E-Autos: Bund verlängert Förderung für Heim-Lade-Stationen

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Der Ansturm auf die Wallbox-Förderung übertrifft alle Erwartungen.

Berlin.

Die Bundesregierung hat die attraktive Förderung privater Ladestationen für E-Autos erneut verlängert und aufgestockt. Nun stehen insgesamt 800 Millionen Euro für Eigenheim- und Wohnungsbesitzer sowie Mieter bereit, die zuhause in der Garage oder einem anderen passenden Platz eine private Wallbox installieren wollen. Der bisherige Topf von 500 Millionen Euro war wegen des unerwartet großen Ansturms ausgeschöpft.

Von Donnerstag an können sich Interessierte wieder die Förderung von 900 Euro pro Ladepunkt über einen Online-Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau sichern, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Berlin. Nach Angaben des Ministeriums gibt es bereits 620.000 Anträge für Ladestationen daheim, mit denen E-Autos bequemer und günstiger mit Strom versorgt werden können als an knappen und oft teuren öffentlichen Anlagen.

Der Zuschuss ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. So darf unter anderem das Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Scheuer dankte ausdrücklich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für die Bereitschaft, weitere 300 Millionen Euro Förderung bereitzustellen, um die E-Mobilität voranzubringen. Laden müsse überall und jederzeit möglich werden, die flächendeckende und nutzerfreundliche Infrastruktur dafür sei Voraussetzung, dass mehr Menschen auf klimafreundliche E-Autos umsteigen.

Täglich werden nach Regierungsangaben im Schnitt 2500 Anträge eingereicht, die Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger stellen können. Den Zuschuss gibt es für neue Ladestationen im nicht öffentlich zugänglichen Bereich von selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden. Gefördert werden auch der elektrische Anschluss sowie dafür nötige Nebenarbeiten, zum Beispiel die Verlegung ausreichend dimensionierter Leitungen zur Garage.

Die Ladestation muss zudem eine Normalladeleistung von 11 kW haben und der Strom sollte zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Zudem muss die Wallbox intelligent und steuerbar sein, damit der Netzbetreiber in Zeiten der Spitzennutzung den Verbrauch regulieren und verteilen kann. Wer die Bedingungen erfüllt und nachweisen kann, erhält den Investitionszuschuss nach Abschluss des Vorhabens überwiesen.

Wichtig auch: Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, werde keine Förderung gewährt, betont das Ministerium. Der Zuschuss kann recht einfach und schnell bei der KfW über das Zuschussportal beantragt werden. Informationen ab Donnerstag auf der Webseite der Kfw.

Die Nachfrage nach E-Autos wächst weiter rasant. In diesem Jahr rechnet die Branche mit bis zu 600.000 Neuzulassungen, das wäre eine Verdreifachung. Für die Anschaffung der Fahrzeuge gibt es sogar bis zu 9000 Euro Zuschuss. Größter Engpass sind bisher vielerorts fehlende Ladestationen. Im EU-Binnenmarkt gibt es bisher erst rund 200.000 öffentliche Stromtankstellen, die Bundesregierung will bis Ende 2021 mit ihrem aktuellen Masterplan gerade mal 50.000 öffentliche Stromtankstellen erreichen.

Umfragen zeigen indes schon lange, dass E-Autos mit ihrer begrenzten Reichweite vor allem daheim und am Arbeitsplatz geladen werden, weil das am bequemsten ist und für die meist kurzen Wege ausreicht. Die Bundesregierung hat diese Tatsache lange vernachlässigt und setzte den Schwerpunkt allein auf den Ausbau der öffentlichen Netze und von Schnelladestationen. Erst spät, dann aber überraschend schnell brachte Scheuer vorigen Herbst das erste Förderprogramm für Eigenheim- und Wohnungsbesitzer sowie Mieter auf den Weg.

Für die Förderung muss man noch kein E-Auto besitzen. Manche Eigenheimbesitzer installieren die Wallbox daher auf Vorrat. Denn wer keine aufwändige Installation braucht, weil geeignete Stromleitungen schon in der Garage liegen, braucht kaum eigenes Geld investieren. Anders in Wohnanlagen, wo zwischen Stellplätzen in Tiefgaragen oft neue Leitungen gezogen und weitere Hürden überwunden werden müssen. Hier können pro Ladepunkt rasch einige tausend Euro zusammenkommen. Zudem muss die Installation mit den Miteigentümern abgestimmt werden, die allerdings den Bau nicht mehr generell verwehren können, seit das neue Wohnungseigentumsgesetz gilt.

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