Links draußen

Sahra Wagenknecht hat viele politische Missionen. Die jüngste ist, mit der Sammlungsbewegung "Aufstehen" für neue linke Mehrheiten außerhalb des Bundestags zu kämpfen. Ihr Projekt soll in die Gesellschaft hineinwirken. Ein beachtlicher Teil genau dieser Gesellschaft will heute in Berlin bei einer Großdemonstration unter dem Motto "unteilbar" auf die Straße gehen: gegen Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Demokratie. Man muss nicht zwingend links sein, um diese Ziele zu unterstützen. Kein Wunder, haben sich dem Aufruf bundesweit rund 4500 Personen und Organisationen angeschlossen, darunter die Linke im Bundestag.

Doch ausgerechnet Fraktionschefin Wagenknecht macht nicht mit. Weil da zu viel von "offenen Grenzen für alle" die Rede sei, wie sie sagt. Das lehnt Wagenknecht ab. Auch von "Aufstehen" kommt keine offizielle Unterstützung für die Veranstaltung. Beides zusammen ist mehr als bizarr. Denn wer neue linke Bündnisse in der Gesellschaft sucht, gleichzeitig aber einer parteiübergreifenden Demonstration für Toleranz und gegen Rassismus die Unterstützung verweigert, büßt als linke Bewegung massiv an Glaubwürdigkeit ein. Wagenknecht und "Aufstehen" haben sich in einem wichtigen Moment fürs Liegenbleiben entschieden. Das wird Folgen haben. Denn potenzielle Anhänger werden sich fragen, ob dieses Projekt tatsächlich das Richtige für sie ist.

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3Kommentare
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  • 3
    3
    Deluxe
    14.10.2018

    Mir ist völlig unklar, warum LINKS sein automatisch bedeuten muss, das eigene Land bzw. dessen Hoheitsrechte quasi aufzugeben. Zugunsten unkontrollierter Masseneinwanderung.

    Dass Frau Wagenknecht das nicht mitträgt, finde ich mehr als anerkennenswert!
    Dass sie für eine vernünftige Haltung zum Thema Einwanderung sofort medialen Gegenwind erntet, ist beschämend und ignorant.

    Links sein heißt nicht, ohne Sinn und Verstand Politik zu machen.
    Links sein heißt, den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft zu suchen. Und zwar zuerst innerhalb der eigenen und für die reichlich vorhandenen sozial Schwachen im eigenen Land.
    Links sein kann aber nicht bedeuten, jeden Asylbewerber automatisch zum Einwanderer zu machen und auf Kosten der eigenen Bevölkerung Masseneinwanderung in die Sozialsysteme zu fördern.

    Das müssen die Linken aber erst noch begreifen...

  • 1
    2
    Tauchsieder
    14.10.2018

    War alles schon mal da. Nannte sich schlicht und ergreifend - APO !

  • 6
    3
    franzudo2013
    14.10.2018

    Respekt, Frau Wagenknecht!
    Diese Demonstration ist eine DDR-Inszenierung reinsten Wassers. Wir sind für den Weltfrieden. Wer nicht für den Frieden ist, ist gegen uns. Wer gegen uns ist, kommt nach Hohenschönhausen.
    Sie sind ganz offensichtlich eine der wenigen, die sich mit der Realität auseinander setzt. Deshalb gibts hier redaktionellen Gegenwind.



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