Empörung über mutmaßlichen Angriff auf koscheres Restaurant

Steffen Seibert, Regierungssprecher der Bundesregierung, hält den Zeigefinger vor den Mund. FGoto: Christoph Soeder/Archiv

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat ihre Empörung über den mutmaßlichen Angriff auf das jüdische Restaurant «Schalom» im sächsischen Chemnitz am 27. August ausgedrückt. «Der Angriff auf das koschere Restaurant, so wie der Besitzer auch davon berichtet hat, das empört jeden von uns», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

In Deutschland gebe es aktuell drei große Herausforderungen: einen «zunehmenden» Rechtsradikalismus, einen «besorgniserregenden» Antisemitismus und «Gewaltverbrechen, die durch einzelne Flüchtlinge begangen» würden. Auf alle drei Probleme könne nur mit den Mitteln des Rechtsstaates reagiert werden. Seibert betonte: «Es gibt ein staatliches Gewaltmonopol. Das muss man allen sagen.» Dies gelte es zu verteidigen.

Der Wirt des «Schalom» hatte Anzeige erstattet, nachdem seinen Angaben zufolge eine Gruppe teils Vermummter das Restaurant angegriffen und es mit Steinen und Flaschen beworfen hatte. Er meine, dabei den Ruf «Judensau, hau ab aus Deutschland» gehört zu haben, sagte der Betreiber Uwe Dziuballa der Deutschen Presse-Agentur. Die Attacke habe nur wenige Sekunden gedauert.

Am selben Tag hatte es in Chemnitz eine Kundgebung gegeben, an der auch Rechtsextremisten teilnahmen. Auslöser für mehrere Demonstrationen in Chemnitz war die Tötung eines 35-jährigen Deutschen. Als Tatverdächtige gelten drei Männer, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen waren.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, sagte mit Blick auf den mutmaßlichen Angriff auf das Restaurant, es sei «unvorstellbar und unverschämt», dass «neonazistische Elemente oder Nazi-inspirierte Menschen» sich in Deutschland weiterhin ermächtigt fühlten, Gewalttaten gegen Juden und andere Minderheiten auszuüben.

8Kommentare
👍2👎0 BlackSheep 11.09.2018 @Blackadder, wenn sie sich über Morde mal so empören würden wie über mutmaßliche Angriffe.
👍4👎1 Haecker 11.09.2018 @Hinterfragt: Ich habe mir die Geschichte aus Villingen-Schwenningen gerade im "Schwarzwälder Boten" (unter "Blaulichtmeldungen") angesehen. Eine üble Sache, aber ebensowenig wie der Übergriff auf der Bahnhofstraße vom 26.08. auch keine "Hetzjagd".
Natürlich sollten auch die überregionalen Medien darüber berichten. Allerdings: Über den Überfall auf das "Shalom" hatte Uwe Dziuballa schon vorigen Mittwoch (05.09.) in der "Freien Presse" berichtet, ohne dass das überregional wahrgenommen wurde. Erst nachdem auch die "Welt" am Sonnabend berichtete (allerdings wohl ohne Dziuballas Lob der Polizei), setzte die (völlig richtige) allgemeine Empörung ein.
👍2👎1 Blackadder 11.09.2018 "Hinterfragt: @Schwarzrechener sparen Sie sich Ihr Whataboutism."

Schön, dass Sie es selbst merken...
👍0👎2 Hinterfragt 11.09.2018 @Schwarzrechener sparen Sie sich Ihr Whataboutism.
👍2👎2 Hinterfragt 11.09.2018 Zum Thema Empörung:

Wo war der Aufschrei und die deutschlandweite mediale Empörung durch alle Sparten bei diesem Überfall auf einen Club in Frankfurt/ Oder in der Nacht vom 25./ 26.08.2018?
Radiointerview mit dem Betreiber: https://soundcloud.com/purefm-frankfurt-oder/980-pure-fm-beitrag-ubergriff-auf-frosch-der-club-27082018

https://goo.gl/1i42pr
https://goo.gl/E9xB5y

Oder wenn zehn Männer arabischer und afrikanischer Herkunft am Sonntagmorgen (02.09.18) durch Villingen ziehen und auf arglose Passanten einschlagen.
https://goo.gl/G4qV6k
Hier darf man dann wohl nicht von Hetzjagd sprechen?

Auf Freie Presse, Spiegel, Tagesschau, ... kann man dazu NICHTS finden.
Aber das passt ja nicht zu aktuellen Situation.
Und mit Chemnitz kann man schön von ablenken.
👍4👎2 Blackadder 11.09.2018 @blacksheep: Über den Angriff an sich darf man sich aber schon empören, oder?
👍2👎6 BlackSheep 11.09.2018 "Empörung über mutmasslichen Angriff", könnte man mit der Empörung nicht warten bis alles geklärt ist, bei Angriffen von Flüchtlingen auf Deutsche wird doch auch erwartet zu warten bis alles geklärt ist.
👍6👎7 Hinterfragt 10.09.2018 Und noch ein Versuch ...

"...In Deutschland gebe es aktuell drei große Herausforderungen: einen «zunehmenden» Rechtsradikalismus, einen «besorgniserregenden» Antisemitismus und «Gewaltverbrechen, die durch einzelne Flüchtlinge..."

Und wieder fehlt etwas, nämlich die Nummer 4: Der Linksterrorismus!
Und da soll nochmal jemand sagen, dass die Regierenden nicht mit denen "ins Bett" gehen.
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