Nach Hanau-Anschlag: Polizei zeigt bundesweit mehr Präsenz

Der Todesschütze von Hanau war wohl psychisch schwer krank. Für Innenminister Seehofer ist trotzdem klar, dass es ein Terroranschlag war. Noch gibt es eine Ungereimtheiten zum Tatverlauf.

Berlin (dpa) - Nach dem Anschlag in Hanau hat Bundesinnenminister Horst Seehofer eine stärkere Polizeipräsenz in ganz Deutschland angekündigt. Gesetze sollen aber nicht verschärft werden.

Moscheen und andere «sensible Einrichtungen» werden verstärkt überwacht, wie der CSU-Politiker am Freitag in Berlin sagte. Die Bundespolizei werde an Bahnhöfen, Flughäfen und an den Grenzen präsent sein.

Seehofer nannte die Bluttat einen rassistisch motivierten Terroranschlag. Ermittler gaben weitere Details zum mutmaßlichen Täter Tobias R. bekannt. Sie gehen davon aus, dass er psychisch krank war - betonen aber auch seine rassistische Gesinnung.

In der Nacht zum Donnerstag hatte der 43 Jahre alte Deutsche neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Nach Angaben des Landeskriminalamts hatten drei eine deutsche Staatsangehörigkeit und zwei eine türkische. Je eines der Opfer hatte eine bulgarische, eine rumänische und eine bosnisch-herzegowinische Staatsangehörigkeit, ein weiteres sowohl eine deutsche als auch eine afghanische.

Zudem soll der Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben. Wann die Mutter erschossen wurde, ist noch unklar. Tobias R. soll während seiner Fahrt durch Hanau zwei der Opfer in ihren Autos erschossen haben. Das sagten Behördenvertreter in einer Telefonkonferenz Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages, wie Teilnehmer berichteten.

Tobias R. hatte im Internet wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien sowie rassistische Ansichten geäußert. Die Tat sei dennoch «eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag», bilanzierte Seehofer.

In Hanau gedachten Menschen erneut der Opfer des Anschlags. Etwa 200 Teilnehmer versammelten sich nach Veranstalter-Angaben auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, fassten sich an den Händen und bildeten eine kreisrunde Menschenkette. Auf Schildern war zu lesen: «Respekt. Kein Platz für Rassismus.» Oder: «Rassismus ist krass. Liebe ist krasser.»

Am Samstag will ein Bündnis gegen Hetze und Menschenverachtung in Hanau demonstrieren. Am Nachmittag ist auf dem Marktplatz eine weitere Kundgebung geplant.

In Halle an der Saale wird das Friedensgebet am Montag im Zeichen des Anschlags von Hanau stehen. «Kaum sind die Kerzen der Trauer um die beiden Opfer des Anschlages von Halle am 9. Oktober 2019 erloschen, löst eine erneute Gewalttat im ganzen Land Entsetzen und Trauer aus», teilte der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis mit. In Halle hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist einen Anschlag auf die jüdische Synagoge versucht, scheiterte aber an einer Tür. Er erschoß schließlich außerhalb der Moschee zwei Menschen.

Minister Seehofer nannte die Gefährdungslage durch Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus «in Deutschland sehr hoch». Nach dem Mordfall Lübcke und dem Anschlag von Halle sei dies der «dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten».

In den vergangenen Tagen seien weitere Anschläge verhindert worden, Ermittler hätten Sprengstoff und Handgranaten in großer Zahl sowie automatische Waffen sichergestellt, sagt der Minister. Mit Nachahmungstätern müsse man nach einer so schrecklichen Tat immer rechnen. Den Rechtsextremismus bezeichnete Seehofer als höchste Sicherheitsbedrohung für Deutschland. Er fordere nun «nicht mehr Personal und auch nicht mehr Paragrafen», sagte er. Die neu geschaffenen Möglichkeiten müssten genutzt werden. Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) verwies auf jüngst beschlossene Gesetze, etwa gegen Hetze im Internet.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sprach auf Grundlage erster Einschätzungen von einer offensichtlich «schweren psychotischen Krankheit» des Todesschützen. Seehofer betonte jedoch, «der rassistische Hintergrund dieser Tat ist aus meiner Sicht vollkommen unbestritten und kann durch nichts relativiert werden.» AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hatte zuvor Vorwürfe einer Mitverantwortung seiner Partei zurückgewiesen und von einem «offensichtlich völlig geistig verwirrten Täter» gesprochen.

Die Ermittler durchleuchten im Zuge der Aufklärung des Anschlages nun Handy- und Computerdaten des Täters. Abgeklärt werde, mit wem im Inland und Ausland er Kontakt gehabt und wo er sich aufgehalten habe, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Mittlerweile seien 40 Zeugen angehört worden, um den genauen Tathergang abzuklären. Noch habe man keine Hinweise auf Mitwisser oder Unterstützer.

Frank bestätigte, dass die Bundesanwaltschaft schon im vergangenen November Kontakt mit dem Attentäter hatte. Dieser habe Strafanzeige gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation gestellt und darin zum Ausdruck gebracht, dass es eine übergreifende große Organisation gebe, die vieles beherrsche, «sich in die Gehirne der Menschen einklinkt und dort bestimmte Dinge dann abgreift, um dann das Weltgeschehen zu steuern». Man habe aufgrund dieses Schreibens kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Auch der Vater war den Behörden bereits aufgefallen, etwa durch Beschwerdeschreiben. Er sei in der Tatnacht in der Wohnung bei Tobias R. angetroffen worden, sei aber kein Beschuldigter, sondern ein Zeuge, sagte Frank.

Diskutiert wird auch weiter über politische Konsequenzen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Bundestag, Jan Korte, forderte ein Demokratiefördergesetz, das Finanzmittel für Initiativen gegen Rechts «auf hohem Niveau» verstetigt würden.

Justizministerin Lambrecht kündigte an zu prüfen, ob die gerade erst verschärften Regelungen im Waffenrecht auch konsequent umgesetzt werden. Demnach müssen die Behörden immer beim Verfassungsschutz nachfragen, bevor sie Waffenerlaubnisse vergeben. Es müsse geprüft werden, ob die Behörden, die über die Zuverlässigkeit entscheiden, die nötigen Informationen bekommen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner forderten, die AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. «Der von der AfD gesäte Hass ist der ideologische Wegbereiter des rechten Terrors», sagte Kellner dem Nachrichtenportal «t-online.de». Seehofer sagte, das sei «weniger eine politische Frage, sondern eine des Verfassungsschutzes».

Wer in Deutschland eine Waffe besitzen will, muss im internationalen Vergleich recht strenge Voraussetzungen erfüllen. Geregelt ist das deutsche Waffenrecht im Waffengesetz. Es unterscheidet zwischen Waffenbesitzkarte und dem Waffenschein, der dazu berechtigt, eine geladene Schusswaffe zugriffsbereit in der Öffentlichkeit zu führen - also außerhalb der eigenen Wohnung, des eigenen befriedeten Besitzes oder der Geschäftsräume.

Wer Waffen nur kaufen und besitzen oder auf einem Schießstand nutzen will, wie zum Beispiel Sammler oder Sportschützen, braucht dafür eine Waffenbesitzkarte. Volljährigkeit, Zuverlässigkeit, Sachkunde und ein nachzuweisendes Bedürfnis sind hier Voraussetzung. Sachkunde und Bedürfnis können auch durch eine Jägerprüfung und das Lösen eines Jagdscheins nachgewiesen werden. Auch Sportschützen erwerben ihre Waffen mit einer Waffenbesitzkarte. Sie dürfen erlaubnispflichtige Waffen aber nur entladen und in einem verschlossenen Behältnis transportieren.

In Deutschland waren Anfang 2019 nach Angaben der Bundesregierung knapp eine Million Privatpersonen im Besitz von meldepflichtigen Waffen oder Waffenteilen. Der Deutsche Schützenbund zum Beispiel verzeichnete im vorigen Jahr mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Ende 2019 gab es gut 388.000 Jäger und Jägerinnen.

Nur wenige Privatpersonen haben zum Selbstschutz - weil sie gefährdete Personen sind - den Waffenschein, auch als «großer Waffenschein» bezeichnet. Sie müssen gegenüber den Behörden glaubhaft machen, dass sie «wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet» sind und «geeignet und erforderlich ist, diese Gefährdung zu mindern». Geht es um erlaubnisfrei zu erwerbende Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, reicht der kleine Waffenschein, um diese in der Öffentlichkeit zu führen.


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29Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 10
    1
    Nixnuzz
    21.02.2020

    Wer aus der moralischen Bahn geworfen wurde oder sich so fühlt, hat es vielleicht bei Waffenbesitz einfacher, seinen Wahnsinn umzusetzen. Aber ein generelles Hindernis ist es nicht. Etliche Messerattentate sprechen ihre eigene Geschichte. Der Ehrgeiz zu handeln erfolgte 1964 in Köln-Volkhoven: " .. Auf einem Schulhof in Köln schoss vor 50 Jahren Walter Seifert mit einem selbstgebastelten Flammenwerfer um sich. Acht Kinder, zwei Lehrerinnen und der Täter starben." Mit einer ebenfalls selbstgebauten Lanze angegriffen starben die 2 Lehrerinnen. Also wenn der innere Kompass sich in Rotation gesetzt hat, spielen wohl bürokratische Rahmenbedingungen kaum eine Rolle. Waffengesetze gut und vielleicht offiziell wirksam - aber für eine Tat von einem "Verrückten" kein Hindernis. ( https://www.welt.de/vermischtes/article128795219/Die-Kinder-brannten-wie-lebende-Fackeln.html ) Bei den bekanntgewordenen spontanen Messerattacken spielten wohl rassistische Hintergründe eher eine direktere Rolle.

  • 4
    13
    Distelblüte
    21.02.2020

    @Haju: Die von Ihnen erwähnte Dame gehört zur Neuen Rechten. Fein ummäntelt mit einer ultrakonservativen Glaubensinterpretation.
    Auf solche Menschen zu hören ist falsch.

  • 10
    4
    ralf66
    21.02.2020

    @Maresch, Sie haben in Ihrem 1. Kommentar das beschrieben, was in der Gesellschaft nicht nur auf rechte oder rechtsradikale zutrifft, Arbeitslose, Erfolglose, Ehelose oder insgesamt Loser finden Sie in der gesamten Gesellschaft vor, es ist eben kein rechtes Phänomen, dass müsste Ihnen doch jetzt neutral und deutlich genug sein, damit wäre das vermeintliche Konstrukt wie Sie es nennen aber allemal entkräftet.
    Sie haben auch in Ihrem 1. Kommentar kein Wort von Mord geschrieben, Sie haben nur beschrieben, wen die Rechtsradikalen die Schuld geben wenn für sie es nicht so läuft im Leben wie es laufen soll, von Mord war dort keine Rede, dass bringen Sie jetzt im Nachhinein als Ausrede.
    Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass ich Ihren 1. Kommentar, Ihre These bestätigt habe, wenn ich das gemacht hätte, hätte ich's geschrieben oder einen Grünen gesetzt, dass war in dem Fall leider nicht möglich?

  • 7
    5
    Haju
    21.02.2020

    Und außerdem: Natürlich gibt es geistige Erben der Alt68, die es geschafft haben, zweimal mit der Gleichen zu pennen. Zum Establishment gehören sie aber dennoch nicht und eine „neue Mitte“ stellen sie auch nicht dar; zumal an der Familie im alten Sinne weitergemacht werden soll. Einfach mal Hedwig von Beverfoerde fragen – am 15.02.2020 fand dazu ein Symposium mit dem Titel: „Familie am Abgrund – Ursachen und Auswege“ in Stuttgart statt.

  • 13
    7
    Krimitante81
    21.02.2020

    Maresch also bitte!
    Wer demonstriert denn kräftig dagegen, wenn Frauen für ihre Rechte kämpfen, oder Rentner gegen Altersarmut?!
    Wer tritt den einst mal erkämpften Feminismus und die Freiheit der Frauen(damit meine ich auch die Frauen, die in ihren Herkunftsländern widerwillig ein Kopftuch tragen müssen und hier die Freiheit suchen)mit Füßen?
    Ich kenne keinen NAZI (Euer Lieblingswort für alle die gegen unsere Regierung sind), der nicht Arbeiten geht und sich Tag für Tag abrackert. Unsere Regierung, und dazu zähle ich auch die Linken, versorgen andere mit Waffen und sind somit für mich genauso potenzielle Terroristen.
    Alle, wie sie diese Leute unterstützen!

  • 8
    10
    Maresch
    21.02.2020

    @Ralf. Noch eine Ergänzung. Sie wissen schon, dass Sie zu 100 % meine These bestätigt haben? Danke! :-)

  • 10
    14
    Maresch
    21.02.2020

    @Ralf.

    Sie schaffen es nicht das vermeintliche Konstrukt zu entkräften. Wenn es um Rechtsradikale geht, dann hat das ja wohl nach Grundsätzen der Logik nichts mit Linken usw. zu tun! Außer man versucht billige und lächerlichste Relativierungen, wie in Ihrem Fall. Mir wäre neu, dass Linke/Grüne ausländerfeindliche Straftaten bis hin zum Mord verüben, gegen andere ethnische Gruppen und Frauen hetzen. Das machen aber genau diese rechten Loser und Verschwörungsirren mit ihren Phobien und Minderwertigkeitskomplexen.

  • 13
    8
    ralf66
    21.02.2020

    @ChWtr, der Kommentar von Maresch stellt unweigerlich die Frage, seit wann ist Arbeitslosigkeit, Erfolgslosigkeit und Ehelosigkeit ein typisches oder gar alleiniges rechtes, rechtsradikales und rechtsextremistisches Problem? Das sind Behauptungen, die können nur zustande kommen wenn einem nichts besseres einfällt, solche Kommentare sind weltfremd und realitätsfern weiter nichts!

  • 14
    7
    Haju
    21.02.2020

    @ChrWtr
    Sie sollten Vorträge in der Roten Flora, Rigaer Straße usw. halten. Obwohl: Frauen gibt es auch da; bei der RAF hatten sogar vornehmlich Frauen das Sagen und in der Kommune Nr.1 gab es auch wenigstens eine Frau. Letzteres war harmlos, stellt aber den Beginn der spezifischen Sozialromantik des schwarzen Blocks und der Antifa dar.
    Jedenfalls gibt es keine linke Ideologie ohne Schuldzuweisungen – beginnend mit Adel, Kapitalisten, Brillenträger, Gentrifizierer usw. und das Spektrum geht da bis hin zum blutigen Staatsterrorismus.

  • 11
    13
    ChWtr
    21.02.2020

    Es ist und bleibt ein guter Kommentar, @Ralf.

    Weil man alles zerpflücken, zerhacken kann.
    Alles - in jedem Thema.
    Und richtig bleibt, was richtig ist.

    Offenbar ist es nur zu menschlich, so als erklärter Selbstschutz (bin kein Psychologe), wenn man immer (!) nur auf den, die Anderen schaut.

    Der, die das - das ist krass.

    Das ist eine sehr einfache und bequeme Sichtweise.
    Verstehen Sie das, @Ralf?

    Nur nicht bei sich selbst anfangen, nur nicht!
    Bei den Anderen, ja selbstverständlich - da ist es was anderes und lenkt von dem eigenen (...) ab.

  • 11
    7
    Haju
    21.02.2020

    @Maresch
    Das sind vielleicht Aspekte bei der Herausbildung von "einsamen Wölfen". Dann braucht es tatsächlich nur noch das Internet bzw. eines Mentors im arabischen Darknet.

  • 16
    13
    ralf66
    21.02.2020

    @Maresch, ich wollte erst nichts darauf schreiben aber ich muss es doch tun, bisschen einfach Ihr Konstrukt eines sogenannten Rechtsradikalen.
    Ich kenne Leute deren Wahlverhalten ist eher links-rot-grün, die arbeiten schon 30 Jahre nicht mehr, eine Frau können einige auch nicht aufweisen und dran Schuld sind in dem Fall nicht die Juden aber auch nicht Sie selber.
    Also solch einen Murks zu schreiben und andere hier schreiben drauf, ''ein sehr guter Kommentar'', dann habt ihr aber schon lange von der Realität Abschied genommen.
    Ich hoffe und will es nicht glauben, dass der schlimme Fall in Hanau Anlass dazu ist, der Realität und Objektivität auf Wiedersehn zu sagen.

  • 17
    0
    Hirtensang
    21.02.2020

    Waffen und Schußwaffen sind nur ein zweitrangiges Problem, erstrangig sind die Köpfe, die die Hände, die diese Waffen bedienen steuern. Statt des blinden politischen Aktionismus zur weiteren Verschärfung des Waffenrechtes, sollten die Ursachen, die weit in der Vergangenheit der Bundesrepublik liegen, gründlich analysiert und daraus politische Maßnahmen abgeleitet werden.

  • 13
    3
    OlafF
    21.02.2020

    Wäre mit einer Beobachtung oder gar einem Verbot der AFD rassistisch motivierte Morde verhindert worden ja/nein ? Entstanden als Antwort auf ungelöste gesellschaftliche Probleme und fehlender konservativer Programmatik in den Parteien der Mitte greift sie diese Themen auf, bringt sie auf die Tagesordnung und erzwingt mit Populismus einen Meinungskampf, welcher ansonsten im Untergrund und noch viel extremer geführt würde. In anderen Ländern, wie in Österreich, wurde diese Debatte bereits vor Jahren geführt und sorgte für einen breiteren Konsens gegenüber Konservativen Meinungen. Fanden dort schlimmere rechtsextremistische Vorfälle, als in D statt ?

  • 22
    7
    Interessierte
    21.02.2020

    Warum gibt es denn so viel Rechtsextremismus , gibt es dafür irgendwelche Gründe , dass der sich gegründet hat und immer stärker wird ?
    Vielleicht helfen da gar keine Diskussionen zu o.g. Themen , vielleicht muß man da etwas anderes tun ?
    Warum gibt es denn immer mehr Waffen ?
    Und warum hatte sich denn die AfD überhaupt erst gegründet , hatte das nicht irgendwelche Gründe ?
    Und warum gibt es denn Linksextremismus , hat das auch irgendwelche Gründe ?
    Vielleicht sollte man eher mal die Gründe ergründen , erörtern , als zu überlegen , wie man das Problem bekämpfen kann ?
    Wenn man die Gründe dafür abschafft , dann erledigt sich vielleicht das Problem ?

  • 14
    0
    Hirtensang
    21.02.2020

    Hans-Ludwig Zachert (ehemals BKA-Chef): "Fremdenfeindlichkeit ist der Ausdruck von latenten Rassismus in der bundesdeutschen Gesellschaft".
    Er bezeichnet die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland als ein "Skandalszenario", dass das Gesellschaftsbild wiederspiegelt und keinesfalls der in vieler Hinsicht nicht "gesellschaftsfähigen " Gruppe der Skinheads zu geordnet werden könne.
    Quelle: "BKA-Chef: Frühwarnsysteme haben versagt" Freie Presse vom 15.06.1993

  • 15
    11
    Echo1
    21.02.2020

    Es sind falsche, irre Ansichten, wenn man
    geschichtsvergessen Menschengruppen
    als nicht gleichwertig mit dem "eigenen deutschen Volk" hinstellt. Also rassistisch ist. Und diese Tat ist nur die Steigerung dieser irren Ansichten. Der Ursprung ist damit klar. Das hat nichts mit Instrumentalisierung gegen eine Partei zu tun. Das ist Logik, liegt auf der Hand.
    Die tieferen Ursachen liegen aber in unserer Gesellschaft selbst. Das will die politische Mitte aber nicht hören.
    Die Verfassung der BRD sollte uns helfen,
    zu mehr Demokratie zu kommen.

  • 14
    18
    ChWtr
    21.02.2020

    oh @Maresch - ein sehr guter Kommentar.

    Ähnlich hat es bereits @SimpleMan ausgedrückt.
    Die Anderen, immer die Anderen (...) - billig, schäbig.

    Und ja, ich wiederhole mich: g e f ä h r l i c h / denn so hat es angefangen!

    Die Parallelen zu 1928 sind frappierend.

    Wahnsinn und hätte es nie für möglich gehalten. Da war vor Jahren meine Frau "gedanklich" schon weiter und ahnte, was jetzt schon wieder auf der Tagesordnung ist - und den Vorschub leisten solche Veranstaltungen (u.a.) wie am letzten Mo.

    Oder ist Halle schon wieder vergessen?

  • 19
    10
    OlafF
    21.02.2020

    Der Zorn richtet sich gegen RECHTS, nicht allein gegen Rechtsextremismus, Terrorismus, Rassismus und Gewalt. Die Trauer um die Opfer vermischt sich mit Wut und schürt neuen Hass, diesmal gegen die vermeintlich politischen Verantwortlichen, zu orten im gegnerischen Lager.Auch in der Leserschaft die einzige Antwort zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte der Gegenwart ?

  • 27
    17
    Maresch
    21.02.2020

    Wenn man keinen Job kriegt oder nicht erfolgreich ist, ist der Ausländer schuld. Wenn man keine Frau findet, ist der Feminismus schuld. Und insgesamt, wenn die Welt nicht so läuft, wie man sich das so ausgemalt hat, dann steckt hinter alldem der Jude. Letztlich ist ein Rechtsradikaler einfach ein Loser mit Minderwertigkeitskomplex, der die Schuld immer bei anderen sucht.

  • 5
    16
    Haju
    21.02.2020

    "Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte am Freitag im Deutschlandfunk, er habe eine unglaubliche Wut."//
    Wut allein reicht aber noch nicht: man will, daß auch Sie zusätzlich in Panik geraten.
    "das Jahr, in dem Deutschland endlich ernst gemacht habe"//
    Genau: Deutschland ernst mache!

  • 17
    17
    Echo1
    21.02.2020

    So etwas passiert nur in einer unfriedlichen
    Welt, die Ängste hervorbringt zu den Velierern zu gehören, von anderen überrollt zu werden. Diese Ängste gab es schon vor
    der AfD. 2015 verstärkten sich die Ängste.
    Man konnte sie ja auch teilweise nachvollziehen. Die AfD nutzte sie für ihre rassistische Politik. Deren Resultat wir mit
    Hanau sehen.

  • 7
    11
    Hinterfragt
    21.02.2020

    @ChWtr; Nun ich antworte mal mit Ihren Wortenl:
    "...mit einer ähnlichen Antwort habe gerechnet. Typisch und bezeichnend...."
    Warum darf man nicht darüber reden?!?
    Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, ist dieses Verbrechen zu verachten, nur darf man dabei eben nicht den Blick auf vergangenes verweigern.

  • 19
    6
    Nixnuzz
    21.02.2020

    ..wann was gegründet wurde.." - geht nicht um Erfurt sondern den NSU und seine "follower". Was wurde zum damaligen Zeitpunkt in der Politik für die Bürger nicht gemacht - nicht gesehen? Was blieb in den Strukturen unserer Volksparteien unerledigt hängen? Rechtskonservatives Denken war doch im inneren Familienkreis damals noch immer vorhanden - aber nicht draussen aussprechbar - höchstens in Kleinstgruppen. Was hat der hochgelobte Haushalts-Sparzwang damals an Vermittlung von persönlicher Sicherheit und Wohlfahrt zerstört? "Verschrottung" unserer Sozialstruktur? Was konnten dann die Menschen noch aushalten, als 2015 die Menschenwelle zwar freudig begrüßt wurde - und dann danach den "angebrochenen Sozialstrukturen" als "Nachbarschaftshilfe" augenzwinkernd überlassen wurde? Bevor alles der AfD nachgesagt wird, sollten die älteren Parteienvertreter nochmals in gemeinsame Klausur gehen und sich über die Wurzeln der gewachsenen Rechts-Verbrecher schlau machen. Und vielleicht auch die jüngeren Medienvertreter mitnehmen und dort einen altdeutschen Literatursprachkurs vermitteln. Vielleicht auch mal die Medienbesitzer dorthin dazu einladen?...

  • 12
    7
    ChWtr
    21.02.2020

    @Hinterfragt: mit einer ähnlichen Antwort habe gerechnet. Typisch und bezeichnend. Ich habe den Eindruck, dass absichtlich provoziert wird. Solange es geduldet wird, kann man ja antworten. Oder besser, sich seinen Teil denken.

  • 7
    14
    Hinterfragt
    21.02.2020

    @ChWtr; Nö muss er nicht es ging um die Aussage von Laschet:
    "... «Es gab immer schon psychisch Kranke. Die sind aber nicht zu Mördern geworden...."

  • 24
    7
    SimpleMan
    21.02.2020

    @Hinterfragt "Nun, warum auch eine Mitschuld an der eigenen Politik suchen??? ..." Und warum zuerst bei Anderen suchen, als sich an die eigene Nase fassen?

  • 21
    12
    ChWtr
    21.02.2020

    Es muss ein schlimmer, menschenverachtender Fall aus dem Jahre 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium herhalten um zu beweisen, wann was gegründet wurde - und das in diesem Zusammenhang.

    Irgendwas stimmt nicht.

  • 19
    18
    Hinterfragt
    21.02.2020

    Nun, warum auch eine Mitschuld an der eigenen Politik suchen???

    "...Armin Laschet ... «Es gab immer schon psychisch Kranke. Die sind aber nicht zu Mördern geworden. ..."

    6 Setzen!
    Nur 1 Beispiel:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt war 2002
    Die AfD wurde 2013 gegründet ...

    Ich finde es erbärmlich, dass man dieses Verbrechen für den eigenen Wahlkampf instrumentalisiert.