Enkel möchte Erich und Margot Honecker in Berlin beisetzen

Der Enkel des einst mächtigsten Ehepaares der DDR lüftete jetzt ein Familiengeheimnis: Erich und Margot Honecker sind noch nicht beigesetzt. Wo sollen sie ihre letzte Ruhestätte finden?

Der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker und seine Ehefrau Margot verlassen die Charite in Ost-Berlin.

Berlin (dpa) - Erich und Margot Honecker sollen nach dem Wunsch ihres Enkels Roberto Yañez Betancourt in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten beigesetzt werden.

In seinem neusten Buch «Ich war der letzte Bürger der DDR» enthüllte der 44-Jährige ein Familiengeheimnis, wie die «Berliner Zeitung», der «Berliner Kurier», die «Bild»-Zeitung und die «B.Z.» am Samstag berichteten. Die Urnen seiner Großeltern seien bisher gar nicht in chilenischer Erde begraben.

Den Grund nannte Yánez Mitautor Thomas Grimm in dem Buch, das am Montag (10. September) erscheint: Es sei immer der Wunsch des letzten DDR-Staats- und SED-Parteichefs gewesen, «in Deutschland seine letzte Ruhe zu finden - am liebsten in seinem saarländischen Geburtsort in Neukirchen», sagte der Mitautor der «Berliner Zeitung» zufolge.

Margot Honecker lebte seit Anfang der 1990er Jahre in Santiago de Chile bei ihrer Tochter Sonja, die mit einem Chilenen verheiratet war. Auch ihr Mann Erich Honecker reiste Anfang 1993 nach Chile aus, nachdem in Deutschland der Prozess gegen ihn wegen Totschlags von DDR-Flüchtlingen wegen seiner Krebserkrankung eingestellt worden war. Ihr 15 Jahre älterer Mann lebte noch kurz bei Margot Honecker, bevor er im Alter von 81 Jahren am 29. Mai 1994 starb.

Die einstige First Lady der DDR habe die Urne ihres Mannes bis zu ihrem eigenen Tod 2016 bei einem guten Bekannten gelassen. Dieser bewahre jetzt auch die Asche der einst mächtigen DDR-Bildungsministerin auf, hieß es. Die Familie hoffe immer noch auf eine Gelegenheit, die beiden zusammen in Deutschland beizusetzen.

Allerdings sei Honecker-Tochter Sonja dagegen. Sie wolle die Asche ihrer Eltern dem Pazifik übergeben. Enkel Roberto betrachtet seine Großeltern dagegen als Personen der deutschen Zeitgeschichte und hält es deshalb für richtig, sie in Deutschland zu beerdigen. «Am besten auf dem Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde an der Seite ihrer ehemaligen Genossen», beschrieb Grimm den Wunsch Robertos.

Roberto Yañez ist Maler, Lyriker und Musiker und lebt in Chile. Er hatte nach dem Mauerfall mit seiner Familie seine Heimatstadt Berlin verlassen. Er ist der Sohn von Honeckers Tochter Sonja. In dem Buch beschreibe er auch seine schwere Drogen- und Alkoholabhängigkeit, so die «B.Z.». Seine Großmutter habe ihn zu Entzug und Therapie nach Kuba geschickt.

21Kommentare
👍2👎0 Nixnuzz 12.09.2018 ..fingen viele geflüchtete Chilenen in der DDR ein neues Leben an. Keine Ausländer in der DDR - hab ich jetzt was verpasst? Wieviele Nationen lebten all die Jahre in der DDR und wie Gesetzestreu und unauffällig waren sie? Ok -Schnee von gestern. Etliche Nachkommen dürften etablierte Mitglieder der heutigen Gesellschaft sein..
👍4👎2 Freigeist14 11.09.2018 Nixnuzz@ die Honeckers bekamen Asyl in Chile,weil sich die chilenischen Sozialisten an die Solidarität der DDR nach dem Putsch vom 11.9 . (!!!)1973 erinnerten. Während die BRD gute Beziehungen zum Pinochet-Regime hielt,fingen viele geflüchtete Chilenen in der DDR ein neues Leben an. Tauchsieder@ daß Sie den Planeten Melmak und Alf für real halten erklärt das so Einiges.
👍2👎1 Nixnuzz 11.09.2018 @kartracer: "Und @Nixnuzz, aus dem gleichen Grund, warum sich Naziverbrecher nach Argentinien abgesetzt haben. " Armes Argentinien. Ich möcht nicht weiterdenken....
👍3👎2 kartracer 11.09.2018 @Tauchsieder, wie gehabt, eben nur heißes Wasser!
Und @Nixnuzz, aus dem gleichen Grund, warum sich Naziverbrecher nach Argentinien abgesetzt haben.
@Freigeist, Sie haben völlig recht, auf deutschem Boden sind Verbrecher ganz anderen Kalibers begraben, und das teilweise noch ehrenvoll!
@Tauchsieder, da fällt mir doch noch eine Ähnlichkeit auf, in Ihrem Satz "Jedem das was er verdient", so ähnlich gab es schon mal einen Spruch, ein Schelm... der Böses dabei denkt?
👍1👎5 Tauchsieder 11.09.2018 Wie sagte doch z.B. Margot Honecker in der NDR-Dokumentation 2011, als sie über die erschossenen Mauertoten spricht: „Die brauchten ja nicht über die Mauer zu klettern, um diese Dummheit mit dem Leben zu bezahlen.“
Purer Zynismus in höchster Potenz und 21 Jahre nach deren Abgesang nichts dazugelernt. Mit solchen Äußerungen hat man für immer das Recht verwirkt hier irgendwelche Nachsicht zu erwarten.
Ich kenn da einen Planeten "Freig....." der heißt Melmak. Sein Präsident Alf nimmt die Beiden mit geschmatzten Händen. Der Vorschlag Kremelmauer wäre auch nicht schlecht würden sich da nicht die Russen mit allem was sie haben dagegen stemmen.
👍0👎5 Nixnuzz 11.09.2018 Vielleicht kann mir jemand mitteilen, warum Fam. Honecker sich nach Chile begeben hat? Viele aus der DDR-Zeit haben sich der Verantwortung der "westdeutschen Lynchjustiz" gestellt und sich "beurteilen" lassen. Etliche sind auch nach ihrem Tod hiergeblieben? Also welche "offene politisch-juristische Rechnung" steht so im Raum?
👍5👎2 Freigeist14 11.09.2018 Tauchsieder@ ,ein Beispiel wieder,daß es für DDR-Repräsentanten keine Gnade zu geben hat.Während Kanzler Kiesinger ,Außenminister Genscher oder Bundespräsident Karl Carstens brave NSDAP-Mitglieder waren ,saß Honecker seit 1934 im NS-Gefängnis. Honecker ist eine tragische Figur der Geschichte. Eine Witzfigur bekam sicher nicht alle staatsmännischen Ehren 1987 in Bonn von Bundeskanzler Kohl.
👍1👎1 Distelblüte 11.09.2018 @Freigeist: Soweit mir bekannt, wollte der Enkel gerne, dass seine Großeltern auf dem "Friedhof der Sozialisten" in Berlin bestattet werden. Dort werden aber seit 1990 keine Grabstätten mehr vergeben. Eine private Bestattung auf einem anderen Friedhof in Deutschland wäre aber möglich.
Mir persönlich ist es egal, ob die Urnen weiter in Chile stehen oder nach Deutschland gebracht werden.
👍3👎1 Nixnuzz 11.09.2018 Bin zwar so alt wie die BRD aber kann mich nicht daran erinnern, das in diesem Zeitraum höhere Regierungsmitglieder aufgrund von Staatsumbauten dies Land verlassen hatten und um Rückkehr gebeten hätten. Selbst Trier hatte vor einer Statue Angst...
👍1👎7 Tauchsieder 11.09.2018 Viel warme Luft "Frei....." und völlig am Thema vorbei. Jedem das was er verdient und die Figuren haben sich nichts verdient. Eine Witzfigur der Geschichte. Und Hon..... mit irgendwelchen frei gewählten Bundeskanzlern und Präsidenten zu vergleichen zeugt von einer völligen Verdrehung der Tatsachen, geradezu Geschichtsfledderei. Ein typisches Beispiel wie der Politunterricht noch nachwirkt.
👍2👎1 Hinterfragt 11.09.2018 @Freigeist14; wie wahr - ein Grüner.
👍5👎2 Freigeist14 10.09.2018 Der Enkel sprach vom letzten Wunsche des Großvaters ,in der Heimat Wiebelskirchen beerdigt zu werden. Der ehemalige Staatschef ist 24 Jahre tot. Sich hier über diese einfache Geste zu echauffieren ist ziemlich pietätlos . Niemand in der Alt-BRD würde so reden bei einer Beisetzung ehemaliger Kanzler oder Bundespräsidenten,die Mitglieder der NSDAP waren .
👍1👎3 Nixnuzz 10.09.2018 Gegenfrage: Wen gibt es aus der Zeit noch, der sein sterblichen Überreste nicht auf Alt-DDR-Grund hinterlassen hat und es genügend Zeitgenossen gibt, die eine Heimkehr für erstrebenswert halten?
👍3👎4 acals 10.09.2018 Also da unser Erich, wie angemerkt, ja zu uns gehört sollte man ihm die Ehre erweisen und für seine Urne an einem geeigneten Überrest der Mauer ein Inlet konstruieren.
Auf der Tafel dazu sollte dann stehen:

"Das war sein Meisterwerk."

Ich meine, dass trägt effektiv zur Aufklärung der Heerschaaren von (intern)ationalen Touri's bei und is pädagogisch wertvoll - also das in den Kontext stellen von Person zur Zeitgeschichte und ihrer Tat. (Das meinte ja wohl der Honecker-Enkel auch.)

Nachfolgendes mag von einigen hier Mottenkiste genannt werden, ich würd es aber dazuheften, denn es zeigt welch Geistes Kind uns Erich war.

"Dass an der Mauer Menschen erschossen wurden, dass ich der Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrats, der Generalsekretär, der Vorsitzende des Staatsrats der DDR war, der für diese Mauer als höchster lebender Politiker die größte Verantwortung trug, wusste jedes Kind in Deutschland und darüber hinaus." – vor dem Berliner Landgericht 1992
"Die Mauer wird so lange bleiben, wie die Bedingungen nicht geändert werden, die zu ihrer Errichtung geführt haben. Sie wird auch noch in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind." - auf einer Tagung aus Anlaß des 500. Geburtstages von Thomas Müntzer am 19. Januar 1989, NEUES DEUTSCHLAND vom 20. Januar 1989.
👍6👎3 cn3boj00 10.09.2018 Interessant, dass bei Distelblütes Anmerkung 3 von 8 Lesern (37,5%) wohl tasächlich die DDR wiederhaben wollen. Waren die damals bei "wir sind das Volk" nicht mit dabei? Die Zahl passt vermutlich auch etwa zum Wählerpotential der AfD. Zufall?
Und was die Honeckers betrifft: Es ist mir völlig egal wo sie eine Grabstätte finden. Von mir aus auch an der Kremlmauer.
👍0👎6 acals 10.09.2018 Ab wann (rein zeitlich gesehen) ist denn jemand nach Lesart Honecker-Enkel "Person der Zeitgeschichte"?
👍5👎6 Freigeist14 10.09.2018 Tauchsieder@ : "(...)Eltern,die heute noch ihre Kinder suchen,die man ihnen widerrechtlich entzogen hat." Für diese These ,die noch immer gestreut wird,gibt es keine Beweise - sondern im Gegenteil jede Menge Gegendarstellungen nach Verleumdungskampagnen . Wer die Toten an der Mauer beklagt,darf heute zu den 1800 Todesopfern im Mittelmeer allein 2018 nicht schweigen oder es hinnehmen.
👍3👎7 Tauchsieder 10.09.2018 Man sollte ihre Asche in alle vier Himmelsrichtungen verstreuen und ihnen nicht noch einen Grabstein setzen an dem die ewig gestrigen sich versammeln können. Hat es denn diese zwei Figuren interessiert was mit den vielen Toten an der Mauer geschehen ist. Oder die Eltern die noch heute ihre Kinder suchen, die man ihnen widerrechtlich entzogen hat oder ... !
Bleibt bitte dort wo der Pfeffer wächst. Der derzeitige "Aufenthaltsort" ist gerade die richtige Entfernung zwischen denen und Deutschland.
👍6👎4 Distelblüte 10.09.2018 @Aussaugerges: Nein. Wir wünschen uns die DDR nicht zurück. Auch nicht die Mauer.
👍3👎7 aussaugerges 09.09.2018 Wir werden uns nochmal nach der lebenswerten Zeit zurücksehnen wo der
MENSCH noch mit Freude auf Arbeit ging.
👍3👎7 Interessierte 09.09.2018 Eigentlich - gehören sie auch hierher ..................
Aber sicherlich hat der neue und vor allem bessere Staat da etwas dagegen .
Und die Kirche wird auch etwas dagegen haben .
Und die vom DDR-Staat Geschädigten werden erst Recht etwas dagegen haben .
Und von Kommunisten spricht man in dem besseren Staat ja` auch überhaupt nicht ; also die , die den Krieg ´verhindern` wollten .
Nur über die , die den Krieg beenden wollten , die werden heute noch geehrt .
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