Befreit aus dem eigenen Bunkerreich

Am 8. Mai 1945 ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. 75 Jahre später verblasst die Erinnerung. Eine Betrachtung über die Verantwortung der Deutschen.

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40Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    ralf66
    11.05.2020

    @ChWtr, nun mal zum Fakt, mit volkstümlich wie ich den Artikel hier bezeichne habe, habe ich weder etwas schlechtes gemeint, noch wollte ich den Verfasser beleidigen. Wenn sie nichts weiter drauf haben, wie mir Dinge zu unterstellen, die ich weder gedacht noch geschrieben habe, dann ist das aber sehr wenig.
    Mit volkstümlich werden in der Geschichte Schriften bezeichnet, die nicht so den stark wissenschaftlichen Ausdruck haben, Inhaltlich aber nichts dran auszusetzen ist, die eben volkstümlich geschrieben sind, was ist daran falsch oder beleidigend?.
    Das Thema 2. Weltkrieg 3. Reich wird noch zu sehr vielen Betrachtungen Anlass geben, ob das für Sie intelligent ist oder nicht, wird dabei nicht der Maßstab sein.

  • 0
    1
    Nixnuzz
    11.05.2020

    "Intelligentes meckern will gelernt sein." Wenn es denn dem Reinheitsgebot des Redaktionskommitees entspricht. .... ;-)

  • 3
    5
    Malleo
    10.05.2020

    ChWtr
    Beleidigungen sind Stilmittel, um eine Sache zu transportieren!
    Muss das sein?

  • 5
    5
    Malleo
    10.05.2020

    distel..
    Herrlich!
    In Sachsen hatte die CDU nach 89 zeitweise auch die absolute Mehrheit.
    Und nun?

  • 6
    3
    ChWtr
    10.05.2020

    Wenn Ihnen dazu nur dieser lapidare Kommentar einfällt, @Ralf - hätten Sie es auch sein lassen können. Lässt jedoch Rückschlüsse zu, ob Sie es wollen oder nicht.

    Dem Chefredakteur der FP am vergangenen Gedenktag eine ziemliche Volkstümlichkeit zu unterstellen, lässt tief blicken.
    Da müssen Sie nichts mehr erklären oder auf irgendwelche Schulbücher verweisen. Das ist einfach nur dreist, aber so richtig. Intelligentes meckern will gelernt sein. In diesem Thema verbietet es sich, selbst wenn es intelligent gewesen wäre (...)

  • 3
    6
    ralf66
    10.05.2020

    @ChWtr, sie haben das Schulbuchwissen aber kräftig verinnerlicht Hut ab, mehr kann man dazu nicht sagen.

  • 1
    3
    ChWtr
    10.05.2020

    Sehr gut @Muffel - wir verstehen uns!

  • 2
    6
    Lesemuffel
    10.05.2020

    Chwtr, "Ihnen wird es hier zu bunt"? Bitteschön, so ein Forum ist freiwillig, es dient dem freiwilligen Meinungsaustausch, Betonung auf "freiwillig". Mit körperlichen, seelischen und sonstigen Beschwerden darf man einen Arzt konsultieren. Der erklärt, wieso es Ihnen zu farbenfroh wird.

  • 3
    6
    ralf66
    10.05.2020

    @Freigeist14, sie sprechen von einer vergifteten Grundstimmung in Deutschland und ich spreche von einem vergifteten Versailler-Vertrag.
    Der Versailler-Vertrag verletzte übrigens die von US-Präsident Wilson herausgebrachten 14 Punkte wobei der polnische Staat das Gebiet umfassen sollte, dass unbestritten von polnischer Bevölkerung bewohnt war, was so viel heißt, wo hauptsächlich polnische Bevölkerung wohnhaft war, dass traf eben zu dieser Zeit nicht für alle Teile Westpreußen zu, wenn Sie schon alte Ansprüche für Polen sehen, dann hätte man wenigstens einen Korridor lassen müssen und nicht Ostpreußen vom Deutschen Reich völlig abkoppeln und abtrennen.

  • 7
    6
    ChWtr
    10.05.2020

    Jetzt wird es hier zu bunt.

    Könnt ihr nicht einmal aufhören zu "philosophieren"? Nee, könnt ihr nicht - selbst bei diesem Thema.

    Einfach furchtbar.

    Was glaubt ihr, warum wir hier und heute das schreiben können? Ich weiß, zu hoch für einige - das verstehen zu wollen. Was glaubt ihr, was dem hier vielzitierten Versailler Vertrag vorausging? Was? Verkürzt Dinge wiederzugeben ist eine Schmach, die sich leider (niemals) nicht ändern lassen wird. Man lässt nur das zu, was man zulassen will.

    Den Artikel von Torsten Kleditzsch als ziemlich volkstümlich abzutun, kann und will ich nicht verstehen - nicht begreifen. Und widerspreche dem kategorisch. Da helfen auch wirklich keine Pillen mehr. Und eine Frechheit sondersgleichen. Es ging und geht um den Gedenktag 08. Mai. (!!!) Nur um das ging es und das wurde sehr treffend im Artikel beschrieben, sehr treffend. Was wieder vom "mündigen Bürger" draus gemacht wurde - es graut einem.

    Noch einmal Denksportaufgabe:

    Was glaubt ihr Nachkriegskinder - mehr oder weniger, wem ihr zu verdanken habt, dass ihr euch heute hier äußern dürft? Was glaubt ihr? Schwierige Frage!!!? Gelle. Hoffentlich wird's euch nicht Schwarz vor Augen...

    Im Übrigen, meine Mutte (feiert heute Muttertag) stammt aus Westpommern (Deutsch Krone), mein Vater - lebt leider nicht mehr - aus dem Sudetenland (in der Nähe von Steinschönau). 5x war ich im heutigen Walcz, mindestens genauso oft in der ehemaligen Heimat meines Vaters. Erzählungen von Zeitzeugen kenne ich zu Genüge. Und nun? Man kann viel Unsinn schreiben, wenn der Tag lang ist. Vergessen sollte man nicht, das man NICHT vergisst. Gegen das Vergessen, gegen das Schönreden, gegen das Verherrlichen.

    Was ist Unrecht?
    Der 1.WK war Unrecht, Unmenschlich und Dummheit ist hier das falsche Wort.
    Der Versailler Vertrag in der Form, wie wir ihn kennen, war große Dummheit. Haben selbst einige Militärs und Politiker von den Siegermächten eingeräumt.
    Der 2.WK war an Gräueltaten nicht zu überbieten - bis in die letzten Kriegstage und auch danach. Von Deutschen und von den Alliierten. Die Vertreibung war u.a. die Folge. Aber nicht nur (Gulag, Wissenschaftler in die SU und Vereinigten Staaten...)

    Bitte mal - irgendwann - in einer ruhigen Minute hinsetzen und nachdenken über Ursache und Wirkung. Ist eigentlich ganz einfach und doch nicht so ganz. Wer (nur) verklärt, dem ist leider nicht mehr zu helfen.

  • 3
    9
    gelöschter Nutzer
    10.05.2020

    "Heute meint jeder zweite Deutsche laut einer Umfrage der Wochenzeitung "Die Zeit", dass nur eine kleine Clique Nazis Schuld hat an Krieg und Holocaust. Doch die Nationalsozialisten haben Deutschland nicht überfallen, sie haben sich auch nicht an die Macht geputscht. Sie haben sich wählen lassen. Von den Deutschen. In Sachsen stimmte 1933 bei den Reichstagswahlen nahezu jeder Zweite für die NSDAP."
    Alles, was danach kam, war die bittere Konsequenz des selbstgewählten Schicksals. Herzlos gesagt: wie bestellt, so geliefert.

  • 6
    2
    Lesemuffel
    10.05.2020

    "berechtigte Ansprüche"? Welchen Zeitpunkt in der Geschichte ist denn berechtigt? War es vielleicht 1569, als P. ein bedeutender Staat in Europa war? Allerdings gehörten damals schon Pommern, Ostpreußen, Schlesien, Ostbrandenburg nicht zu Polen. Polen würde aus machtpolitischen Interessen 1920 und 1945 konstruiert. D. hatte darauf keinen Einfluss, es war ja befreit worden. Aber mit Berechtigung hat das nichts zu tun. Diese wunderbaren Provinzen sollten doch Polen so reich machen, wie sie es einst Deutschland machten.

  • 2
    4
    Freigeist14
    09.05.2020

    ralf@ Die revisionistische Grundstimmung in Deutschland im Schatten der Dolchstoßlegende ließen auch Stresemann in Verträgen mit Polen die Grenzfragen ausblenden . Die Erinnerung an die Ermordung Rathenau und dem Rapallo-Vertrag waren weiter präsent . Diese Stimmung vergiftete auch eine Annäherung an Warschau . Dabei bin ich der Meinung ,daß die Grenzziehung -abgesehen von Oberschlesien - sich an den Grenzen vor den polnischen Teilungen orientierte und polnische Ansprüche berechtigt waren .

  • 2
    3
    ralf66
    09.05.2020

    @Freigeist14, Deutschland hat mit Widerwillen den Versailler-Vertrag unterschrieben, dieser Widerwille zog sich fast durch alle politischen Parteien, man tat es nur, um nicht unmittelbar völlig fremd-ausländisch regiert zu werden, Deutschland wäre sonst nämlich besetzt worden.
    Der Gedanke von der Befreiung oder Beseitigung dieses Vertrages zog sich in den 20er Jahren zum großen Teil durch alle politischen Strömungen, durch die breite Gesellschaftsschicht.
    Die Nazis machten dieses Thema, die Beseitigung des Versailler-Vertrages mit zum Hauptthema ihrer politischen Ausrichtung, ihrer Vorgehensweise, was allen konservativen und auch monarchistischen Kräften gefiel, die teilten nämlich diese Ansicht.
    Verraten Sie mir jetzt einmal, warum man dann die im Versailler-Vertrag getroffenen Grenzregelungen oder Grenzziehungen zu Polen anerkennen hätte sollen, wenn man den Versailler-Vertrag abschütteln wollte?

  • 1
    2
    Freigeist14
    09.05.2020

    Ich weiß ja nicht ,welchen Kommentar Sie gelesen haben , Ralf@ aber ich habe durchaus die Zeit vor dem 1. September 1939 angesprochen . Man könnte noch erwähnen , das sich Polen auch an der Zerschlagung der CSR beteiligte , autoritär regiert wurde und Grenzfragen mit Deutschland kategorisch ablehnte . Andererseits verweigerte Deutschland -im Gegensatz zum Westen - jegliche Garantien für die polnische Grenze .

  • 5
    2
    Malleo
    09.05.2020

    ralf66.
    So ist es wohl, doch die differenzierte Sicht spielt bei vielen im Forum keine Rolle.
    Der rote Faden hat in Versaille seinen Anfang, die Weimarer Republik, der Schwarze Freitag und natürlich das Versagen der demokratischen Parteien Anfang der 30 er Jahre.

  • 4
    4
    ralf66
    09.05.2020

    @Freigeist14, genau das ist es, bei Ihnen fängt der Krieg am 1. September 1939 an, was vorher war, welche diplomatischen Dinge bis zum 1. September 1939 zwischen Deutschland, Polen, England, Frankreich abliefen, welche Gespräche dort geführt wurden, welche Reaktionen auf gewisse Vorschläge kamen, dass alles wird vollkommen ausgeblendet, gar nicht erst erwähnt. Klar, genau das kann man auch nicht in paar Zeilen niederschreiben, was von 1918-1939 in dem Zusammenhang geschah.
    Nur einmal kurz zum Ersten, schon nach Abschluss des Versailler-Vertrages haben kluge Köpfe in vielen Nationen gesagt, dieser Vertrag mit seinem Inhalt, mit seinen Forderungen ist der Anstoß, wird Grund sein für einen neuen Krieg.

  • 5
    3
    Freigeist14
    09.05.2020

    ralf66@ vielleicht können Sie für Erhellung sorgen . Mareschs@ Schilderungen entsprechen historischen Fakten . Danzig war für Hitler nur der Anlass . Und der "Fall Weiß" , der Überfall auf Polen , war ab Mai 1939 beschlossene Sache . Unabhängig vom Hitler /Stalin - Pakt , der erst zustande kam ,nachdem sich Warschau einer Annäherung an Moskau strikt verweigerte und die Verhandlungen mit London scheiterten .

  • 3
    5
    ralf66
    09.05.2020

    @Maresch, haben Sie auch verwertbares Wissen auf Lager, was Sie weitergeben könnten, dass besagt, ob es Möglichkeiten gegeben hätte, dass es erst gar nicht zum Polenfeldzug gekommen wäre?

  • 5
    5
    Maresch
    09.05.2020

    Die Wehrmacht führte den Krieg in Polen vom ersten Tag an mit grausamer Härte. Bereits auf dem Vormarsch ermordeten deutsche Truppen, aber auch spezielle Mordkommandos der Polizei und der SS eine große Zahl polnischer Zivilisten und Kriegsgefangener. Die Einsatzgruppen und der "Volksdeutsche Selbstschutz" setzten die von den Nationalsozialisten angestrebte "Vernichtung der polnischen Intelligenz" in die Tat um. Sie ermordeten nach vorbereiteten Listen Tausende Intellektuelle, Politiker, Geistliche, Lehrer, Ärzte - aber auch Arbeiter und Gewerkschafter. Allein bis Ende 1939 wurden rund 60.000 Angehörige der polnischen Führungsschicht ermordet.

  • 5
    5
    ralf66
    09.05.2020

    Solange es zu dem Thema 3. Reich und 2. Weltkrieg eben keine einheitliche historische Meinung gibt, ist die Diskussion zum Thema in vielen Punkten völlig eingleisig.
    Was nützt es, wenn wir nur Endergebnisse besprechen, diskutieren und immer wieder aufzählen, wenn der Anfang von allen Dingen nicht vollständig zur Sprache kommt.
    Irgendwann geht es eh nicht mehr, dass man die damalige Zeit nur Political Correctness darstellt und alles andere was zum Thema untersucht wurde, aber dort nicht hineinpasst als revanchistisch oder neonazistisch abtut.
    Nichts gegen den Artikel hier der ziemlich volkstümlich geschrieben ist und durchaus teilweise zu verstehen hilft was damals geschah, obwohl er halt nur das Ergebnis beleuchtet aber nicht wie es dazu kam. Auch die Geschichte nach heutigen Gesichtspunkten zu sehen wird in die Hose gehen, Zitate wie die von Helmut Ortner bringen uns da nicht weiter, die sind völlig einseitig, wer so etwas mag soll's glauben ich nicht.
    Der Zeitzeuge der zum Thema zu Wort kommen kann stirbt aus, dass kann man durchaus bemängeln, die Geschichte nach Zeitzeugenaussagen zu schreiben wird aber in die Hose gehen, denn der Zeitzeuge ist nicht vollständig objektiv. Zeitzeugen werden immer nach ihrer politischen Grundgesinnung, nach ihrer Einstellung zum Ganzen was Sie erlebt haben heraus argumentieren und dabei ist völlig egal wem sie näher standen, der einen oder anderen Seite.
    Die Geschichte 3. Reich 2. Weltkrieg liegt in Dokumenten weltweit in den Archiven, vieles davon ist der Öffentlichkeit noch nicht einmal zugänglich gemacht worden, weil es der Sperrfrist unterliegt, vieles davon was der Öffentlichkeit zugänglich ist, aber nicht den Geschmack Political Correctness trifft, wird als Nazikram abgetan.

  • 4
    1
    Nixnuzz
    09.05.2020

    @Maresch: Welche alternative Informationsbasis/möglichkeiten gab es zu der Zeit, ohne in die Fänge von SS oder anderen Staatsorganen zu fallen? Welche Erfolge wurden dem Volk vorgeführt? Wie konnten Zweifel widerlegt oder korrigiert werden? Anderer Punkt: Die sowjetische Armee rückte nach Danzig ein und verteilte Haus und Hof an die auch von Osten her vertriebenen Polen. Geschah auch meiner Mutter. Aber: Die dann neuen Hausbewohner riefen meine Mutter zurück und forderten sie auf, als typische Deutsche bitte ihre Papiere mitzunehmen. Bis zu ihrer nichtarchivierten Kriegstrauung liegen alle Papiere von Geburt an heute noch bei mir vor!

  • 4
    3
    Malleo
    08.05.2020

    Maresch
    Vorgänge wie Weimarer Republik und die große Rezession haben Sie natürlich in der Bewertung mit berücksichtigt?
    Wie funktioniert wohl der Umgang unserer amerikanischen Freunde noch heute mit der First Nation in der ältesten Demokratie- den USA?

  • 6
    7
    Maresch
    08.05.2020

    Die Mechanik nationalsozialistischer Macht, die Struktur der Barbarei, sie basierte auf einem kollektiven Einverständnis: ein Volk, ein Reich, ein Führer.

    Es war ein Geist, der biedere Bürger dazu verführte, verwerfliche, erniedrigende, menschenunwürdige Gesetze und Anweisungen blind zu akzeptieren: die Rassengesetze, die Hetzreden, die Ausschaltung jeglicher Opposition, die Judenpogrome, die „Reichskristallnacht“, der „gelbe Stern“ für jüdische Mitbürger, das Verbot „entarteter Kunst“, die Bücherverbrennungen, die Deportation jüdischer Nachbarn, die roten Plakate mit den Todesurteilen des „Volksgerichtshofs“, Goebbels‘ Ruf: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ – Die meisten Deutschen machten mit. Oder schauten weg. (Helmut Ortner, 08.05.2020)

  • 9
    5
    Lesemuffel
    08.05.2020

    Es ist bemerkenswert, das nach den vielen Zustimmungen zum Artikel des Chefredakteurs auch einige Leser dies zum Anlaß genommen haben, ergänzende, eigene Gedanken zu äußern. Das zeichnet einen guten Journalismus und eine reife Leserschaft aus.

  • 10
    8
    Dickkopf100
    08.05.2020

    Herr Kleditzsch, ein richtig guter Beitrag von Ihnen zu "Erinnerungen" und gleichzeitig treffender Analyse zu unserer Zeit. Dem kann ich nichts hinzufügen außer vielleicht ein "fettes" Danke. Mehr sage ich nicht, auch weil ich heute keine Lust habe auf lange Diskussionen mit anderen Usern.

  • 14
    4
    Malleo
    08.05.2020

    Saxxon
    Gern wird aus der Rede v.Weizsäcker nur das zitiert,was in die Zeit passt.
    So war auch für ihn der Tag kein Tag der Befreiung.
    Wenn man seine Vita liest...
    er war auch kein Stauffenberg.
    Ich war in den 70 ern an der TH in Warschau.
    Mein Betreuer stellte mich seiner Familie- oder jenen,die davon nicht von "den Deutschen" ermordet wurden nicht vor- aus genau diesen Gründen.
    Als geschichtsbewußter Mittzwanziger hatte ich keinen Groll und vielmehr Verständnis.
    Genau der gleiche Mann überlies mir beim Essen in der Mensa im damals fleischlosen Polen einen Teil seiner kleinen Fleischportion.
    Das sind Gesten,die man nicht vergißt und dazu braucht es keiner Worte.

  • 13
    8
    Malleo
    08.05.2020

    distel..
    Ein sehr kluger Kopf hat einmal gesagt...
    Mit leerem Kopf nickt es sich leichter!

  • 7
    5
    saxon1965
    08.05.2020

    @ChWtr: So sollte der "Tag der Befreiung" genutzt werden, um allen Opfern des 2. WK zu gedenken.
    @Distelblüte: Da ich auch so wortreich schrieb, sagen sie mir doch bitte, wo ich dem Artikel von Herrn Kleditzsch nicht zu gestimmt habe? Auch bei @Malleo und @Lesemuffel finde ich da nicht wirklich was.

    Aber wenn wir uns gerade auf diesem dümmlichen Eis bewegen. Finden sie es nicht erwähnenswert, was der deutschen Zivilbevölkerung in diesem furchtbaren Krieg widerfahren ist? Wird Wahrheit wertvoller, wenn man etwas weg lässt?
    Wie viele Zeitzeugen kennen sie und haben auch sie Berichte aus erster Hand erfahren?

  • 9
    5
    Malleo
    08.05.2020

    Chwtr..
    So ist das mit dem ersten und letzten Satz.
    Um beim Ersten zu bleiben.
    In der Geschichte unserer unmittelbaren Nachbarn gab es auch manchen Vorgang, der dem Fallenlassen von Exkrementen gleichwertig ist.
    Es hat weder sie selbst noch andere interessiert!
    Und das ist bis heute so!

  • 8
    19
    gelöschter Nutzer
    08.05.2020

    Es ist bemerkenswert, wie wortreich die Kommentare derjenigen sind, die Herrn Kleditzschs Text nicht ohne weiteres zustimmen können.

  • 12
    10
    Lesemuffel
    08.05.2020

    Befreiung von der Nazidiktatur durch die totale Niederlage des Deutschen Reiches. Wenn man die Berichte über die Endphase des Krieges sieht, die apokalyptischen Bilder, allein die beiderseitigen Kriegsverbrechen in den letzten Monaten und Wochen des Krieges, die fürchterlichen Ereignisse nachdem die Waffen schwiegen, der Hass gegen das Tätervolk, muss man sich wundern, wie "Deutschland wieder auferstanden ist aus Ruinen". Dafür gilt den Eltern und Großeltern großer Dank. Dass nun dieses Deutschland zu einem der größten Waffenexporteure entwickelt wurde, konnte sich am 8.Mai 1945 sicher niemand vorstellen. Die Deutschen haben den WKII entfessellt. Heute sollen sie mehr "Verantwortung" übernehmen. Was ist das konkret? Wofür? Warum? Vorher sollte die Besetzung beendet, die Kernwaffen abgezogen werden und Deutschland die volle Souveränität erhalten, sozusagen dafür, dass man den Deutschen in der Tat 75 Jahre nach Kriegsende voll vertraut.
    Wenn man es als Befreiung und nicht als Niederlage sieht, ist die gegenwärtige Brüskierung der Russen/Sowjets durch unsere Regierung durch nichts zu entschuldigen. Sie haben vom 22.6.41 über Stalingrad bis zur Schlacht um Berlin die Hauptlast gegen die Faschisten getragen. Ihr Land befreit und die Naziclique zur bedingungslosen Kapitulation gezwungen.

  • 11
    9
    ChWtr
    08.05.2020

    Ich habe (fast) darauf gewartet und es tatsächlich geliefert bekommen - von einem User.

    Erst einmal gibt es zum Beitrag von Torsten Kleditzsch nichts, aber auch gar nichts zu deuteln, zu mäkeln sowieso nicht, Mittagessen gibt es später - zu kritisieren selbstverständlich auch nicht. Punkt.

    Mit dem Eingangs- und dem Schlusssatz wurde es von Autor zutreffend beschrieben.

    Das muss man auch mal so stehen lassen können, ohne das Thema zu zerreden.

    Torsten Kleditzsch: Bravo, sehr gut!

  • 14
    2
    saxon1965
    08.05.2020

    Das mit der Erinnerungskultur (und den Roten Daumen hier) ist so eine Sache.
    Die Rede von Richard von Weizsäcker, am 8. Mai 1985, ist wirklich als Meilenstein in dieser Hinsicht anzusehen und sehr ehrlich, realistisch und einfühlsam.
    Warum es mitunter geht und dies muss man als Tatsache akzeptieren, dass im Zusammenhang mit dieser Epoche gerne mal das Leid und die Schicksale der Deutschen unterschlagen werden.
    Bitte nicht gleich wieder Aufregen und Schnappatmung bekommen!
    Man sollte nicht den Fehler machen und das eine Schicksal mit dem Anderen aufrechnen wollen, ganz nach dem Motto "Wer den ersten Stein wirft, darf gesteinigt werden!" Ich rede von Schicksalen und dazu gehören auch die deutschen Schicksale. Ich rede von Menschen die vertrieben wurden, ausgebombt, gequält und ermordet wurden, ohne dass sie direkt an den Kampfhandlungen beteiligt waren.
    Damit, dass man nur all zu gern diese deutschen Schicksale vergessen machen will oder auch nur weg lässt, macht man nicht ein Verbrechen wieder gut.
    Richard von Weizsäcker tat dies nicht. Es ist nur Öl ins Feuer der "ewig Gestrigen".

  • 25
    5
    Malleo
    08.05.2020

    Ausgewogene Betrachtung der ich gern einige persönliche Sichtweisen hinzufügen möchte.

    Bei jeder Beurteilung historischer Ereignisse muss dem Verfasser bewusst sein, es tunlichst zu unterlassen, die Vergangenheit nach heutigen Maßstäben zu beurteilen.
    Betrachtungen zu jener Zeit, die 12 Jahre deutscher Geschichte ausmachen, füllen inzwischen Bibliotheken mit Büchern, die einmal mehr oder weniger erstere Mahnung berücksichtigen.
    Das Kriegsende als Befreiung zu bezeichnen, ist eine richtige und wichtige Einschätzung.
    Häufig, oft zu häufig, wurde in den Nachbetrachtungen des WK II dabei ein ganzes Volk als Täter und schuldig für die Gräueltaten ausgewiesen.
    Der BP a.D. v. Weizsäcker verwehrte sich in diesem Zusammenhang vehement dagegen; Schuld ist wie Unschuld, niemals kollektiv sondern persönlich.
    Kann man aber Opfer und Täter zugleich sein?
    Nicht nur deshalb wurden viele Fragen von Nachkriegskindern an Väter gerichtet, die nur eines wissen wollten: “Fühlst du dich schuldig?“
    Ich erhielt die Antwort. „Nein, hatte ich eine Wahl?“
    Die deutsche Nachkriegswelt war über Demarkationslinien hinweg geprägt von Schweigen, der Unfähigkeit zu reden oder Verdrängung im Bewusstsein der Täterschaft der Deutschen.
    Dabei gab es aber gleichzeitig die unzähligen Erfahrungen, die ebenso wenig gehört werden wollten, was das Leid deutscher Opfer im Zuge des Bombenkrieges oder die Erlebnisse der Entwurzelten im Zuge der Vertreibung und Umsiedlung von 16 Mio. Deutschen aus den „verlorenen Ostgebieten“ anbelangte.
    Der Versuch einer Relativierung liegt hier nah. Er ist es aber nicht!
    Denn wenn man das Schweigen von Kriegskindern brechen konnte oder in mühsam recherchierten Familienchroniken liest, ist die Anerkennung auch „Opfer“ gewesen zu sein, durchaus zulässig.
    Mit Beginn des großen Exodus, der mit der Offensive der Roten Armee am 12.01.45 einhergeht, spricht man im russischen Tagesbefehl: „dass keine Gnade geübt wird und das Land der Faschisten zur Wüste werden soll“.
    Namen wie „Nemmersdorf“ sind nur ein Synonym für sowjetische Übergriffe und lieferten eine Vorstellung, was die deutsche Bevölkerung noch zu erwarten hatte?
    Werden deshalb aber die unzähligen Verbrechen der Wehrmacht und anderer Verbände in den vormals besetzten Ostgebieten ungeschehen oder relativiert?
    Selbst nach Kriegsende bis ca. 1950 setzte sich der Prozess der ethnischen Neuordnung in den ehemaligen Ostgebieten fort, den ein polnischer Armeebefehl vom 26.06.1945 bildhaft umschreibt mit…“dem Hinauswurf des germanischen Ungeziefers aus polnischen Gebieten.“
    Verbliebene Deutsche mussten zudem Binden mit dem „N“ tragen, Vergleiche mit dem gelben „Judenstern“ lagen aber zu nahe als dass es die polnische Regierung ob der Außenwirkung später untersagte.
    Mit Kenntnis aller(!) Vorgänge in diesem grauenvollen Krieg ist es deshalb wahrlich schwer von DEN Opfern oder DEN Tätern zu sprechen.
    Sind es nicht vielmehr allesamt Verlierer, Verlierer an Menschlichkeit?

  • 15
    9
    gelöschter Nutzer
    08.05.2020

    Das unterschreibe ich. Jeden Satz.

  • 19
    5
    Maresch
    08.05.2020

    Guter Artikel!

  • 5
    7
    Pixelghost
    08.05.2020

    Das ist wie mit der StVO. Es gibt sie, aber lesen...und verstehen...

  • 26
    7
    saxon1965
    08.05.2020

    Ich stimme zu, dass wir Deutschen eine besondere Verantwortung gegenüber der Welt oder mindestens gegenüber den damaligen Feinden haben.
    Warum werden wir dieser Verantwortung nicht dadurch gerecht, dass Deutschland keine Kriegswaffen und -gerät exportiert? Auch die Chance, im Zuge der Wiedervereinigung ein neutraler Staat, so wie die Schweiz zu werden, wurde vertan. Selbst Atomare Waffen stehen auf deutschem Boden!
    Wir stehen treu an der Seite einer s. g. Weltmacht, die immer noch wie im Mittelalter Länder überfällt, Staaten destabilisiert usw. Das alles aus wirtschaftlichen Gründen oder weil man meint den Menschen eine bessere Gesellschaftsordnung aufzwingen zu müssen.
    Die Worte "friedliche Koexistenz", "Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten", ja selbst die UNO-Vereinbarungen sind "aus der Mode gekommen".
    Wir Deutschen haben allen Grund selbstkritisch zu sein, dürfen uns aber deshalb nicht zum Erfüllungsgehilfen anderer Kriegstreiber machen!
    Vom Ramstein aus mordet die USA und wir fliegen Aufklärung und liefern die Daten. Pfui

  • 22
    7
    Lexisdark
    08.05.2020

    Für manche Zweifler der Schuld der Deutschen und Geschichtsvergessener empfehle ich die Rede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985. Nix mit Erinnerungskultur um 180 Grad drehen. Ganz im Gegenteil.