Grüne wollen ab 2050 nur noch Öko-Wälder in Deutschland

Berlin (dpa) - Die Grünen fordern, dass es ab dem Jahr 2050 die Wälder in Deutschland nur noch ökologisch bewirtschaftet werden. «Wie auch in der Landwirtschaft wollen und brauchen wir mehr Öko im Wald, zum Schutz des Klimas, der Artenvielfalt und der Umwelt.»

Dazu gehöre unter anderem, Stämme einzeln und mit bodenschonenden Verfahren zu ernten, heißt es in einem Aktionsplan der Bundestagsfraktion. Für heute hatten die Grünen zu einer Konferenz zum Waldschutz eingeladen.

«Wir wollen Baumarten, die an dem Standort auch natürlich vorkommen würden, sowie ein Verbot von gentechnisch veränderten Bäumen», schreiben Fraktionschef Anton Hofreiter und mehrere Abgeordnete. «Pestizideinsätze in Wäldern müssen Ultima Ratio für streng begrenzte außergewöhnliche Notfälle bleiben.» Es solle nur so viel Wild im Wald leben, dass neue Bäume keinen Extra-Schutz brauchen. Invasive Arten, die die natürliche Waldentwicklung störten, müssten bekämpft werden.

Der Öko-Wald bringe nicht nur Vorteile für die biologische Vielfalt, sondern auch für die Holzwirtschaft, weil die für höhere Stabilität, Widerstandskraft und eine bessere Holzqualität sorge. Weiter fordern die Grünen einen «Waldzukunftsfonds» von einer Milliarde Euro über zehn Jahre, um den Umbau von Monokulturen zu Öko-Wäldern zu fördern. Nur gesunde, stabile und vielfältige Wälder könnten den Herausforderungen des Klimawandels begegnen, schreiben sie.

Mit einem «Holzsparplan» wollen die Grünen erreichen, dass mit Papier und Holzprodukten sparsamer umgegangen wird. «Wir wollen das Bauen mit Holz erleichtern und auch Chancen der Digitalisierung insbesondere zur Senkung des Papierverbrauchs nutzen», heißt es im Aktionsplan. International müsse Deutschland sich «mit einer Kettensägenbremse» für den Schutz des tropischen Walds einsetzen.

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8Kommentare
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  • 4
    0
    Tauchsieder
    15.06.2019

    Alles tolle Ideen die hier geäußert werden. Nur hat man sich da schon mal mit dem Sachsenforst unterhalten?

  • 2
    2
    Malleo
    15.06.2019

    distel...
    Richtig, die anderen sind selbst dazu zu dumm und zu faul.

  • 1
    3
    Distelblüte
    15.06.2019

    Ralfs Idee der händischen Waldarbeit ist an sich gut. Das sollten vielleicht die jungen Männer machen, die mit ihrer Kraft nicht wissen wohin und deswegen Schlägertreffen wie das Tiwaz frequentieren; mal ein paar Monate ab 5 Uhr im Akkord Setzlinge pflanzen (ca. 500 pro Mann und Tag), wahlweise auch die Sturmschäden der letzten Jahre beräumen ohne große schwere Technik.
    Abends ist hoffentlich die Kraft eines Tages verpulvert und reicht nicht mehr für Gewalt gegen Menschen.
    Die Zahlen oben hab ich mir nicht ausgedacht, die sind echt.

  • 5
    3
    ralf66
    15.06.2019

    Da scheinen sich ja noch 5 rote Daumen in die Forstbrigade Hofreiter einreihen zu wollen.

  • 6
    6
    ralf66
    14.06.2019

    Das macht dann der Hofreiter mit seiner Truppe, er erntet die Bäume einzeln mit bodenschonenden Verfahren, die Werkzeuge der grünen Forsttruppe sind dann Axt, Schrotsäge und Pferd.

  • 6
    9
    Blackadder
    14.06.2019

    @Malleo: Wen?

  • 10
    8
    Malleo
    14.06.2019

    Vielleicht sollten die Grünen mal den lieben Gott bitten, die Welt nach ihren wünschen neu zu schaffen?
    Aber bitte dann ohne Grüne, mein bescheidener Wunsch!

  • 8
    5
    Distelblüte
    14.06.2019

    Das sind gute Ansätze, aber für die Umsetzung braucht es einen langen Atem. Auch wenn die Sturmschäden nicht mit Fichtensetzlingen, sondern mit Laubbaumsetzlingen wieder aufgeforstet werden, dauert es doch Jahrzehnte, bis die Bäume an nennenswerter Höhe gewinnen.



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