Honeckers Enkel: Der Junge unter der Lawine

Als er fünfzehn war, geriet sein Leben unter die Räder der Geschichte. Von seiner Familie außer Landes gebracht, verlor Roberto Yañez den Halt. Seitdem ist er auf der Suche. Der Ort seiner Kindheit, die DDR, wurde von seinem Opa regiert.

15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    kartracer
    04.01.2019

    @Deluxe, das ist nur die Spitze eines Eisberges, es ist gruselig, darüber nachzudenken, wie Politik funktioniert.
    Ich bin zwar kein Freund von Links, aber dieser ist sehr aufschlußreich, selbst wenn davon nur die Hälfte stimmen sollte, schlimm genug.
    " kpkrause.de/2017/12/07/wie-merkel-1987-mit-sed-grosen-feierte-2/ "

  • 9
    2
    Deluxe
    04.01.2019

    @diklu
    Nicht nur, daß Frau Merkel (damals noch Frl. Kasner) diese akademische Ausbildung der DDR verdankt.

    Sie war auch Pfarrerstochter, gehörte also einem Teil der Bevölkerung an, der sich heute gern als unterdrückt und permanent vom SED-Regime benachteiligt darstellt. Eine der immer wieder zu hörenden Äußerungen ist, daß Pfarrerskindern der Weg zur EOS und zum Studium verwehrt blieb.

    Für beide Behauptungen ist Frau Merkel der Gegenbeweis.

  • 10
    1
    diklu
    04.01.2019

    Wenn ich manchmal der derzeitigen Bundeskanzlerin der BRD - Frau Dr. Merkel - zuhöre, so stellt sich mir die Frage, ob sie womöglich vergessen hat, wer ihr (als ein Kind aus einfachen Verhältnissen) eine akademische Ausbildung in einer sie interessierenden, naturwissenschaftlichen Fachrichtung ermöglichte [Nebenbemerkung: ich beispielsweise habe das, in Bezug auf meine eigene Person, nie vergessen]. Und dann versuche ich mir für einen kurzen Moment vorzustellen, es habe in politischer Hinsicht kein 1990 gegeben. Was wäre dann wohl heute aus dem Mund von Frau Merkel zu vernehmen oder aus ihrer Feder zu lesen ... (?!)

    Ein Buchautor (leider ist mir sein Name im Augenblick entfallen) schrieb einmal (Zitat sinngemäß): "Es sind nicht die Schwächen der DDR, die der BRD ein Dorn im Auge waren und noch immer sind - sondern es sind deren Stärken! Die Defizite der DDR bilden nur den propagandistischen Nebel, welchen man auf's Schlachtfeld bläst, damit besagte Stärken nicht zu sehen sind." Diese rhetorische Formulierung finde ich hervorragend, denn sie trifft exakt den Kern der Sache. Nach genau diesem Prinzip wird nämlich die heutige Jugend unterrichtet und erzogen.

  • 9
    0
    diklu
    01.01.2019

    Im Übrigen finde ich, man sollte als Mensch stets bemüht sein, zu seinen Prinzipien und Überzeugungen zu stehen und keiner biegsamen Welle ähneln, oder gar einem Stück Knetmasse, welches sich - dem jeweiligen Mainstream Genüge tuend - in jede beliebige Form pressen lässt. Gerade die sogenannte Wendezeit hat ja offenbart, dass es leider viele Heuchler und Wendehälse in der Bevölkerung gibt.

  • 5
    9
    aussaugerges
    31.12.2018

    Das die ,,Bild,, die Wasserhähne von Erich vergoldet hat ist wohl nicht allen bekannt.

  • 12
    7
    BlackSheep
    30.12.2018

    @aussaugerges, die Saboteure der DDR sassen in Berlin, und das die DDR den Bach runtergegangen ist haben die zu verantworten und niemand sonst.

  • 3
    17
    aussaugerges
    30.12.2018

    Es gab nur 2% Opfer Demaziere.
    Ich kenne viele Brandstifter ud Saboteure da wer die Stasi Goldrichtig.
    Kabel durchgeschnitten,Tranportbänder zerschnitten,Feuer gelegt usw,usw.

  • 9
    17
    Interessierte
    30.12.2018

    Also ICH bin auch noch ein DDR-Bürger …..
    (obwohl mich das System DDR damals gar nicht so sehr interessiert hat und ich mein privates Leben gelebt habe und ich heute erst die DDR über die Dokus so richtig kennenlerne und verwundert bin , was da so alles los gewesen ist von der Ostsee über den Harz bis nach Oberwiesenthal …)
    denn , das bundesdeutsche (sprich: kapitalistische) Wirtschaftssystem war und ist nichts für mich ; ich mag weder die affektierten Menschen noch diese gesamte haarsträubende Politik , wo einem sonst etwas aufgezwungen wird - und wen du nicht mitspielst , nieder gemacht wirst ….

  • 10
    3
    diklu
    30.12.2018

    Zur Klarstellung für die verehrte Leserschaft. Auch mir liegt es fern, etwa die Machenschaften und Methoden des Staatssicherheitsdienstes zu glorifizieren. Das Mielke-Ministerium wollte mich nämlich in den 1980ern (im Alter von 25 Jahren) als inoffiziellen Mitarbeiter (IM) rekrutieren. Im Vorfeld dieses Anwerbungsversuchs hatte man die an meine Angehörigen und mich gerichtete Korrespondenz geöffnet - unter Bruch der Verfassung der DDR! Als "M-Kontrolle" bezeichneten die das in ihrem Fachjargon. Ich habe jenen Versuch damals klar und unmissverständlich zurückgewiesen. Der werbende MfS-Offizier attestierte mir in seinem Abschlussbericht "Sturheit", wie ich im Rahmen meiner Akteneinsicht später erfuhr. Doch ich habe mich diesem Mann gegenüber zu den Grundprinzipien einer sozialistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung bekannt und sehe überhaupt keinen Grund, weshalb dieses Bekenntnis heute (da sich die "Windrichtung" um 180 Grad gedreht hat) anders ausfallen (ich also ein "Wendemanöver" vollziehen) sollte. Im Gegenteil: was damals lediglich von der Theorie her bekannt war, ist mittlerweile durch viele praktische Erfahrungen untermauert worden und hat eine zutiefst emotionale Komponente bekommen. Gerade eben aus meiner Handlungsweise damals leite ich heute die moralische Berechtigung ab, meinen Standpunkt erhobenen Hauptes zu vertreten und die DDR-Symbole weiterhin zu führen. Besagter ehemaliger MfS-Offizier indes möchte heutzutage bezeichnenderweise nicht mehr als solcher erkannt werden ...

  • 3
    10
    aussaugerges
    30.12.2018

    Diesen Artikel habe ich eben an Spunik gesendet,wird auch von deut.Jurnalisten bearbeitet.

  • 20
    7
    kartracer
    30.12.2018

    Dieses Thema grenzt so langsam an Perversion, oder werden die Kinder und Enkel, der größten Naziverbrecher, die Millionen Menschen auf dem Gewissen haben, auch medial so gejagt!?
    Diese dürften übrigens weitestgehend in den so unfehlbaren alten Bundesländern leben!
    Ich bin kein Anhänger der ehemaligen DDR und ihrer Führung, aber für eine Fairness in der Aufarbeitung von vergangenem Unrecht.

  • 17
    13
    Hinterfragt
    30.12.2018

    Von was will man ablenken, dass man jetzt Honeckers Enkel ausgräbt, gibt es keine wirklichen Themen ? ...

  • 19
    13
    Deluxe
    30.12.2018

    Wie auch immer man das alles wertet, eins dürfte sicher sein.

    Weder die Bundeskanzlerin noch eine amtierende Bundesministerin würden in diesem unserem Staate mit einem einzelnen Personenschützer im normalen Zugabteil reisen.

    Und das sagt mehr über die DDR und über die heutige BRD aus, als alle Bücher über Familie Honecker/Yanez zusammen.

  • 10
    17
    Juri
    30.12.2018

    Ich möchte dieses Schicksal an dieser Stelle ausdrücklich nicht glossieren. Aber an dieser Stelle könnten zig andere Namen stehen, mit teils viel drastischeren Folgen.

    „……..verlor Roberto Yañez den Halt. Seitdem ist er auf der Suche. Der Ort seiner Kindheit, die DDR, wurde von seinem Opa regiert“.

    Welchen Ort in der DDR hat dieser „Opa“ nicht regiert???
    Denken Sie einmal darüber nach Herr Schilder, was sie ausgelöst haben, bei all den Opfern dieses Opas, die nicht seine Enkel waren.
    Journalisten sollten nicht nur schreiben, dass das Papier alle wird. Gut ist es immer auch den Verstand und das Gefühl mit einzusetzen.

  • 17
    20
    diklu
    30.12.2018

    Nun, dass Herr Yañez der "letzte Bürger der DDR" gewesen sei, kann eigentlich nicht stimmen. Denn auch ich beispielsweise fühle mich nach wie vor als DDR-Bürger, und das wird auch bis an mein Lebensende so bleiben. Wer mich mit meinem Kleinwagen im Chemnitzer Raum herumfahren sieht, wird merken, dass DDR-Insignien an dessen Heckscheibe kleben. Das bundesdeutsche (sprich: kapitalistische) Wirtschaftssystem war und ist nichts für mich. Es hat mir nur ganz wenige Vorteile, demgegenüber jedoch signifikante Nachteile beschert (Existenzangst, Niedrigentlohnung, Entlassungen, Betriebsschließungen, drohende Altersarmut etc.). Sorry, aber da kann es kein "Angekommensein im geeinten Deutschland" geben, wie das die heute Herrschenden so gerne hätten, auch wenn man jetzt einen bundesdeutschen Personalausweis bei sich trägt und die Gesetze jenes Staates zu akzeptieren hat.



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