Linke gewinnt Thüringen-Wahl: Keine Regierung in Sicht

Rot-Rot-Grün in Erfurt ist abgewählt - obwohl Regierungschef Ramelow mit seinen Linken einen deutlichen Erfolg feiert. Wer das Land künftig führt, ist völlig offen. Was macht der große Wahlverlierer CDU?

Erfurt (dpa) - Historischer Sieg für Bodo Ramelow in Thüringen, aber große Ungewissheit über die künftige Regierung: Der Ministerpräsident und seine Linkspartei sind bei der Landtagswahl am Sonntag erstmals in einem Bundesland stärkste Kraft geworden.

Die bisherige rot-rot-grüne Koalition verlor jedoch ihre Mehrheit. Die CDU, die zuvor seit 1990 stets die meisten Stimmen bekommen hatte, stürzte am Sonntag auf ihr schlechtestes Ergebnis. Sie lag hinter der AfD auf Platz drei, die ihr Resultat mehr als verdoppelte. Die Suche nach einer Koalition dürfte äußerst schwierig werden. Möglicherweise müssen die Parteien ganz neue Wege beschreiten.

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF verbesserte sich die Linke auf 31 Prozent (2014: 28,2 Prozent) und kam auf das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Die CDU von Spitzenkandidat Mike Mohring sackte auf 21,8 Prozent (2014: 33,5) - ein Minus von mehr als 11 Prozentpunkten. Die AfD, die in Thüringen vom Wortführer des rechtsnationalen Flügels, Björn Höcke, geprägt wird, sprang von 10,6 auf 23,5 Prozent. Die SPD sackte weiter ab: auf den neuen Tiefstand von 8,2 Prozent (12,4). Die Grünen lagen bei 5,1 Prozent (5,7). Die FDP kam auf 5,0 Prozent (2,5). Sie musste um den Einzug in den Landtag bangen.

Ramelow, der bisher einzige Linke-Ministerpräsident in Deutschland, sprach am Abend mit Blick auf die Regierungsbildung von einer komplizierten Aufgabe. Er betonte zugleich: «Ich sehe mich ganz klar bestätigt. Bei dem Zustimmungswert, den meine Partei bekommen hat, ist der Regierungsauftrag klar bei meiner Partei. Und ich werde diesen Auftrag auch annehmen.»

Rot-Rot-Grün verpasste die erforderliche Mehrheit von 46 Sitzen im Landtag nach den Hochrechnungen deutlich. Rein rechnerisch waren demnach drei Koalitions-Optionen möglich: Rot-Rot-Grün käme zusammen mit der FDP auf eine knappe Mehrheit von 47 Sitzen. Ebenfalls rechnerisch eine Mehrheit hätten Linke und CDU (50 Sitze) sowie Linke und AfD (51 Sitze). Alle Konstellationen sind jedoch politisch schwierig und waren vor der Wahl teils ausgeschlossen worden.

Mohring sagte am Abend, das Fehlen von Mehrheiten in der Mitte verlange nach neuen Antworten. «Zunächst heißt es, klug zu überlegen, was ist für unser Land wichtig, und wie können wir unsere Demokratie stabilisieren.» Bislang hatte er ein Bündnis mit der Linken ausgeschlossen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bekräftigte am Abend: «Unser Wort gilt nach den Wahlen genau wie wir es vor den Wahlen gesagt haben: Es wird keine Koalition der CDU mit der Linkspartei oder der AfD geben.»

FDP-Chef Christian Lindner erteilte einer Koalition mit der Linken eine klare Absage. «Für die FDP ist eine Zusammenarbeit mit Linker und AfD ausgeschlossen, weil beide Parteien die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland verändern wollen», sagte er am Sonntagabend in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Der Generalsekretär der Thüringer FDP, Robert-Martin Montag, sagte zu einer möglichen Koalition mit Rot-Rot-Grün: «Wer unsere Positionen kennt, der weiß, dass wir reden werden. Aber vom Stand jetzt, ist eine Zusammenarbeit mit der Linken schwer vorstellbar.»

Laut den Hochrechnungen dürfte der neue Landtag 90 Sitze haben. Die Linke kommt demnach auf 29 Sitze, die AfD auf 22, die CDU auf 21 Sitze. Die SPD könnte 8 Abgeordnete in den Landtag entsenden, Grüne und FDP lägen bei jeweils 5 Mandaten.

AfD-Spitzenkandidat Höcke sagte zu den Zugewinnen seiner Partei: «Das ist ein klares Zeichen der Thüringer: So geht es nicht weiter.» Die AfD sei auf dem Weg zur gesamtdeutschen Volkspartei. «Fakt ist, die Regierung Ramelow ist abgewählt, und das ist gut für Thüringen.»

Die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer zeigte sich enttäuscht über das historisch schlechte Wahlergebnis ihrer Partei. Die SPD habe gekämpft, aber leider habe sie in der Polarisierung zwischen Ramelow und der AfD nicht profitieren können, sagte Dreyer am Sonntagabend.

Grünen-Chef Robert Habeck sagte, Thüringen stehe nun vor «kompliziertesten» Verhandlungen. «In einer Phase, wo sich die Demokratie neu sortiert, können wir Ausschließeritis eigentlich nicht gebrauchen.» Alle demokratischen Parteien müssten miteinander gesprächsfähig sein.

Mehr als 1,7 Millionen Thüringer waren zur Wahl aufgerufen. Die Beteiligung stieg deutlich auf rund 66 Prozent (2014: 52,7).

Die Landtagswahl in Thüringen beendet das Wahljahr 2019, in dem es insgesamt vier Landtagswahlen - darunter drei in Ostdeutschland - sowie die Europawahl gab.

Zahlen zur Wahl:

- Wahlberechtigte: 1,73 Millionen Thüringer

- Erstwähler: 75.000

- Stärkste Wählergruppe: Über-60-Jährige (716.000)

- Stimmen: zwei - eine für den Direktkandidaten des Wahlkreises, eine für die Wahl der Landesliste einer Partei

- Wahlkreise: 44

- Parteien mit eigener Liste: 18

- Listenkandidaten: 399, davon 113 Frau

42Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Nixnuzz
    30.10.2019

    Hatte 2 Lehrer und 2 direkte Geschäftsführende Vorgesetzte. 1 Hauptverantwortlichen für eine eigene Spezialabteilung. Der lehrte uns zu gegebener Zeit wie man "sächsisch" spricht. 1 Freigekaufter war mir namentlich auch noch bekannt.

  • 2
    0
    Freigeist14
    30.10.2019

    Nixnuzz@ da fällt mir ohne Wikipedia nur H.D.Genscher aus Halle ein . Und für den Sport Helmut Schön aus Dresden.

  • 4
    2
    Nixnuzz
    30.10.2019

    Tja - ist schon interessant, was wir Wessies da so alles in die Ost-Politik exportiert haben. ..nach der Wende.. Und wieviel Ossies haben eigentlich vor der Wende an massgeblichen politischen und wirtschaftlichen Stellen bei den Wessies gewerkelt?? Frisch, fromm weniger aber frei zu besten Lebensbedingungen und mit Erfolg? Und Einfluß auf Untergebene/ Anvertraute?

  • 3
    9
    gelöschter Nutzer
    29.10.2019

    Hanke...: hören sie auf mit ihren verschwörungstheorien.

  • 8
    6
    Hankman
    29.10.2019

    @thomboy: Mag ja theoretisch alles ein. Aber Höcke ist eben kein Demokrat. Er frisst gerade kiloweise Kreide, doch über kurz oder lang werden wir wieder den Rechtsextremisten Höcke hören. Mit der Zeit schwitzt der Wolf im geliehenen Schafspelz - und zieht ihn wieder aus.

  • 2
    11
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    Also mir ist ein Demokrat den man "Faschist" nennen darf lieber als ein Faschist den man Demokrat nennen darf.

  • 8
    4
    osgar
    28.10.2019

    Naja, ein Politiker mit der Vita Bodo Ramelows ist mir immer noch lieber als einer, der hier https://de.wikipedia.org/wiki/Björn_Höcke
    so beschrieben wird und der laut Gerichtsurteil Faschist genannt werden darf.
    dazu gibt es unzählige links, hier nur einer
    https://www.focus.de/politik/deutschland/gericht-bestaetigt-bjoern-hoecke-afd-darf-als-faschist-bezeichnet-werden_id_11191583.html

  • 1
    12
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    Jeder der Bodo Ramelow gewählt hat sollte einmal schauen wen er da eigentlich gewählt hat: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bodo_Ramelow

  • 11
    3
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    Aber das ist ja das Problem der Altpartein, das die sich noch nie damit beschäftigt haben was Sie im Osten angerichtet haben.

  • 6
    5
    Interessierte
    28.10.2019

    Der Aufstand der Abgehängten , wurde heute gesagt im Radio

    Die etablierten Altparteien wurden abgewählt ………
    Erst wurde von der CDU/SPD der Osten tot gemacht
    Jetzt wurde von dem Osten die CDU/SPD tot gemacht

    So wendet sich das Blatt !!1

    Und wieso kann ein Paul Ziemiak bestimmen , wer mit wem regiert ?

  • 1
    0
    Nixnuzz
    28.10.2019

    @BlackSheep: Na gut - is aber jetzt wat spät. Ich lass es mal so stehen. 1 grüner.

  • 8
    8
    Lesemuffel
    28.10.2019

    @distelblüte Das Gericht hat nicht geurteilt, dass Höcke ein Faschist ist, aber es ist niemand verboten, ihn so zu diffamieren. Seltsame Rechtsprechung, natürlich rechtzeitig vor der Thüringen - Wahl lanciert. Allerdings haben das viele Thüringer durchschaut. Offenbar überzeugten viele rechtschaffene Alternative in der Nachbarschaft mehr, als die tägliche Diffamierung dieser angeblich nichtdemokratischen Partei. Übrigens hat ein Gericht die auf das Übelste beschimpfte Renate Künast nicht als Beleidigung beurteilt. Und da beklagen sich Politiker noch über die Verrohung der Sprache? Möchte solche Richter mal kennenlernen, wie sie privat miteinander umgehen.

  • 7
    2
    ChWtr
    28.10.2019

    Leider ist es so - Masse statt Klasse. Mir wäre es umgekehrt lieber.
    Aber so ist das nun mal mit den blökenden Schafen (...)

  • 9
    8
    Distelblüte
    28.10.2019

    @Malleo: Ihren letzten Satz stimne ichvzu ( wer hätte das gedacht).
    Die anderen Parteien hätten vielleicht mehr Erfolg gehabt, wenn sie wie die afd einen faktenfreien, dafür emotionalisierten Wahlkampf geführt hätten. Anstatt den Intellekt anzusprechen empfiehlt sich in breiten Schichten eher die (Ur)Instinkte zu wecken.
    Bei knapp 24% hat das hervorragend funktioniert.

  • 6
    6
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @Freigeist14,na für mich ist das kein Paukenschlag, ich habe bei dieser "neuen Einheitspartei Mitte" nichts anderes erwartet. Ein weiterer Beleg das diese Partein überflüssig sind.

  • 5
    10
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @Lesemuffel: Auch auf die Gefahr hin, wieder nicht mit dem Kommentar durchzukommen: so viele Thüringer wählen dann doch keinen Faschisten (offiziell nach Gerichtsbeschluss).

  • 9
    8
    Malleo
    28.10.2019

    Meinungspluralismus in D 2019
    Sonntag für Grüne bei Will
    Montag für Grüne bei Plasberg
    Mittwoch, Donnerstag für Grüne bei Maischberger, Illner und Lanz.
    An den Resttagen wird man verklebert oder verlispelt.
    Masse denkt nicht, Masse fühlt.

  • 5
    11
    Lesemuffel
    28.10.2019

    Ach Freigeist, diese Jünger werden alles hinnehmen, um die Alternative zu verhindern. Das ist praktisch ein Aufruf an die Wähler bei der nächsten Wahl für klare Verhältnisse zu sorgen: Absolute Mehrheit für die Ausgegrenzten. Ä

  • 13
    1
    Freigeist14
    28.10.2019

    Der größte Paukenschlag ist ,daß sich CDU-Möhring für eine Zusammenarbeit mit der Linken bereit erklärt . Das führt zu einem Erdbeben in Berlin . Die geschulten Antikommunisten der alten Kohl-Jünger werden das nicht hinnehmen .

  • 11
    6
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @Nixnuzz, Bürokratendemokratie stimme ich zu, aber da Volk mit reinzunehmen, das Volk dieses Landes interessiert unsere Regierenden doch am allerwenigsten, sonst wäre ja die AfD nicht so stark geworden.

  • 14
    0
    Freigeist14
    28.10.2019

    Dank solcher Fernsehformate wie "Anne Will" und der Person Ines Greipel als Sachverständige , weiß nun auch der Zuschauer , warum fal...äääh anders gewählt wurde : Die DDR - Diktatur hat die Menschen so autoritär indoktriniert ,daß noch heute die Extreme gewählt werden .

  • 4
    4
    Nixnuzz
    28.10.2019

    "Politiker werden doch dafür bzahlt Probleme zu lösen." Ausser die anderen Partner erheben Einwände und können die Hebel der Bürokratie und damit der langen Bank genüsslich auskosten. Da wir eine Bürokraten-Volks-Demokratie geworden sind, kann nur der kleinste gemeinsame Problemfall irgendwie gelöst werden. Und das muss dann der Öffentlichkeit auch reichen! Oder?...;-)

  • 12
    7
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @DT..., muss man Ihnen immer noch erklären wie Wahlen funktionieren? Wenn die Menschen mit etwas zufrieden sind wählen Sie es, Linke und wenn sie mit etwas nicht zufrieden sind wählen sie es nicht, Grüne und SPD. Das das manchmal kompliziert wird liegt nun mal in der Natur der Sache aber Politiker werden doch dafür bzahlt Probleme zu lösen.

  • 20
    9
    Hankman
    28.10.2019

    @Franzudo: Welche Regierung sollte denn Ihrer Meinung nach in Thüringen gebildet werden: Etwa eine aus AfD, CDU und FDP, mit Höcke als Ministerpräsident? Träumen Sie weiter Ihren Albtraum. Mag sein, dass Ramelows Koalition abgewählt ist, weil die SPD deutlich und die Grünen geringfügig verloren haben. Aber die Linke hat 2,8 Prozentpunkte hinzugewonnen - klingt für mich dann wiederum nicht nach Abwahl. Entscheidend war die Schwäche der SPD, was wohl am bundespolitischen Trend lag; deshalb fehlen der Koalition nun vier Mandate.

    Die AfD ist zweitstärkste Kraft. Aber mit ihr will keiner koalieren. Woran könnte das wohl liegen ...? Da die FDP auch nicht mit den Linken will, sehe ich keine Koalition mit einer Mehrheit kommen. Was machen wir da? Neuwahlen, bis was anderes rauskommt? Es bleibt m. E. erst mal nur eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung, die sich entweder von CDU oder FDP tolerieren lässt oder sich die fehlenden vier Stimmen von Fall zu Fall im Landtag besorgt, je nach Projekt. Es gibt in Europa Länder mit ähnlich fragmentierten Parlamenten, Minderheitsregierungen sind dort durchaus üblich. Man muss es nur mal ausprobieren.

    Und wünschen Sie sich nicht, dass die AfD irgendwo an einer Regierung beteiligt ist. Schon nach einer Legislaturperiode könnte es mit der Herrlichkeit vorbei sein, weil die Partei dann zum Establishment gehört, man vielleicht merkt, was sie alles nicht kann, und sie nicht mehr so toll als Projektionsfläche für Protest taugt.

  • 7
    18
    franzudo2013
    27.10.2019

    Wenn man sieht, wie sich Bartsch und Kipping auf das Wahlergebnis stürzen, beschleicht mich das Gefühl, dass Herr Ramelow nur als Mittel zum Zweck betrachtet wird. Zuerst den Regierungsauftrag reklamieren, dann weitersehen. Die Thueringer werden sich noch wundern, wie der Wolf den Schafspelz ablegen kann. Sollte dann Herr Ramelow auf seine persönliche Integrität bestehen, werden die Berliner Genossen ihn schnell absaegen.

  • 16
    12
    DTRFC2005
    27.10.2019

    @Hankman:So langsam müsste doch bei den Protestwählern angekommen sein, das dieses Verhalten nur zu Problemen führt Und dann auch noch in einem Bundesland, welches von einem guten Politiker Sachthemen relevant statt parteihörig geführt wurde. Kann ich nicht nachvollziehen, aber bitte, wenn der Wähler es kompliziert wünscht, solle es so bekommen.

  • 18
    15
    Malleo
    27.10.2019

    Faschist zu sagen, auch am Wahlabend von einer Grünen, reicht offensichtlich nicht, um das Versagen einer CDU oder die ins Nirwana geschickte SPD zu kaschieren.
    Nun und abseits der hippen Grünen- Hochburgen haben die Wähler noch ihren gesunden Menschenverstand nicht verloren und sie an der 5% Hürde schnuppern lassen.

  • 11
    26
    franzudo2013
    27.10.2019

    Mein Gott, die können doch nicht ernsthaft über solche Prothesen wie eine geschäftsführende Minderheitsregierung sinnieren. Ramelows Koalition ist abgewählt. Der Schaden für die Demokratie ist am größten, wenn die Demokratie nicht mehr funktioniert. Klingt simpel, ist aber offensichtlich schwer zu verstehen. Früher trat man noch zurück, wenn man zweistellig verloren hat.

  • 20
    21
    Distelblüte
    27.10.2019

    @Lesemuffel: Andersrum wird ein Schuh draus: etwa 24% ignorieren, dass Höcke ein Faschist ist, oder es ist ihnen egal. Oder, was der schlimmste Fall ist, sie haben deswegen afd gewählt.

    Funfact: Das Gericht ist auf Grund von echten Aussagen des Ex-Geschichtslehrers zu seiner Einschätzung gekommen.

  • 25
    15
    Hankman
    27.10.2019

    @Lesemuffel: Deutlich mehr als die Hälfte der thüringischen AfD-Wähler geben laut Umfrage zu, dass sie die Partei nur gewählt haben, weil sie mit den anderen unzufrieden sind. Nicht mal 40 Prozent wählten die AfD aus Überzeugung. Ich muss respektieren, dass ein Teil der Wähler die AfD toll findet, auch wenn ich das schwer nachvollziehen kann. Aber richtig doof finde ich, dass man - immer noch - so eine Partei wählt, um den anderen eins auszuwischen. Die Geschichte sollte lehren, dass das ganz, ganz übel ausgehen und das ganze Land ins Verderben stürzen kann. Am Ende will's dann wieder keiner gewesen sein.

  • 12
    18
    Freigeist14
    27.10.2019

    thomboy@ immerhin haben Sie ihre Empörung klein geschrieben . Was tatsächlich in Thüringen beschämend ist ,wissen Sie selber auch am Besten .

  • 23
    4
    OlafF
    27.10.2019

    Bodo Ramelow ist es gelungen viele Thüringer von seiner Person zu überzeugen und seine Partei zur stärksten Kraft zu führen. Es gelang ihm den Eindruck zu vermitteln, zumindest in Thüringen in großen Teilen in der Mitte der Gesellschaft an Vertrauen gewonnen zu haben. Obwohl die AFD davon wieder am meisten profitierte, lobte es die hohe Wahlbeteiligung als Sieg der Demokratie.
    Ob er mit seiner Regierung erfolgreich gegen die Alternative und die Christdemokraten, welche nun gemeinsam in der Opposition des Parlaments etwa die Hälfte der Sitze stellen können, ankämpfen kann, schein jedoch fraglich? Eine Koalition mit der AFD hingegen, schließt Mike Mohring (CDU) aus. Aber eine parteiübergreifende Zusammenarbeit zu bestimmten Themen scheint unvermeidlich.
    Es bleibt abzuwarten, inwiefern die erfolglose Berliner Führungsriege die Zügel durch Stallregie noch halten kann. Zu verantworten hat sie die Niederlagen der Parteien, durch ihre grundlegenden Fehler in der Bundespolitik, allemal.

  • 16
    27
    Lesemuffel
    27.10.2019

    Dass ein Gericht bestätigt, Herrn Höcke als Faschist bezeichnen zu dürfen, fanden offensichtlich tausende Thüringer als absurd, wählten die AfD, da offenbar dieser Mann kein Faschist ist. Knapp 24% bestätigten das.

  • 11
    34
    gelöschter Nutzer
    27.10.2019

    Eine schande eine SED Nachfolgepartei zu wählen .

  • 22
    15
    ChWtr
    27.10.2019

    Wenn man jemanden als Faschist bezeichnen darf, @Hankmann und dazu die Landesregierung einen guten Job gemacht hat, ist das Gesamtergebnis für RRG in Thüringen letztendlich unverständlich. Zeigt es doch, was die Empörungspartei unter diesem "Anführer" für ein Klientel um sich scharren kann. Wenn dieser Mensch und diese Partei fast 24% Wähler mobilisieren kann, vor allem auch Nichtwähler, kann es einem Angst und Bange werden.

  • 24
    11
    ChWtr
    27.10.2019

    Wenn man nicht endlich (!) über seinen Schatten springt, kann tatsächlich die AfD noch stärker werden. Höcke siniert ja bereits für die Zukunft von absoluter Mehrheit. Die beiden sogenannten Volksparteien sind wohl nicht mehr zu retten. Die Beschäftigung mit sich selbst und die Misstöne untereinander in der Groko sind ein selbstredendes Beispiel für den Wahlerfolg der Linken und leider auch für das Erstarken der Rechtspopulisten. Die Aussagen von Mohrig nach der Wahl sind wiedermal typisch für die CDU. Denn die sogenannten Ränder in Thüringen sind keine mehr. Die Empörungspartei unter Höcke hat sowieso keine Kennung bzw. keinerlei Antworten zu gesellschaftl. Fragen und ist nur ein Sammelbecken von nicht nachdenkenden Protestlern. Und die anderen Parteien sollten sich mal fragen, weshalb die Linke über 30% in Thüringen erreichen konnte. Ein unaufgeregt "konservativ Linker" Ramelow hat mit einer knappen Mehrheit von nur einer Stimme weder gegen die Wirtschaft, noch mit einer übertriebenen Ökobilanz regiert. Es gibt wesentlich schlechtere MP, oder andersherum - er hat seine Sache gut gemacht. Die hohe Wahlbeteiligung finde ich jedoch bemerkenswert und stärkt letztendlich die Demokratie, auch wenn mir die fast 24% für diese blaubraune Empörungspartei nicht gefallen.

  • 12
    32
    gelöschter Nutzer
    27.10.2019

    Hank...: Also "beeindruckend" ist anders. Das Ergebnis für die AfD ist beeindruckend und ein eindeutiger Wählerauftrag zur Regierungsbildung.

  • 27
    15
    Hankman
    27.10.2019

    Beeindruckendes Ergebnis für Ramelow und die Linke. Tja, aber was macht man aus so einem Wahlergebnis? Ich kann mich auch mit der Idee einer Minderheitsregierung unter Führung der Linken anfreunden. Da müssen aber alle über ihren Schatten springen. Ich fände auch das auf den ersten Blick absurde Modell Linke/CDU interessant. Dafür müssten die Sprünge über den eigenen Schatten - vor allem bei der CDU - natürlich noch länger sein. Und ich befürchte, die Union ist zu bräsig, um das mal auszuprobieren. Zur Stunde ist immer noch nicht klar, ob es Grüne und FDP wirklich in den Landtag schaffen. Sollten sie draußen bleiben, wir es vermutlich noch schwieriger.

    Unterm Strich frage ich mich, wie es kommt, dass laut einer Umfrage 59 Prozent der Thüringer mit der Arbeit von Rot-Rot-Grün zufrieden waren, die Parteien zusammen aber nur auf 43-44 Prozent der Stimmen kommen. Haben da einige das Wahlsystem nicht so richtig verstanden? Und mal ehrlich: Ein so hohes Ergebnis für die AfD in Thüringen mit einem Rechtsextremisten als Spitzenkandidat, den man laut Gerichtsurteil in der politischen Auseinandersetzung durchaus als Nazi bezeichnen darf, verstehe ich auch nicht.

  • 44
    12
    DTRFC2005
    27.10.2019

    Das zeigt mir, das Bodo Ramelow in Thüringen ein super Job gemacht hat.

  • 12
    14
    Lesemuffel
    27.10.2019

    Angesichts des konzentrierten Kampfes aller Parteien und Medien gegen die Alternativen wurde es offensichtlich zu einem Rohrkrepierer. Es reicht also nicht mehr aus, nur den Teufel an die Wand zu malen und vergessen, Politik für die Menschen zu machen. Die Quittung folgte deutlich. Mal abwarten, wie lange das Ausgrenzen von einem Fünftel des Wählervotums geht. Zunächst werden wohl CDU und Linke koalieren. Damit wird die CDU untergehen.

  • 34
    21
    SimpleMan
    27.10.2019

    Schade, dass es nicht für RRG gereicht hat, aber für mich ist eine RRG - Minderheitsregierung durchaus eine Option.

  • 26
    37
    gelöschter Nutzer
    27.10.2019

    Hohe Wahlbeteiligung ist gut für die AfD.



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