Große Mehrheit lehnt Einwanderungsstopp für Muslime ab

Widerspruch gegen den umstrittenen Buchautor Thilo Sarrazin und seine Angst vor der «feindlichen Übernahme» durch Muslime: Fast drei Viertel der Bundesbürger lehnen seine Forderung nach einem Einwanderungsstopp ab.

Berlin (dpa) - Knapp drei Viertel der Bundesbürger sind einer repräsentativen Umfrage zufolge gegen Thilo Sarrazins Forderung, prinzipiell keine Muslime mehr ins Land zu lassen.

Demnach lehnen 73 Prozent der Befragten die Aussage «Man muss die Einwanderung von Muslimen grundsätzlich unterbinden» ab - eine zentrale Ableitung aus dem neuen Buch des langjährigen SPD-Politikers und umstrittenen Autors. Dagegen stimmen 24 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid Befragten dieser These Sarrazins zu. Der Rest zeigte sich unentschlossen oder machte keine Angaben.

Besonders groß fiel die Zustimmung zu Sarrazins Forderung nach einem Einwanderungsstopp für Muslime unter AfD-Anhängern aus. Von diesen unterstützten 68 Prozent die Aussage des früheren Berliner Finanzsenators, während die Wähler aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien sie mit großer Mehrheit ablehnten.

Sarrazin hatte am Donnerstag sein neuestes Buch «Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht» präsentiert, das von vielen Seiten als ausländerfeindlich kritisiert wird. Die SPD lehnte die darin vertretenen Positionen in einer Stellungnahme ab und prüft nun, ob Sarrazins neues Buch seinen Ausschluss aus der Partei ermöglicht.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
3Kommentare
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  • 2
    1
    Einspruch
    01.09.2018

    Solche Fragen klärt man am Besten mit einem Volksentscheid. Das ist einigermaßen aussagefähig. Alles andere ist Kaffeesatz lesen und Unsinn.

  • 6
    2
    ChWtr
    01.09.2018

    Mit dieser Aussage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid (ist hier der Name Programm?) aus Bielefeld sollte man vorsichtig sein.

    Aber, es wird erst einmal rausgehauen.

    Erstens gibt es unzählige Meinungsforschungsinstitute (wenn ich eins gründen würde, sieht das Ganze schon wieder anders aus...) und Zweitens sind solche Institute überhaupt nicht (mehr) repräsentativ. Wie auch?

    Also ganz ruhig durch die Hose atmen und @Hankman fragen, der holt die Antwort unter Garantie aus dem Ärmel.

    Und im Ernst, das Buch ist keine Woche alt und jeder Befragte urteilte wohl nach dem Buchtitel... ???

  • 8
    1
    ange3
    01.09.2018

    Möchte mal wissen wer da gefragt wurde



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