleiche Krankenversicherungen, gleiche Sozialleistungen? Das sollen die Menschen entscheiden. Es kann nicht sein, dass man mit französischen, spanischen und italienischen Mehrheiten darüber entscheidet, wie wir in Deutschland leben. Das Perfide ist: Die Abgabe der Souveränität geschieht in ganz kleinen Schritten, immer mehr wird "harmonisiert" und "angeglichen". Stück für Stück werden Entscheidungsbefugnisse auf eine andere Ebene gelagert.

Wo bleibt da die Solidarität?

Die grenzenlose Solidarität funktioniert nicht mal in Deutschland. Die Bayern erheben wegen des Länderfinanzausgleichs Verfassungsklage, weil ihre Solidarität mit Berlin begrenzt ist. Wer Geld gibt, will auch mitreden können. Die Berliner statten ihre Rathäuser mit einer dritten Toilette aus, weil sie meinen, Transsexuelle brauchen ein eigenes Klo. Sie sind pleite und fordern von den Bayern mehr Geld. Sie nehmen das Geld, um einen Flughafen zu bauen. Wenn man den Scheck nicht selbst bezahlt, muss man sich Vorhaltungen machen lassen. Genauso ist das mit uns und Griechenland. Wir sagen denen jetzt, was sie zu machen haben. Aber das wollen die Leute nicht. Sie wollen unser Geld, aber sie wollen nicht, dass wir ihnen sagen, wie sie leben sollen. Und sie haben Recht. Das ist undemokratisch, das passt nicht zusammen. Deshalb ist die Situation in Europa so kritisch, wie sie ist. Die Menschen tragen das nicht mehr mit. Die einen empfinden das als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten - und die Deutschen als Ausgeben ihres Geldes, auf dessen Verbleib sie keinen Einfluss haben.

Europaabgeordnete und Berliner AfD-Vorsitzende

Beatrix von Storch sitzt seit 2014 für die AfD im Europaparlament. Sie ist AfD-Bundesvize und Berliner AfD-Chefin. Für eine Äußerung zum Schusswaffen-Einsatz an der Grenze gegen Flüchtlinge entschuldigte sich die 44-Jährige später. Dennoch fiel die Juristin bei den Konservativen in Ungnade und wechselte in die von der britischen Ukip dominierte Fraktion. Wegen Nichtzahlung des Rundfunkbeitrags wurde ihr vor vier Wochen das Konto gepfändet. Zuletzt wurde die gebürtige Lübeckerin, die seit 1998 in Berlin lebt, Opfer eines Tortenanschlags politischer Gegner. (tz)

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16Kommentare
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  • 1
    3
    Interessierte
    30.04.2016

    Vielleicht sind wir Sachsen gar nicht rechtsradikal , sondern neben unserer weltoffenen Anschauung auch immer noch - konservativ ...
    Vielleicht wollen wir eben nur diesen modernen ´Wandel der Zeit` aus dem Westen, den man uns hier aufzwingen will - nicht ?

    >
    Und was die NATO betrifft :
    Siehe : deutschland soll aus nato austreten

    Und :
    4. Die NATO organisierte im Kalten Krieg terroristische Vereinigungen in Europa
    http://quer-denken.tv/1504-acht-gruende-fuer-den-austritt-deutschlands-aus-der-nato/
    .

  • 1
    5
    Interessierte
    28.04.2016

    Vielleicht ist die Idee gar nicht so schlecht , zumindest für die Ostdeutschen , und die NATO hat sich ja wohl sowieso erübrigt nach dem Ende des KK , meinen zumindest einige ...

    Und mir persönlich sind sowieso alle anderen Länder rund um D angenehmer , also diese Politiker sind kompetenter als die von hier ...

  • 8
    0
    saxon1965
    28.04.2016

    @HuiBui: Natürlich braucht so eine Union auch gemeinsame Regeln. Nur ist es auch so, dass der Regelwahn in Brüssel kein Ende zu nehmen scheint bzw. auch dazu zu dient scheint, die Daseinsberechtigung der Brüsseler Beamten zu sichern. Wenn man sich die Verwaltung in Brüssel, die Heerscharen an Abgeordneten und Beamten anschaut, dann wird es einem ja schwindelig. Was DAS kostet ohne einen müden Euro in den einzelnen Ländern einzusparen.
    Wozu muss in Brüssel geregelt werden wie eine Gurke auszusehen hat oder welche Leuchtkörper in Deutschland eingesetzt werde? Viel wichtiger wäre doch zu regeln, wie der Strom für die Gurke und die "Glühbirne" produziert wird. Klasse wenn wir endlich keine Atomkraftwerke mehr in D haben und das neben uns in die Luft fliegt. Dann sterben wir wenigstens mit guten Gewissen!

  • 3
    9
    Schinderhannes
    28.04.2016

    Frau von Storch

    =

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-04/afd-junge-alternative-putin-buendnis

    =

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-wladimir-putins-rechtsextreme-freunde-in-europa-a-1075461.html

    So sehen 19 "Freunde" aus und so schließt sich dieser Kreis.

  • 5
    9
    Interessierte
    28.04.2016

    Ich kenne diese Frau auch erst seit dem Schießbefehl , aber wenn man sie in Talk Shows gehört oder was sie sonst noch macht , dann kann man sie nur bewundern ...
    Wohl eine sehr intelligente Frau als Bankfrau und Juristin für Insolvenzrecht ...
    Sehr interessante Lebenslauf und für ihr Alter schon sehr lang ...
    Nunja Freigeist14: , wer vom Adel kommt , ist meißt etwas konservativ und wahrscheinlich zehrt dieser Job auch enorm ...

  • 6
    1
    HuiBui
    28.04.2016

    @saxon. Die allermeisten Vorschriften aus Brüssel werden auf Initiative der Mitgliedstaaten auf den Weg gebracht. Das berühmte Glühbirnenverbot zum Beispiel war eine Idee aus Deutschland und wäre in der BRD auch so gekommen.

  • 13
    0
    Luzifer
    28.04.2016

    Es gibt nur zwei Wege: Entweder wir Schaffen die vereinigten Staaten von Europa und regeln darin zentral was unsere europäischen Werte sind, mit einer klaren Ausrichtung auf unsere abendländische Kultur und ohne Zugeständnisse an irgendwelche radikalen und überholten Weltanschauungen, oder wir fallen zurück in die Nationalstaatlichkeit wo jeder allein gegen eine zunehmende Islamisierung der Welt kämpft. Ich für mich möchte jedoch nicht in einer Welt leben wo in der Schule kein Schweinefleisch mehr angeboten wird weil man auf religiöser Regeln von Migranten Rücksicht nimmt, nur weil diese nicht bereit sind sich anzupassen und unsere Kultur zu akzeptieren. Umgekehrt wird das von uns auch erwartet. Aber auch möchte ich nicht in einem Land leben in dem der Mob regiert und dessen Horizont nur für Österreich mit "ss" statt mit rr reicht.

  • 6
    1
    Freigeist14
    28.04.2016

    Wenn Frau v.Storch eine Meinung zu einem Thema äußert ,muß es nicht automatisch falsch sein.Jeder ökonomisch interessierte Mitbürger weiß,daß die Sanktionen gegen Russland nur Schaden anrichten.Die"Differenzierungen"gegenüber dem Islam sind hingegen nur leeres Gerede der Beschwichtigung. Auffallend bleibt,daß sie sich energisch von den Verstaatlichungsplänen von Banken der Front National in Frankreich distanziert.
    Ohne Frau v:Storch zu nahe zu treten:Ich dachte echt,sie wäre schon so Mitte 50............

  • 12
    1
    MuellerF
    28.04.2016

    @saxon: das war ja von Anfang an die Grundidee der EU: europäische Zusammenarbeit statt nationaler Alleingänge...nur leider hat die europäische Bevölkerung noch weniger Einfluss auf die EU-Politik als die jew. Bevölkerungen auf die Politik in ihren Ländern..DAS ist auf jeden Fall ein Problem, das zu Recht EU-Skepsis bzw. Ablehnung herauf beschwört.

  • 9
    1
    OleFlausenkopp
    28.04.2016

    Das Problem mit der AfD und mit Frau Stroch oder Petri oder sonst wem ist doch, das man sich von den regierenden Parteien nicht mehr vertreten fühlt. Merkel schickt einen in die Kirche zum Beten, wenn man seine Bedenken gegenüber der Flüchtlingspolitik äußert, Gabriel bezeichnet uns als reich und hysterisch, weil wir mit den Freihandelsabkommen nicht einverstanden sind. Muss man sich da wundern, das der Bürger da mal was anderes will. Ja sicher jammern die Deutschen auf sehr hohem Niveau. Aber es geht doch nicht nur um uns. Die VW-Aktionäre wollen ihre Renditen haben obwohl VW so einen Mist verbockt hat. Erklären Sie das mal einem Dachdeckermeister. Es kann doch nicht sein das Konzerne Milliarden Gewinne einfahren und ihr unternehmerisches Risiko mehr und mehr mit Steuergeldern versichern lassen. Das was die Konzerne an Gewinnen einfahren, dass bezahlt doch der Steuerzahler mehr und mehr hintenrum durch die Beseitigung oder Linderung von Folgeschäden (Klimaerwärmung, Umweltschäden, Wirtschaftsflüchtlinge, hohe Gesundheitskosten). Ich will doch nicht das es mir besser geht. Aber es geht abwärts. Wenn ich zur Notaufnahme gehe, gerate ich kaum noch an einen ordentlich deutsch sprechenden Arzt. In meiner Bekanntschaft häufen sich Fälle von Ärztefehlern. Das Gesundheitswesen wird "gesund geschrumpft". Die Bildung meiner Kinder lässt arg zu wünschen übrig (jeder sechste kann nichts, beklagt die Wirtschaft). Ich will eine Zukunft. Und ich will eine Zukunft für alle. Und die kann ich mir beileibe aktuell mit dieser Regierungspolitik nicht vorstellen. Da fehlt mir einiges.

  • 3
    4
    finnas
    28.04.2016

    Man kann das Interview ja auch dreimal lesen!
    Für mich sind durch das Interview etliche Unklarheiten beseitigt. Die beiden Journalisten haben wie es scheint, die Aussagen der Frau Storch auch korrekt wiedergegeben. Das muß man lobend erwähnen, denn das ist in der Medienlandschaft bisher nicht immer der Fall gewesen.
    Vielleicht beginnt jetzt endlich einmal eine sachliche Auseinandersetzung mit den Themen, die die AfD aufgreift. Dass Fau Storch sehr intelligent ist, ist kein Schaden. es gibt nicht nur auf der linken Seite intelligente Leute. Intelligenz ist natürlich sehr gefährlich. Wenn es in der Geschichte darum ging, Völker wehr- und willenlos zu machen, hat man immer erst die Intelligenz neutralisiert.

  • 6
    3
    Hübnererich
    28.04.2016

    Als konservativer Bürger kann ich natürlich die Äußerungen von Frau von Storch nur unterstreichen, wenngleich ich mir noch eine stärkere, umfassendere Islamkritik wünsche. Aber wir stehen ja erst am Anfang dieser politischen Bewegung. Übrigens, vor nicht allzu langer Zeit hätten diese Sätze auch aus dem CDU Lager kommen können.

  • 6
    10
    ColinMacLaren
    28.04.2016

    @Täglichleser

    "Zu dem Hauptproblem unserer Zeit von arm und reich, weiß sie gar nichts zu sagen"

    Welche Armut? Wir haben seit Jahren wieder Reallohnzuwächse während die Arbeitslosenquote immer weiter sinkt. Wenn das Pro-Kopf-Einkommen steigt und die Armutsgrenze bei 60% des Durchschnittseinkommens liegt, fallen diejenigen, die drei Jahre später bei Nullinflation das gleiche haben wie zuvor, plötzlich unter die Armutsgrenze, obwohl sich deren Lebensstandard schlichtweg gar nicht geändert hat. Das Gleiche gilt, wenn z.B., ceteris paribus, die oberen 10% ihre Einkommen deutlich steigern könnten, der Rest gleich bliebe. Dann würde die statistische Armutsgrenze genauso nach oben wandern.

    Ich habe selbst anderthalb Jahre hartzen dürfen. So schlimm war das nicht, große Sprünge und Urlaub (wovon auch) waren nicht drin. Zur Arbeitsaufnahme motiviert hat es dennoch. Und eine steuerfinanzierte Weiterbildung, die direkt in den ordentlich bezahlten Job geführt hat, gab's auch noch on top. Wie man da noch den angeblich zu schwachen Sozialstaat beweinen kann ist mir ein Rätsel.


    Das AFD-Steuermodel würde zudem die unteren 50% der Arbeitnehmer nicht mehr belasten als jetzt, wäre nur einfacher.

    Wir sollten lieber in unsere Infrastruktur investieren und Reserven für die Verrentungswelle der Babyboomer anlegen statt einen immer weiter ausufernden Sozial- und Verbotsstaat aufzubauen.

  • 16
    6
    geiluc
    28.04.2016

    die frau hat recht...hier ist deutschland und nicht eine zweigstelle für koranlehrer und dergleichen...nehmt euch ein beispiel an östereich...

  • 16
    2
    saxon1965
    28.04.2016

    Das ist nicht meine Partei! Dennoch ...
    was Frau v. Storch über die Solidarität und den Europäischen Zentralismus meint ist richtig.
    Es gibt bereits heute so viele Vorschriften und Gesetze aus Brüssel, die die nationale Souveränität untergraben und es geht immer weiter so.

  • 13
    12
    Täglichleser
    28.04.2016

    Man muss das Interview mindestens zweimal lesen.
    Grund: Sie drückt sich teilweise unverständlich aus.
    So wie das von ihr gescholtenen etablierten Politiker tun.
    Diese Politiker, zu denen offensichtlich Storch aus Machtgründen zählen will, geht dann nicht auf wichtige Fragen ein. Zu dem Hauptproblem unserer Zeit von arm und reich, weiß sie gar nichts zu sagen. Sie geht auf Dinge ein, die an jedem Stammtisch klar sind:
    Handel mit Russland treiben, die Scharia in Saudi Arabien...Und mit dem letzten Problem Angst verbreiten.
    Das macht sie mit Teilwahrheiten clever. Achtung Storch, sehr etabliert, sehr intelligent, sehr gefährlich.



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