CDU-Politiker fordern Rauswurf der Werteunion

«Wir brauchen keine AfD-Hilfstruppe in unseren Reihen» - der Arbeitnehmerflügel in der CDU reagiert nach dem Thüringen-Debakel scharf auf die konservative Parteigruppierung. Sie will den auch mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählten Freidemokraten Kemmerich im Amt halten.

Berlin (dpa) - Mehrere CDU-Politiker fordern als Konsequenz aus dem Zuspruch der Werteunion zur Wahl des Thüringer FDP-Ministerpräsidenten, den Zusammenschluss aus der Partei zu drängen.

Der Freidemokrat Thomas Kemmerich war mit den Stimmen von CDU und AfD gewählt worden, was bundesweit Empörung ausgelöst hatte.

Der Vizechef der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, brachte einen Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gegenüber Mitgliedern der konservativen Splittergruppe ins Spiel. «Wer die Werte der CDU nicht teilt, hat in der CDU nichts zu suchen. Wir brauchen keine AfD-Hilfstruppe in unseren Reihen», sagte Bäumler dem «Handelsblatt» (Samstag).

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz unterstützte das. Die Werteunion habe seit Wochen darauf hingearbeitet, Thüringens linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow «mit Hilfe der faschistischen AfD abzuwählen und feiert das Ergebnis». Es sei «höchste Zeit, dass der CDU-Bundesvorstand seine Forderung nach Auflösung der Werteunion durchsetzt». Der CDA-Vorschlag sei dafür ein möglicher Weg.

Der Werteunion-Vorsitzende Alexander Mitsch sagte dazu: «Ein linker Ministerpräsident ist Herrn Bäumler also lieber als einer von der FDP. Es ist eine Schande, dass solche Positionen in der Partei Adenauers und Kohls heute unverhohlen vertreten werden.»


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27Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    Maresch
    11.02.2020

    @Lesemuffel. Ist die biblische Offenbarung ein "konservativer Wert"?

  • 1
    3
    Distelblüte
    11.02.2020

    @Lesemuffel: "Freigeist meine Antwort an Sie wurde nicht weitergeleitet ich lasse es nun."
    Um Himmels willen, was waren denn das für Werte, mit denen Sie punkten wollten?

  • 2
    1
    Lesemuffel
    11.02.2020

    Freigeist meine Antwort an Sie wurde nicht weitergeleitet ich lasse es nun.

  • 2
    4
    Freigeist14
    11.02.2020

    Lesemuffel@ nicht nur schwadronieren - auch einmal diese "Werte" klar mitteilen. Wir sind ganz Ohr .

  • 6
    4
    Lesemuffel
    11.02.2020

    Dass es solche Werte für Sie, maresch nicht gibt, beweisen Sie doch mit jedem Ihrer Threads. Tolerieren Sie bitte, dass viele Menschen im Land solche Werte mögen, pflegen und lieben. Die wollen nur, dass nicht alles dem flüchtigen Zeitgeist geopfert wird.

  • 2
    8
    Maresch
    11.02.2020

    @Lesemuffel. So etwas wie "konservative Werte" gibt es überhaupt nicht!

    Dieser wirtschaftsliberale Verein religiöser Eiferer ist doch nur am eigenen Machterhalt interessiert.

  • 8
    3
    Lesemuffel
    11.02.2020

    Dass manche schon vergessen haben, was konservative Werte in einer jeden Gesellschaft sind und bedeuten, ist bei den jetzt aufgewirbelten Chaospolitikern der "" "demokratischen" Parteien nicht verwunderlich.

  • 2
    8
    Maresch
    10.02.2020

    Werteunion. "Werte" :-) :-) :-)

  • 11
    2
    Lesemuffel
    10.02.2020

    4000 Leute aus der Partei rauswerfen ist ein weiteres Zeichen für die Deformation der Demokratie durch eine kompromisslose Führungsriege. Da hat die CDU dann eben 4000"Sarrazins".

  • 8
    1
    Haju
    09.02.2020

    Jedenfalls hat man den Vorschlag des Arbeitnehmerflügels der CDU registriert: alle Werteunions-Leute des Thüringer Landtages rauswerfen.
    Mein Vorschlag ist ein anderer:
    Wenn "Die Linke" schon so scharf auf CDU-Stimmen ist, kann sie der CDU doch gleich Ministerposten anbieten. Wären da 40% der Posten O.K. so? Dann wären die Werteunion-Abgeordneten wohl auch gleich mit raus aus der CDU - und zwar freiwillig. - Genial, oder?

  • 15
    5
    mops0106
    09.02.2020

    Sagte ich ja, wir sind straff auf dem Weg zur Einheitspartei 2.0. Und die Blockflöten würden dann eine Parteien-/Meinungsvielfalt vorspielen, die es dann nicht mehr gibt.
    Wenn die AfD taktiert, ist das für die "demokratischen" Parteien zu verurteilen. Wenn diese aber taktieren, ist das erlaubt und wird immer mit "Das ist Demokratie." und "Das gibt das Wahlrecht her." abgebügelt.
    Die Demokratie und Meinungsfreiheit geht in unserem Land immer mehr flöten.

  • 11
    5
    franzudo2013
    09.02.2020

    Haju, ihre Analyse verstehe ich, allein die Zahlen halte ich für zu optimistisch.
    CDU+FDP ca. 25% und Grüne+SPD+Linke 35%, Summe 60% bis 65%. Es bleiben 35 bis 40% für andere.
    Es geht dann auch im Bund nur noch die "Nationale Front" mit ihren Blockparteien.

  • 11
    6
    Haju
    09.02.2020

    Mit dem Rauswurf der Werteunion wäre der Umbau der CDU zur Blockpartei abgeschlossen. Genau das wird in Hinblick auf die Bundestagswahlen angestrebt, wenn CDU+FDP ca. 35% und Grüne+SPD+Linke 45% einfahren werden. Thüringen war da nur die Generalprobe und entsprechend vorbereitet hysterisch und panisch waren die Reaktionen. Das Wahlergebnis 2021 steht also schon fest - so wie früher.

  • 13
    4
    ralf66
    09.02.2020

    @Distelblüte, zu was hat die CDU sich denn weiterentwickelt zu nichts, die sind von ihren politischen Grundsätzen abgerückt, der Wähler hat es dieser Partei merken lassen. Sie scheinen gar nicht mitzubekommen, dass in diesem Land immer mehr schief läuft, für eine links-rot-grüne Politik gibt es Parteien in Deutschland, da hätte die CDU nicht mitmischen brauchen. Flüchtlingsaufnahme ist die eine Seite, dass ging ziemlich schnell, Integration ist die andere Seite und da schleift's gewaltig, weil sich dieses Problem nicht nur mit leeren Worthülsen ala Kanzlerin und nach dem Gutdünken der links-rot-grünen Denker lösen lässt.

  • 2
    7
    Distelblüte
    08.02.2020

    @OlafF: Ihre Defininierung, wer fortschrittliche Kraft ist, ist bemerkenswert. Auch, weil im Umkehrschluss gewisse Gruppen definitiv nicht dazu gehören, sondern eher Bremser sind. So weit, so einig.
    In diesem Kommentarbereich äußere ich wie alle anderen nur meine Menung. Tatsächlich denke ich, dass es mittlerweile zwischen CDU und werteUnion immer weniger Vereinbarkeit gibt.
    Letztlich ist hier ein Kampf um Macht und Einfluss zu beobachten. Je lauter die werteUnion, desto größer ihre Befürchtung, noch unbedeutender als bisher zu werden. Man wird sehen, wohin sich das entwickelt.
    Was bisher nicht genug Beachtung fand ist, wer aus dem Hintergrund heraus die Fäden zieht und die Ideologie bestimmt. Bei der afd ist es der neurechte Intellektuelle Götz K. mit mit seinem IfS, bei der Thüringer CDU und mutmaßlich der werteUnion führt die Spur zur selben Zeitschrift "Fragmente", die auch schon eine Rolle beim Rücktritt des sächsischen Landesbischofs spielte.
    Quelle: https://mobile.twitter.com/J_MkHk/status/1226146925449302016

  • 11
    5
    OlafF
    08.02.2020

    Riesig droht die Lücke zu werden in der Mitte der Gesellschaft, dort ,wo sich eigentlich die verbindenden, ausgleichenden Kräfte sammeln sollten. Die Bürgerlichen, mal etwas konservativer, mal etwas liberaler. Aber immer eine Kraft, auf die Verlass ist, von der keine Revolution zu erwarten ist. Eine Kraft, die in der Lage ist, Verantwortung zu tragen - statt nur davon zu reden. (verantwortungsvolle Worte, stand jüngst in dieser bürgerlichen Zeitung, nicht im Freitag und auch nicht in der taz)

    @Diesteblüte: Muss es nach Ihrem Willen neben der Linken, der SPD und Bündnis 90 Grüne noch eine 4. "Fortschrittliche Kraft" geben ? Wo gibt es ein Gleichgewicht? Wer macht Bestandsaufnahme, wer prüft was funktioniert und wer führt aus was funktioniert? Sie glauben alle, welche dem Ruf nach geglaubten Fortschritt nicht folgen sind ewig Gestrige oder Nazis ? Ewig Gestrige sind auch diejenigen, welche gescheiterten Fehlversuchen ewig hinterhertrauern und Nazis ähnliche sind auch Fanatiker, welche ausgrenzen, stigmatisieren und jegliche Debatten unterdrücken.

  • 5
    22
    Distelblüte
    08.02.2020

    @Mops: Das bedeutet, dass sich große Teile der heutigen CDU weiterentwickelt haben, nur halt die werteUnion nicht und gleich gar nicht der äußere rechte Rand. Wer die Vergangenheit zurück haben will, scheint bei beiden Gruppierungen gut aufgehoben zu sein. Zumindest kann sich dann niemand mehr den Anschein geben, er wäre Teil der oft beschworenen Mitte. Keine Selbsttäuschung mehr. Die von Ihnen zitierte Merkelrede bezeugt lediglich die bis vor einigen Jahren gepflegte staatliche Ignoranz, dass zur Einwanderung, die es immer gab, auch Integration gehört, und zwar nicht als Einbahnstraße oder Bringschuld, wie es mancher nennt, sondern auch das Ermöglichen derselben durch Behörden und Institutionen.
    @Sterntaler: die werteUnion ist zwar laut, aber längst nicht so einflussreich wie das manche glauben wollen.
    @Hans Jürgen: Herr Ramelow ist kein Kommunist. Punkt.
    Echtmal, das Rumopfern ist dieser Tage wieder besonders schlimm.

  • 15
    7
    Sterntaler
    08.02.2020

    @Distel, dann wird die "Alternative Werteunion" bei der BTW so stark abschneiden dass sie regiert und die Rest-CDU an die Wand drängt. Ob das nun gerade nach Ihrem Geschmack ist? Aber dann können Sie sich 5 Regierungsjahre lang mit Ihrer Ideologie hier auslassen und damit gegen Wände rennen. Wird lustig für uns Foristen Ihnen zuzusehen.

  • 14
    4
    Tokru
    08.02.2020

    Die Ächtung der Werteunion liegt doch schön längst in der Schublade.

  • 15
    6
    mops0106
    08.02.2020

    Aus der Rede von Angela Merkel am 13.09.2002 Video bei YouTube und Artikel "Cicero" vom 06.12.2016:
    "Auch wenn Sie mit noch so treuen Augen, Herr Clement, hier über die Zuwanderung sprechen: Sie wissen doch, wie es ist. Die Menschen im Lande wissen, dass Ihre Gesetze eben keine Begrenzung der Zuwanderung bieten. Und die Menschen im Lande wissen, dass der Herr Schily (…) gesagt hat: Das Maß des Zumutbaren ist überschritten. Und sie wissen, dass spätestens nach Pisa doch in Deutschland völlig klar ist: Bevor wir über neue Zuwanderung reden, müssen wir erst einmal die Integration der bei uns lebenden ausländischen Kinder verbessern. (...) Sie haben keine einzige Mark vorgesehen, um das Problem zu beseitigen, dass hier in Berlin-Kreuzberg 40 Prozent der ausländischen Kinder und Jugendlichen weder einen Schulabschluss haben noch einen Berufsabschluss, und trotzdem reden Sie über mehr Zuwanderung!“

  • 13
    5
    franzudo2013
    08.02.2020

    Bis heute war man als Volkspartei stolz darauf, ein möglichst großes Meinungsspektrum abzudecken. Steht in direktem Bezug zu Wahlerfolgen.
    Man sehe und lerne, weder Wahlerfolge noch breite Meinungsspektren sind heute das Maß der Dinge.
    Man hole die Geschichtsbücher heraus und lese, wie das so war mit Robespierre, Röhm, Trotzki, Janka, Biermann.

  • 6
    10
    Haju
    08.02.2020

    Früher hieß es, wer nicht wählen geht, hilft den radikalen Parteien. Das gilt natürlich nicht für eine Stimmenthaltung, was dem Kommunisten Ramelow vorhersagbar zum Sieg verholfen hätte.
    Ja, mit Parteiausschlüssen, ob die Basis das nun will oder nicht, würde sich die CDU zu einer Partei Neuen Typus entwickeln und Ramelow wäre ganz gewiß gewählt worden.

  • 18
    7
    mops0106
    08.02.2020

    @Distel:
    Werteunion und der große Teil der AfD vertreten nur die Positionen, die noch bis Mitte der 2000er Jahre von der CDU offiziell vertreten wurden.

  • 6
    21
    Distelblüte
    08.02.2020

    Es wäre höchste Zeit für diesen Schritt. Dann fände zusammen, was zusammen gehört - afd und werteUnion.

  • 11
    6
    Malleo
    08.02.2020

    So generiert man die Mitte!

  • 11
    7
    Lesemuffel
    08.02.2020

    Jegliche abweichende Meinung wird in diesem mittlerweile merkwürdigen Land plattgemacht. Stets mit dem Mund von Demokratie faseln, welche immer die Ausgegrenzten verletzen würden, aber selbst diese soweit noch vorhanden nach Gutsherrenmanier mit dem Hintern einreisen.

  • 15
    8
    mops0106
    08.02.2020

    Wir sind straff auf dem Weg zur Einheitspartei.