Grüne fordern «ökologische Waldwende»

Nach wochenlanger Dürre herrscht vielerorts Waldbrandgefahr. Mit ein Grund sind Nadelholzplantagen. Die Grünen fordern daher eine Rückkehr zu natürlichen Laubmischwäldern.

Berlin (dpa) - Die Grünen im Bundestag fordern eine «ökologische Waldwende». Von dramatischen Schäden der Klimakrise seien «naturferne Nadelholzplantagen» aus Fichten und Kiefern besonders betroffen, sagte Grünen-Klimaexpertin Lisa Badum der Deutschen Presse-Agentur.

«Zu wenig Regen, extreme Hitze und Dürreperioden verlangen einen Wald, der besser gewappnet ist und seine wichtigsten Dienste optimal leisten kann: Luft filtern, Wasser speichern, Boden schützen und besonders CO2 (Kohlendioxid) binden.» Nötig sei daher ein Umbau zu Laubmischwäldern mit heimischen Bäumen. Mindestens zehn Prozent der öffentlichen Wälder sollten zudem zu Urwäldern werden, also «echten Öko-Wäldern» ohne Holz-Bewirtschaftung.

Im vergangenen Jahr mit einer wochenlangen Dürre in vielen Regionen herrschte nach amtlichen Daten deutlich öfter hohe Waldbrandgefahr. Die oberste Stufe 5 für «sehr hohe Gefahr» wurde 2875 mal ausgerufen, Das war etwa so häufig wie von 2015 bis 2017 zusammen (2851), wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht. Die zweithöchste Stufe 4 für «hohe Gefahr» galt im vergangenen Jahr 12.027 mal - ebenfalls fast so oft wie von 2015 bis 2017 (12 459).

Die Daten stammen von gut 480 Stationen des Deutschen Wetterdienstes, der von Anfang März bis Ende Oktober einen «Waldbrand-Gefahrenindex» mit Stufen von 1 bis 5 berechnet. Die niedrigste Stufe 1 für «sehr geringe Gefahr» wurde im vergangenen Jahr 37.839 mal ausgerufen - in den beiden Vorjahren war dies jeweils mehr als 60.000 mal der Fall.

An diesem Donnerstag will Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit mehreren Verbänden über Hilfen für den Wald beraten. Heute stellen Forstwirtschaftsverbände in Berlin ihre Position vor.

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