Ex-SPD-Chef Gabriel rechnet mit Sozialdemokraten ab

Linker als die Linkspartei, grüner als die Grünen - so sieht Ex-SPD-Chef Gabriel seine krisengeschüttelte Partei und meint: Das kann nicht gutgehen.

Berlin (dpa) - Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat seine Partei scharf kritisiert und der Führung einen unklaren Kurs vorgeworfen.

«Die SPD ist linker als die Linkspartei geworden und ökologischer als die Grünen. Ich bin sicher, dass die Mehrheit der Mitglieder diese Entwicklung ablehnt», sagte der frühere Vizekanzler dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Samstag).

Der Kurs der SPD sei in den vergangenen Jahren immer unklarer geworden. «Am Ende werden Formelkompromisse gebastelt, in denen sich jeder wiederfindet.» Das Konzept der SPD, sich «wie eine Holding von Minderheiteninteressen zu organisieren», sei gescheitert.

Am Freitag war Gabriel der Zeitung zufolge der Bewegung «SPDpur» beigetreten, die den Linkskurs der Partei stoppen will. «Ich unterstütze den Kurs von «SPDpur», weil sich hier Menschen zusammenfinden, die wieder Klarheit über das schaffen wollen, was Sozialdemokratie eigentlich heißt», sagte er.

Die Konzentration von Gruppen- und Minderheitenthemen habe dazu geführt, dass die SPD ihre eigentliche Wählerschaft aus den Augen verloren habe, fügte Gabriel hinzu. «Die breite Schicht der leistungsbereiten Arbeitnehmer fühlte sich in der SPD lange gut aufgehoben. Heute erscheint vielen Menschen diese Idee zu einem Sozialhilfestaat degeneriert zu sein, in dem der Einzelne ohne besondere Anstrengung leben kann.» Gabriel sagte zugleich, für eine erneute Kandidatur für den Bundesvorsitz stehe er nicht zu Verfügung.

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9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Echo1
    03.08.2019

    Dann geh doch zu den Liberalen!

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    MuellerF
    03.08.2019

    @ralf66:
    Gesellschaftspolitisch mag die SPD "so links wie nie" sein, wirtschaftspolitisch gleicht sie heute eher der CDU - mit "Arbeiterpartei" hat das nix mehr zu tun.
    Der Seeheimer Kreis gibt nach wie vor den Ton an.

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    Freigeist14
    03.08.2019

    "(...) die SPD war nie so links in ihrer Geschichte wie jetzt.(...) . Steht dieser Unfug in Ihren alternativen Quellen wie auch zum Urheber des Reichstagsbrandes , ralf66@

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    Echo1
    03.08.2019

    Wer hat uns verraten? Siegmar's Sozialdemokraten. Nicht sehr arbeitnehmerfreundlich der Junge.

  • 5
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    ralf66
    03.08.2019

    @MuellerF, ja mit der Agenda 2010 hat der Niedergang der SPD seinen Anfang genommen mag sein, der Unterschied ist nur der, die Agenda 2010 war noch ein Plan, der nicht nur schlechte Auswirkungen hatte, er ist ja auch dann in der Regierung Merkel nicht abgeschafft worden, ich mag diesen Plan mit seiner sozialen Ungerechtigkeit mit Billiglöhnen auch nicht in allen Punkten, aber nach Schröder ist die SPD schrittweise bis heute voll auf die linke Ideologie abgerutscht, ohne vernünftige Pläne für die Gestaltung des Landes. MuellerF, die SPD war nie so links in ihrer Geschichte wie jetzt, einen Zusammenschluss mit den Linken dürfte kein Problem sein. Was der SPD noch fehlt, dass sind Führungskräfte solche Köpfe wie Stegner haben alles kaputt gemacht.

  • 10
    2
    MuellerF
    03.08.2019

    Grandiose Fehleinschätzung Herr Gabriel: die SPD steht heute so schlecht da, weil sie eben nicht mehr für eine klar linke & soziale Politik steht. Der Niedergang begann mit der Agenda 2010, 2 GroKos gaben ihr (zu Recht) den Rest.

  • 10
    0
    Freigeist14
    02.08.2019

    Es würde auch nicht besser werden mit der Partei ,wenn Sigi noch Amt und Einfluss hätte . Sein Einsatz für CETA und TTIP ist unvergessen .

  • 7
    2
    Malleo
    02.08.2019

    WerteUnion ligth a la SPD.

  • 11
    2
    ralf66
    02.08.2019

    Immer wenn Politiker in den Ruhestand treten oder das schon sind, geht denen ein Licht auf, bei Helmut Schmidt war das auch schon so.



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