Erinnerung an Opfer der Teilung: Neues Mauerstück entdeckt

Berlin (dpa) - Überraschend ist ein bislang unbekanntes Stück der Berliner Mauer entdeckt worden. Der Abschnitt sei bei einem Kiezspaziergang mit Bürgern im Juni nahe dem Areal des Bundesnachrichtendienstes an der Ida-von Arnim-Straße ins Auge gefallen, teilte der Bezirksstadtrat von Mitte, Ephraim Gothe, am 57. Jahrestag des Mauerbaus mit. «Ich war total überrascht, dass es noch Unentdecktes gibt», sagte der SPD-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Stiftung Berliner Mauer habe die Echtheit bestätigt. Das rund 20 Meter lange Betonstück mit Lampenhaltern sei inzwischen in die Denkmalliste eingetragen worden, so Gothe. Es spreche vieles dafür, dass es Teil der Vorfeldsicherungs-Mauer in der Nähe des damaligen Grenzübergangs Chausseestraße von etwa 1985 ist. Vergleichbare Teile stehen demnach an der Bernauer Straße und Gartenstraße. Der Betonweg an dem neuen Mauerstück stimme mit dem Postenweg an der Bernauer Straße überein, der nach der Sprengung der Versöhnungskirche 1985 angelegt worden war.

In der dortigen zentralen Mauer-Gedenkstätte wurde am Montag an die Opfer des Mauerbaus erinnert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), derzeit auch Präsident des Bundesrates, die Vizepräsidentin des Bundestages, Petra Pau, sowie der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, legten Kränze nieder.

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

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2Kommentare
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  • 3
    1
    Freigeist14
    13.08.2018

    Täglichleser@ auf ZDFinfo und im MDR bekommt man notorisch zu hören,das der Ulbricht-Staat aus heiterem Himmel Berlin spaltete. Das die West-Alliierten Tage vorher Bescheid wussten und Chrustschow auf eine Grenzsicherung drängte ist kaum erwähnenswert. Das sich Agenten aller Couleur im Ostteil (und andersherum) tummelten und bei der Ertappung schnell in die Westsektoren flüchteten will keiner so genau wissen.

  • 0
    1
    Täglichleser
    13.08.2018

    Wir sollten die Opfer an der Mauer nicht
    vergessen. Legitime Erinnerungsveranstaltung. Wir sollten aber
    Auch nicht vergessen, warum die Mauer
    errichtet wurde. Die offene Grenze war für
    die DDR ein wirtschaftlicher Verlust.
    Denken wir daran an die vielen qualifizierten Facharbeiter und Teil der Intelligenz, die ein besseres Leben im
    Westen haben wollte und abwanderten. Die DDR wollte ja ein
    anderes System, ein nicht kapitalistisches.
    Und das ging erst einmal nur durch Abgrenzung.
    Vielleicht stimmt sogar die legendäre Äußerung W. Ulbrichts: "Wir haben nicht die
    Absicht, eine Mauer zu bauen."
    So zog sich das mit dem "Experiment"
    Sozialismus noch etwas hin.



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