Kanzlerin mahnt Augenmaß bei Kritik an - und wird bepöbelt

Reisen nach Sachsen hatten für die Bundeskanzlerin zuletzt etwas Beschwerliches. Nirgendwo schien der Unmut über ihre Flüchtlingspolitik so groß wie im Freistaat. Bei einem Besuch am Donnerstag trifft die Kanzlerin wieder auf Kritik.

Neukirch (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Firmenbesuch des Maschinenbauers Trumpf in Sachsen für Augenmaß bei Kritik geworben. «Die Kritik hat was Gutes, weil sie uns ja auch unruhig macht», sagte sie in Neukirch (Landkreis Bautzen) vor Mitarbeitern.

Wichtig sei aber auch, Kritik konstruktiv zu nutzen. Die Gesellschaft müsse ein richtiges Maß finden. Begleitet wurde Merkel vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Nach ihrem Firmenbesuch fuhr die Kanzlerin weiter nach Dresden, um sich mit der CDU-Landtagsfraktion zu treffen. Bei Merkels Ankunft hatten sich etwa 300 Pegida- und AfD-Anhänger in Sichtweite des Landtages versammelt und die Kanzlerin unter anderem als «Volksverräterin» beschimpft.

Kurz vor dem Eintreffen der Kanzlerin hatten Unbekannte in der Nähe des Landtags aus einer Personengruppe heraus zwei Ampullen mit einer übelriechenden Flüssigkeit geworfen. Das sagte ein Sprecher der Polizei Dresden. Dabei könnte es sich um Buttersäure handeln. Die Polizei ermittelt nun wegen versuchter Körperverletzung. Zuerst hatte Radio Dresden berichtet. Nach Beobachtung eines dpa-Reporters war der Geruch jedoch nur in unmittelbarer Nähe wahrnehmbar und richtete keinen Schaden an.

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