Nach Angriff auf Hotel: AfD sagt Bundeseventnahe Halle ab

Partei findet keinen anderen Veranstaltungsort in Sachsen-Anhalt

Dresden/Landsberg.

Die AfD hat einen Bundeskonvent in der sachsen-anhaltischen Stadt Landsberg (Landkreis Saalekreis) abgesagt. Das Hotel, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte, hatte eigenen Angaben zufolge die Veranstaltung aufgekündigt. Wie ein AfD-Parteisprecher am Donnerstag sagte, sei kein anderer Veranstaltungsort in Halle gefunden worden. Wenn der Konvent an einem anderen Ort hätte stattfinden sollen, hätten alle Delegierten dem zustimmen müssen. Dies sei nicht der Fall gewesen. Die Veranstaltung werde nachgeholt. Ein konkreter Termin dafür stehe noch nicht fest.

Hintergrund für die Absage des Treffens in Landsberg ist ein Angriff auf das Tagungshotel, in dem die AfD-Politiker zusammenkommen wollten. Wie das Mercure Hotel Halle Leipzig bestätigte, wurden in der Nacht zu Donnerstag drei Fenster zerstört. Über etwaige Hintergründe der Tat wolle man aber nicht spekulieren, hieß es. Der Schaden sei noch nicht bezifferbar. Laut der Polizei sollen die drei Scheiben gegen 0.30 Uhr eingeworfen worden sein. "Zudem wurde noch ein übler Geruch im Außenbereich des Gebäudes wahrgenommen", heißt es laut Polizei. Zeugen hätten umgehend die Polizei alarmiert. In Tatortnähe seien vier Personen gestellt worden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 20 und 21 Jahren. Alle sind demnach in Halle wohnhaft. Die Ermittlungen dauerten an.

Der Konventsvorsitzende, der sächsische Landtagsabgeordnete, Carsten Hütter, forderte nach der Attacke auf das Hotel Maßnahmen gegen die Antifa, die er für den Vorfall verantwortlich machte: "Die Antifa muss vom Verfassungsschutz beobachtet und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Schlussendlich gehört die Antifa verboten." Die nicht-öffentliche Sitzung des Konvents war in der Partei mit Spannung erwartet worden, weil über den rechtsextremen Politiker Andreas Kalbitz gesprochen werden sollte. Der ehemalige brandenburgische Landesvorsitzende war im Mai aus der Partei geworfen worden, weil er unter anderem seine frühere Mitgliedschaft bei der inzwischen verbotenen neonazistischen "Heimattreuen Deutschen Jugend" verschwiegen haben soll. Kalbitz wehrt sich juristisch gegen den Ausschluss. (kok)

3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 13
    13
    gelöschter Nutzer
    18.06.2020

    Math...: Die AfD muss nicht in die "Opferrolle schlüpfen" sie IST es, wie man an diesem Beispiel wieder sehr gut sehen kann . Genau, die sind nicht in der Mehrheit aber sie behaupten immer sie wären es. Da kann man sehen aus welcher Richtung Hass und Hetze wirklich kommt.

  • 17
    12
    mathausmike
    18.06.2020

    @Peggy01:
    Diese Randalierer sind nicht die Mehrheit und die AfD braucht nicht in die Opferrolle schlüpfen!

  • 22
    20
    gelöschter Nutzer
    18.06.2020

    Soviel zum "Demokratieverständnis" der "Demokratischen Mehrheit "