Künast: Klimaschutz geht nur mit Ernährungswende

Berlin (dpa) - Die Grünen-Politikerin Renate Künast fordert einen grundlegenden Wandel der Ernährung in Deutschland. «Wir haben ein gescheitertes Ernährungssystem», sagte Künast der Deutschen Presse-Agentur.

Die Produktion und der Transport von Nahrung in ihrer heutigen Form sei mit den Klimazielen Deutschlands nicht zu vereinbaren. «Meine These ist, dass Klimaschutz nur mit Ernährungswende geht», sagte Künast.

Die Grünen-Politikerin fordert vor allem, sich saisonaler, regionaler und mehr von ökologisch produzierten Lebensmitteln zu ernähren. «Einen neuen Genuss lernen» müssten die Deutschen, und dazu gehöre eben auch, dass man im Januar keine Erdbeeren isst. Auch der Fleischkonsum müsse für eine klimafreundlichere Nahrungsproduktion zurückgehen. Das würde nicht nur tonnenweise CO2-Emissionen vermeiden, sondern auch große Ackerflächen freigeben, die derzeit zum Futteranbau genutzt werden, sagte Künast.

Mit der Forderung nach einem Paradigmenwechsel in der Nahrungsproduktion ist Künast nicht allein, Umweltverbände fordern sie seit Jahren. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht Deutschland dabei auf einem guten Weg. «Unsere Landwirtschaft wird schon jetzt nachhaltig», sagte sie vorige Woche auf einer Nachhaltigkeitskonferenz. Durch die Förderung von Modernisierung in der Landwirtschaft will sie künftig pro Jahr 220.000 Tonnen CO2 einsparen. Auch den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft will die Ministerin weiter vorantreiben.

Oppositionspolitikerin Künast beurteilt die deutsche Agrarpolitik skeptischer. So würde die Politik falsche Anreize setzen, auch sei das Thema Ernährung und Landwirtschaft im Klimapaket der Bundesregierung kaum vertreten. Auch die Städte müssten den Wandel vorantreiben.

Die Landwirtschaft werde diese Wende von sich aus nicht hinbekommen, da es im Agrarbereich zu viele Beharrungskräfte gebe. «Da wird über Versicherungen geredet und staatliche Zuschüsse wegen Dürre oder Hochwasser», sagte Künast. «Aber es wird zu wenig darüber geredet, dass wir die Strukturen verändern müssen.»

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 1 Bewertung
16Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    3
    Malleo
    15.10.2019

    Blacky...
    ….und in Afrika wächst die Bevölkerung ungebremst.
    Atmen ist auch mit CO2 verbunden, schon gewusst?
    Wussten Sie ferner, dass 80% der auf dem schwarzen Kontinent benötigten Lebensmittel importiert werden?
    Wie wäre es, wenn man "bildet", die beste Schwangerschaftsverhütung und dann die Afrikaner ihre Lebensmittel selbst produzieren?
    Themen, über die man ungern spricht.
    Nach ihrer Talkshowrunde hat die gute Frau Künast wohl wieder mal ein Verbotsthema gefunden?

  • 2
    9
    ChWtr
    15.10.2019

    Wenn hier die meisten nur mit Ironie schreiben, können wir es auch lassen. Ich lasse es dann mal. Und Zustimmung Blackadder!

  • 5
    2
    Hinterfragt
    15.10.2019

    Nun @Blackadder; Ihre Ernährung mittels Fisch ist definitiv auch nichts für die Umwelt und den Fortbestand.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hering-dorsch-ostsee-fischfang-fuer-2020-reduziert-a-1291593.html

  • 4
    4
    Zeitungss
    14.10.2019

    @Hinterfragt: Nun gut, es war ein Schnellschuss und ich habe absolut nicht an die Folgen gedacht, gebe ich zu. Die Verfahrensweise kenne ich allerdings irgend woher.

  • 6
    5
    Tauchsieder
    14.10.2019

    Sag mir was du isst und ich sag dir wer(wo) du bist.
    Rote Beete - alles klar.
    Grünkohl - auch.
    Blaubeeren - dürfte auch klar sein.
    Bananen - O.K., da fällt mir nur der Pullunder ein.
    Und zum Schluss, nach langen Überlegungen, natürlich Schwarzbeeren.
    Mahlzeit.

  • 12
    5
    Steuerzahler
    14.10.2019

    Wir haben die Wende schon vollzogen! Bei uns kocht der Kobold, wir nehmen die im Netz gespeicherte Energie und bezahlt wird mit der Kilometerpauschale. So sind wir auf der grünen wissenschaftlichen Linie.

  • 15
    3
    Hinterfragt
    14.10.2019

    @Zeitungss; Oh,oh - Kohl.
    Das gibt "Treibhausgase" ... ;-)

  • 14
    5
    Zeitungss
    14.10.2019

    Frau Künast, wir haben angesichts der Dringlichkeit, unsere Ernährung schon komplett auf GRÜNKOHL umgestellt. Ich hoffe, es macht Schule.

  • 17
    9
    franzudo2013
    14.10.2019

    Klimaschutz ist genau so ein Unwort wie Ernährungswende. Es ist einfach unerträglich, von dieser Unterkomplexitaet behelligt zu werden. Frau Kuenast, gehen Sie mit gutem Beispiel voran, aber bitte lassen Sie alle anderen in Ruhe ihr Leben leben.

  • 19
    4
    Tauchsieder
    13.10.2019

    "Black.....": - ... dass wir zu viel Fleisch essen -.
    Da sie sich hier auch in der Verantwortung sehen, wünsch ich ihnen guten Appetit.

  • 17
    9
    Hinterfragt
    13.10.2019

    Wenn die Grünen ganz einfach, ab und an, mal die Klappe halten wurden, statt immer neue Verbote zu fordern, würde definitiv sehr viel CO² eingespart werden ...

  • 15
    5
    Einspruch
    13.10.2019

    Bestimmt wurde fair gefischt.

  • 21
    9
    Lesemuffel
    13.10.2019

    Vor lauter Wenden, kennt man die Ausgangslage nicht mehr. Meine Hoffnung: Die 360° - Wende!!!

  • 23
    7
    osgar
    13.10.2019

    Fisch @Blackadder? Was ist denn daran gut? Schon mal was von überfischten Meeren gehört? Wieviel Mikroplastik habe Sie denn da geschluckt?
    Fragen über Fragen.
    Bei uns gab’s nach 120-km-Radtour einen Kaffee (angeblich aus fairem Anbau) und ein Stück Schwarzwälder beim Konditor um die Ecke. Allerdings war der CO2-Ausstoß nicht gerade optimal, Mist.

  • 15
    27
    Blackadder
    13.10.2019

    Es ist nunmal ein Fakt, dass wir zu viel Fleisch essen. Die Massentierhaltung trägt zum CO2 Ausstoß bei, ist schlecht für die Tiere und das resultierende Fleisch ist ungesund für uns. Früher gabs auch nur am Wochenende Fleisch. Warum muss das heute jeden Tag sein? Wir haben als Familie den Fleischkonsum schon extrem runter gefahren. Man muss ja nicht vollkommen verzichten, aber jeden Tag muss es nicht sein. Heute gab es übrigens Fisch zum Sonntagmittag.

  • 23
    8
    1371270
    13.10.2019

    Tut mir leid - hier muss ich mir meinen Kommentar besser verkneifen!



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