Briefe mit weißem Pulver an zwei Journalisten

Journalisten, die in der rechtsextremen Szene recherchieren, werden häufig bedroht. Zwei Reporter haben jetzt Briefe mit weißem Pulver erhalten. Dieses stellte sich zwar als harmlos heraus, doch die Polizei nimmt die Aktion sehr ernst.

Dortmund (dpa) - Zwei Journalisten, die über die rechtsextreme Szene in Dortmund berichten, haben Briefe mit weißem Pulver erhalten. Dabei handele es sich um eine ungefährliche Substanz, vermutlich Backpulver, teilte die Polizei Dortmund am Donnerstag mit.

Wegen des vermuteten politischen Hintergrunds hat die Soko «Rechts» die Ermittlungen übernommen. Einer der Briefe wurde von den unbekannten Tätern an die Privatanschrift eines Journalisten adressiert, ein zweiter an das WDR-Landesstudio in Dortmund.

Beide Journalisten berichten seit längerem über die rechtsextremistische Szene in Dortmund. Auch seien beide schon in der Vergangenheit bedroht worden, berichtete die Polizei.

Die stellvertretende Dortmunder Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf sagte: «Freier Journalismus ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie. Berichterstattung durch Bedrohung von Journalisten zu beeinflussen oder gar zu verhindern, kommt einem Angriff auf die Werte der Demokratie gleich. Das nehmen wir nicht hin.» Man werde alles daran setzen, die Hintergründe der Tat aufzuklären und die Freiheit des Journalismus zu gewährleisten. «Demokratiefeinden treten wir geschlossen entgegen.»

Der NRW-Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Stach, bezeichnete diese Haltung als vorbildlich. Allerdings sehe der DJV über den konkreten Einzelfall hinaus durchaus Handlungsbedarf. Das betreffe insbesondere den Austausch von Informationen zwischen Behörden, aber auch die Bereitschaft, selbst geringfügige Angriffe auf Journalisten konsequent zu verfolgen. «Hier ist Luft nach oben», sagte Stach. Eine WDR-Sprecherin sagte, der Sender sei in enger Abstimmung mit der Polizei. «Hierbei werden auch Schutzmaßnahmen erörtert.»

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