Empörung über AfD-Annäherung von Thüringer CDU-Politiker

Die Koalitionsoptionen nach der Landtagswahl in Thüringen sind recht eingeschränkt. Da bricht ein CDU-Landespolitiker mit einem Tabu und schlägt eine Zusammenarbeit mit der AfD vor. Parteifreunde reagieren mit Ausschlussforderungen.

Erfurt (dpa) - Nach der Forderung, eine Koalition mit der AfD nicht auszuschließen, halten einige Parteikollegen den Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Michael Heym nicht mehr für tragbar.

«Leute, wie Herr #Heym haben in der @CDU nichts verloren», schrieb etwa der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz (CDU), beim Kurznachrichtendienst Twitter. «Wir Christdemokraten grenzen uns nach rechts- wie linksradikal klar ab. Die AfD ist keine bürgerliche Partei.» Der ehemalige Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, teilte den Beitrag auf Twitter.

Heym hatte Anfang der Woche mit Blick auf das Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen gesagt: «Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt.» Die AfD erreichte nach vorläufigem Ergebnis 23,4 Prozent und landete damit vor der CDU, die auf 21,8 Prozent rutschte. «Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschließen», sagte er.

Auch der Bremer CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp meldete sich nach Heyms Äußerungen bei Twitter zu Wort: «Ich erwarte, dass die #CDU #Thüringen diese Person aus der Partei ausschließt. Zusammenarbeit mit einem Faschisten von der #AfD verstößt gegen die Beschlüsse der Partei, ist parteischädigendend, ist vor allem aber antidemokratisch und ein Verrat an unseren Werten...»

Der aus Thüringen stammende Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), betonte ebenfalls auf Twitter, dass Heym eine Einzelmeinung vertrete.

15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    Interessierte
    05.11.2019

    Man ist neuerlich sehr oft ´empört` , wie ich feststellen muß , das ist wohl immer dann , wenn es nicht so läuft , wie man will ?
    Die Frau Hermenau war heute im Radio und ein Herr Gauland , , das waren recht gesunde Meinungen ...
    https://www.mdr.de/nachrichten/audio/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren100.html

  • 8
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    OlafF
    04.11.2019

    Das sind die ohne Buchstabendreher. Denen scheinbar Sprache immer wichtiger als Begrifflichkeit ist. Für Ihren Korrekturhinweis, vielen Dank. Ich hoffe Sie fanden es genauso amüsant, wie ich...

  • 4
    7
    gelöschter Nutzer
    04.11.2019

    @Olaf: Was ist denn ein Pupolist?

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    OlafF
    04.11.2019

    Trifft dieses Definition dann eigentlich auch für die Kulturmarxisten oder Ökopupolisten zu? Sie zeigten doch vormals auch antidemokratische Aktivitären. Nun sind sie in vielen Bereichen an wichtigen Schaltstellen unserer Gesellschaft angekommen.

  • 6
    9
    gelöschter Nutzer
    04.11.2019

    @Tauchsieder: wenn man sich nur das raussucht, was einem passt, kommt sowas bei raus. Da steht nämlich auch noch:

    "Ab den 1920er Jahren wurde der Begriff für alle extrem nationalistischen, nach dem Führerprinzip organisierten antiliberalen und antimarxistischen Bewegungen, Ideologien oder Herrschaftssysteme verwendet, die seit dem Ersten Weltkrieg die parlamentarischen Demokratien abzulösen suchten."

  • 5
    7
    Tauchsieder
    04.11.2019

    Wikipedia - Begriff Faschist:
    Der aus dem italienischen Wort für Bund – fascio – abgeleitete Begriff Faschismus wird von Historikern als „gewissermaßen inhaltsleer“ beschrieben, da er „so gut wie nichts über das Wesen dessen aussagt, was faschistisch ist oder sein soll“. Darin unterscheide sich dieser Ismus ganz entscheidend von anderen Ismen, wie Konservativismus, Liberalismus oder Sozialismus. „Ein fascio ist ein Verein, ein Bund,“ daher wären Faschisten wörtlich übersetzt „Bündler“ und „Faschismus“ wäre Bündlertum.
    Definition:
    Eine Definition von „Faschismus“ gestaltet sich als schwierig, da weder der Begriff an sich etwas über sein Wesen aussagt (siehe oben), noch die meisten europäischen Bewegungen der Zwischenkriegszeit, die im Allgemeinen als faschistisch bezeichnet werden, dieses Wort überhaupt verwendet haben – anders als fast alle kommunistischen Parteien und Regime, die es vorzogen, sich als kommunistisch zu bezeichnen. Was Faschismus ist oder sein soll, wurde vornehmlich von seinen Gegnern bestimmt.

  • 7
    7
    gelöschter Nutzer
    04.11.2019

    Falsch, @hinterfragt.

    https://www.merkur.de/politik/bjoern-hoecke-demonstranten-duerfen-afd-politiker-faschist-nennen-zr-13049541.html

    "Björn Höcke: Darum darf er als „Faschist“ bezeichnet werden.
    In seinem Urteil erklärte das Gericht allerdings, es gebe eine "überprüfbare Tatsachengrundlage" für die Bezeichnung Faschist. Die Begründungen der Kläger beruhten auf „realen Handlungen und Äußerungen Höckes (...), die auch als gerichtsbekannt vorausgesetzt werden könnten“. Die Urteilsbegründung führt mehrere Aussagen in „rassistischer Diktion“ sowie ideologische Vorstellungen Höckes auf. So habe er das Holocaust-Denkmal in Berlin als Schandmal bezeichnet."

  • 7
    6
    Hinterfragt
    04.11.2019

    @Blackadder, das Gericht hat NICHT beschlossen, dass er ein Faschist IST, er "darf" lediglich so benannt werden ...

    Seltsamerweise werden hier Benennungen anderer Personen, (ebenfalls durch Gerichtsbeschluss gestattet) gesperrt ...

  • 17
    5
    ralf66
    03.11.2019

    @Blackadder, dass bei den roten Randalen im Land noch keiner ums Leben kam ist vor allem riesiges Glück. Jetzt sind Sie wie immer schon wieder beim Aufrechnen von Straftaten und schreiben in alter Gewohnheit nur braune Morde hin, weil bei Ihnen die Geschichte auch erst im Jahr 1990 beginnt, was kein Wunder ist, würde Sie bei Ihnen früher beginnen, kämen Sie ja in Verlegenheit auch zu sehen, dass es linksextremistisch Morde gab!
    @Distelblüte, war auch klar, wenn der Verfassungsschutz etwas über den braunen Sumpf raushaut ist das für Sie richtig, gibt der Verfassungsschutz bekannt, dass er linke Vereine als extremistisch einstuft ist das mit Vorsicht zu genießen, falsch oder hängt mit Maasen zusammen, völlig unsinnig Ihre Argumente.

  • 10
    18
    gelöschter Nutzer
    03.11.2019

    @ralf: Wie viele Menschen hat denn der rote Sumpf umgebracht? Beim braunen Sumpf sind es seit 1990 198 Menschen.

  • 9
    20
    Distelblüte
    03.11.2019

    @ralf66: Die Einschätzungen des Verfassungsschutzes sind mit Vorsicht zu genießen. Besonders die aus der Zeit als Maaßen noch Chef war.

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    11
    ralf66
    03.11.2019

    @Blackadder, was ist denn dann mit der Parteivorsitzenden der Linken Frau Katja Kipping, die ist Mitglied bei Rote Hilfe e.V. ein Verein, der vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft wird. Sie sehen immer nur braunen Sumpf, den roten Sumpf der ist Ihnen egal, der wird verharmlost.

  • 12
    22
    gelöschter Nutzer
    03.11.2019

    Ich versuche es nochmal: Die AfD ist nicht bürgerlich, sondern eine rechtsextreme und in Teilen (Flügel) sogar faschistische Partei, die in Thüringen von einem Faschisten ( Gerichtsbeschluss) angeführt wird. Das ist so gerichtsfest und da kann die Freie Presse es auch freigeben.
    Es gibt keine bürgerliche Mehrheit in Thüringen.

  • 19
    12
    ralf66
    03.11.2019

    Die Altparteien sind vollkommen unfähig Wahlergebnisse zu akzeptieren und fahren stur und anmaßend ihren ideologischen Kurs weiter, warum werden Wahlen überhaupt noch gemacht, wenn die die mehrheitlich gewählt werden nichts zu sagen bekommen, sondern sich die Parteien zu Koalitionen zusammenschließen die Wahlverlierer sind? Diese konsequente Ablehnung und Ausgrenzung der AfD seitens der Altparteien wo immer es geht, bei jedem Wort, bei jedem Satz, bei jeder Handlung wird irgendwie versucht die AfDler als Nazis darzustellen ist weder demokratisch noch politisch in Ordnung, es stört den politischen Frieden im Land erheblich, Fakt ist, ein Teil der Wähler wird nicht gehört, für voll genommen und somit ausgegrenzt.

  • 17
    16
    Tauchsieder
    03.11.2019

    In Thüringen gibt es eine klare bürgerliche Mehrheit von AfD, CDU und FDP. Die Rot-Rot-Grüne Mehrheit existiert nicht mehr, sie ist abgewählt!
    Der Wählerwille wird ignoriert, es wird eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit anderen Parteien gesucht, bis hin zur Ex-SED. Das daraus resultierende Ergebnis wird sein, dass die CDU in die Bedeutungslosigkeit versinkt und ihr den Verrat am Wählerwillen nicht verziehen wird. Da bringt auch die geradezu reflexartigen Reaktionen einer weniger nichts, vor allem von Politikern aus der zweiten Reihe. Man kann in D sagen was man will, es muss nur das richtige sein. Hier maßen sich einige wenige an, sie sind ja nicht mehr die Mehrheit, den Anspruch auf die politische Deutungshoheit zu besitzen. Das wird auf Dauer nicht folgenlos bleiben, dies ist fast schon ein politisches Naturgesetz.
    Hier ist man weder auf dem rechten noch auf dem linken Auge blind, dies ist eher schon ein Blindflug.



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