Grüne: Ska Keller und Sven Giegold als Spitzenduo für Europa

Leipzig (dpa) - Die Grünen haben Ska Keller und Sven Giegold zu ihrem Spitzenduo für die Europawahl im Mai 2019 gewählt. Die 36-jährige Keller erhielt auf einem Parteitag am Samstag in Leipzig 87,6 Prozent der Stimmen, auf Giegold (48) entfielen sogar 97,9 Prozent.

Die Europaabgeordnete Keller rief in ihrer Bewerbungsrede vor den rund 800 Delegierten zu einem entschlossenen Kampf gegen Rechtspopulisten auf. «Wir werden es niemals zulassen, dass Europa in ihre Hände fällt», sagte sie. Das Europa der Demokratie und der Menschenrechte sei bedroht. Der nächsten Generation könne man zudem nicht sagen, dass die Politik nicht dazu gekommen sei, den Klimawandel aufzuhalten. «Wir haben nur diesen einen Planeten.»

Die deutschen Grünen haben Keller auch als Spitzenkandidatin für die europäischen Grünen nominiert. Sie hat gute Chancen, in zwei Wochen in Berlin gewählt zu werden.

Giegold, der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament, wandte sich strikt gegen EU-Skepsis: «Deutschland ist nicht Opfer, sondern immer Gewinner der europäischen Einigung.» Der Finanzexperte versicherte zudem: «Ich werde nicht Ruhe geben, bevor nicht Steuern da bezahlt werden, wo sie erwirtschaftet wurden.»

Mit persönlicher Note rief er zum Einsatz gegen riskante Chemieprodukte aus: «Mein kleiner Sohn hat Kreidezähne.» Das ist eine Störung der Schmelzbildung der Zähne. Zahnärzte sagten, Bisphenol A könne die Ursache sein, so Giegold. Bisphenol A steckt unter anderem als Weichmacher in Plastik. «Chemikalien müssen aus dem Alltag heraus», forderte Giegold. «Das sind wir Grüne der Gesundheit und auch der zukunftsfähigen Chemie schuldig.» Das sei er auch seinem Sohn schuldig.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
6Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 3
    2
    voigtsberger
    11.11.2018

    Da kann man sich nur wundern, wie namhafte Politiker in der Realität angekommen sind und von "Männerhorden" und kriminellen jugendlichen Ausländern sprechen und harte Konsequenzen fordern und von den Grünen an der Basis und im Vorstand ignoriert wird und auch von den Medien kein Aufschrei!
    Was für ein Thema, wenn dies schon wieder von der AfD käme und dann noch von Gauland!
    Oder will man damit nur im Osten und da vor allem in Sachsen auf Wählerfang gehen, denn all die Grausamkeiten von der Agenda 2010, den immer höheren Energiepreisen und den "Heuschrecken" in der Wirtschaft, mit Leiharbeit und Niedriglohn, haben die Grünen in der Ära Schröder, als Regierungspartei mit getragen. Nur die jetzigen Wähler der Grünen sind eine Generation, die diese Eingriffe in unser Sozialwesen nicht mehr deuten können oder nicht davon betroffen sind, wie die Beschäftigten des ÖD, die Beamten und die "Rad fahrenden vegetarischen" Hochschulabsolventen und da ist vor allem in den alten Bundesländern, das vergessen groß!

  • 3
    3
    franzudo2013
    11.11.2018

    Ich wusste gar nicht, dass Herr Maassen in der Freien Presse kommentiert.
    Inhaltlich haben Sie nichts zu sagen?
    Trotzdem danke für die Blumen.

  • 4
    7
    cn3boj00
    10.11.2018

    @franzudo, ihre Beiträge sind etwa genau so lustig wie die von Herrn Maaßen.
    @Hirtensang, deshalb sind das ja vermutlich alles linksextreme ;)

  • 6
    1
    Hirtensang
    10.11.2018

    Bei aller Sympathie für Sven Giegold darf nicht vergessen werden, dass die ehemalige Friedens- und Abrüstungspartei im Kabinett Schröder mitregierte und deutsche Soldaten in das Ausland geschickt hat.

  • 5
    5
    Interessierte
    10.11.2018

    Da wird es jetzt lustig und sehr bunt werden ...

  • 7
    7
    franzudo2013
    10.11.2018

    Ich hoffe sehr, dass sich viele engagieren, dass Europa nicht in linksextreme Hände fällt. Frau Keller solidarisiert sich offen mit der gewalttätigen Linken. Damit hat sie sich selbst aus dem demokratischen Spektrum verabschiedet. Im Gegensatz zu Keller hat Herr Giegold einen weiten thematischen Ansatz und bringt spannende Fragen aufs Tablett. Er muss aufpassen, dass seine Kollegen, dass nicht als populistisch interpretieren.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...