Millionenspenden für die Parteien

Die CDU bekommt die üppigsten Zuwendungen. Eine Chemnitzer Firma zahlte 10.000 Euro an die AfD.

Chemnitz.

Im November 2015 trat Hartmut Pfau auf einer Demonstration in Hohenstein-Ernstthal auf. Vor 150 Asylgegnern sprach er die Befürchtung aus, dass Deutschland irgendwann kein "homogener Volkskörper" mehr sein würde. Inzwischen öffnet Pfau als einer der Geschäftsführer der Chemnitzer Firma LST Luft-, Sanitär-, Klimatechnik GmbH den Geldbeutel für eine Partei, die einen Anti-Asyl-Kurs fährt: Im Jahr 2017 spendete sein Unternehmen 10.415 Euro an die AfD.

Die Verwaltung des Deutschen Bundestages hat jetzt die Rechenschaftsberichte der politischen Parteien für das Jahr 2017 veröffentlicht. Darin müssen alle Spenden ab 10.000 Euro einzeln ausgewiesen werden - von natürlichen und juristischen Personen. Die AfD erhielt demnach im vorvergangenen Jahr von 29 Spendern größere Beträge. Drei Firmen sind darunter: neben der LST aus Chemnitz die Bautzener Hentschke Bau GmbH mit 19.500 Euro sowie ein Aachener Unternehmen mit 20.000 Euro. Größter Einzelspender der AfD war mit 50.000 Euro der in Thailand lebende Mortimer von Zitzewitz. Ein Unternehmer gleichen Namens machte laut "Spiegel online" Ende der Siebzigerjahre Schlagzeilen, weil seine Hamburger Firma verdächtigt wurde, für den Bundesnachrichtendienst internationale Waffengeschäfte, auch in Krisengebieten, getätigt zu haben. Ob es sich hier um ein und dieselbe Person handelt, blieb unklar.

Die weitaus meisten Parteispenden bekam indes auch 2017 wieder die CDU: allein 550.000 Euro von Ralph Dommermuth, Gründer des börsennotierten Internet-Providers United Internet AG. Weitere Großspender der CDU waren der ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans Joachim Langmann, die Deutsche Vermögensberatung und der Verband der Chemischen Industrie. Der Chemnitzer Unternehmer Hans Jürgen Naumann, Chef von Niles-Simmons, gab der CDU 10.120 Euro.

Die FDP erhielt ebenfalls vergleichsweise viele Spenden von Unternehmen, auch im sechsstelligen Bereich. In Sachsen kamen 19.900 Euro von der Leipziger Immobilienfirma Vicus Group AG. Bei der SPD hingegen waren es nur drei größere Beträge, darunter wiederum vom Verband der Chemischen Industrie und von Daimler, bei den Grünen zwei: vom Berliner Finanzinvestor Jochen Wermuth und vom Verband Südwestmetall. Die Linke bekam als einzige Partei keine Spenden über 10.000 Euro von Unternehmen.

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