Obama an die Jugend: Lasst Opas nicht eure Zukunft bestimmen

Smart und locker antwortet der Ex-US-Präsident auf die Fragen der jungen, angehenden Führungskräften aus Europa. Obama erntet viel Beifall. Kritische Fragen? Lieber nicht.

Berlin (dpa) - Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die jungen Menschen aufgerufen, sich in der Welt zu engagieren und sich einzumischen. Die Jungend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, und «ihr könnt die Welt verändern», sagte Obama am Samstag in Berlin,

Er bekräftigte bei einer Veranstaltung mit jungen Menschen in der ESMT-Privathochschule: «Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?»

Die Jugend sollte über den politische Kurs mitentscheiden. Das gelte auch für die Umweltpolitik und den Klimaschutz. Das gelte aber auch, wenn es gegen den weltweiten Populismus gehe. Wie schon bei einem Auftritt am Donnerstag in Köln vermied Obama es, seinen Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen. Aber diese Aussagen dürften wieder an diesen adressiert gewesen sein.

In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Trump leitete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Abkommen ein. Allerdings wurde auch Obamas Klimapolitik während seiner Präsidentschaft von deutscher Seite immer wieder kritisiert. Er hatte auch das Thema relativ spät für sich entdeckt.

Obama sprach auch das Problem der Migration in Europa und in den USA an und unterstrich, dass es weltweit einer vernünftigen Einwanderungspolitik bedürfe. Zudem gehe es darum, die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern.

Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern, munterte Obama die jungen Leute auf. Die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen. Europa gehe es gut. Es habe einen der höchsten Lebensstandards, gute Bildung und Demokratie. Aber: «Wir leben in unsicheren Zeiten.» Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören.

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, fragte Obama, wie er die persönlichen Angriffe gegen sich verarbeite. Beide gaben sich bei der Veranstaltung einen sogenannten Faustgruß - umgangssprachlich als «Ghettofaust» bekannt. Obama ist bekannt für diese Art der Begrüßung, immer wieder hatte er so als US-Präsident Leute gegrüßt, etwa Angestellte und Besucher im Weißen Haus oder den ehemaligen US-Vizepräsident Joe Biden.

Wie er persönliche Angriffe wegstecke? Er schaue sich keine Sendungen über sich an. Das brauche er nicht, denn er sei ja selbst da gewesen und wisse, was passiert sei, antwortete Obama. Der Ex-Präsident verabschiedete sich mit den Worten: «Ändert die Welt.»

Am Vortag hatte sich Obama mit Kanzlerin Angela Merkel zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Dabei dürfte es auch um die angespannten transatlantischen Beziehungen gegangen sein. Den Auftakt seines Deutschlandbesuch machte Obama am Donnerstagabend in Köln bei einer Veranstaltung mit 14.000 Teilnehmern.

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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    2
    Hirtensang
    08.04.2019

    Natürlich hat Obama recht. Die Jugend soll sich zur Gestaltung ihrer Zukunft auf der politischen Bühne einmischen.
    Dazu gehört nicht nur für die Bremsung der Zerstörung der Natur durch Chemie und die Verstromung von Braunkohle zu demonstrieren, sondern auch für die Auflösung der NATO, die durch das Heranschieben von Kampfeinheiten an die russische Grenze ganz Europa in ein Inferno verwandeln kann

  • 6
    3
    ralf66
    08.04.2019

    Der Obama sollte besser in Amerika bleiben und Merkel sollte abtreten!!!!!

  • 6
    2
    Franziskamarcus
    07.04.2019

    Im übrigen ist der Friedensnobelpreisträger Barack Obama laut „New York Times“ seit dem 6. Mai 2016 offiziell der US-Präsident mit den meisten Kriegstagen.

  • 6
    4
    osgar
    07.04.2019

    Da bleibt zu hoffen,daß der gute Obama niemals von seinen Töchtern zum Großvater gemacht wird. Wie man sich doch häufig in solchen gepushten Hoffnungsträgern irren kann.

  • 6
    2
    Interessierte
    07.04.2019

    Kinder an die Macht !!!!!!

  • 14
    3
    Malleo
    07.04.2019

    Für 400.000€ in einer Stunde kann man viele Botschaften loswerden.
    Ich bin mir sicher, dass es Guantanamo noch gibt.
    Soviel zur Glaubwürdigkeit des Friedensstifters Obama.

  • 12
    6
    ralf66
    07.04.2019

    Einen Keil in die deutsche Gesellschaft treiben, braucht Obama nicht, dass sollte er sein lassen, jedenfalls nicht noch mehr, wie der Keil schon getrieben ist. Alte, ältere erfahrene Mitmenschen und junge noch lernbedürftige Mitmenschen im Land, müssen gemeinsam, allgegenwärtige Probleme angehen, ohne sich generationsmäßig auszugrenzen! Dieser Obama, ein Sprücheklopfer, hat die Welt weder befriedet, noch die Gesellschaft in Amerika zum positiven verändert.



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