Pechvogel Maas: Dritte Flugzeugpanne in drei Monaten

Fast ein Jahr lang war Außenminister Heiko Maas pannenfrei geflogen. Inzwischen erwischt es den Vielflieger der Bundesregierung im Monatsrhythmus. Diesmal sprang beim Start nach Bulgarien das Triebwerk nicht an.

Sofia (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas ist wegen einer Flugzeugpanne mit einer Verspätung von etwa 70 Minuten zu seinem Antrittsbesuch in Bulgarien eingetroffen.

Grund war nach Angaben des Piloten, dass eine Hilfsturbine zu wenig Druckluft zum Starten der Triebwerke lieferte. Es musste deswegen eine externe Luftzufuhr als Starthilfe angefordert werden.

Der Minister hatte aber noch Glück im Unglück: Termine platzten wegen der Panne nicht. Ein Treffen mit Ministerpräsident Boiko Borissow musste Maas aber um eine Stunde verschieben. Der bulgarische Regierungschef begrüßte seinen Gast aus Deutschland trotzdem ausgesprochen herzlich mit einer Umarmung. Am Montag will Maas in Sofia den Grundstein für den Neubau der deutschen Botschaft legen.

Der SPD-Politiker flog mit einem Airbus A321 nach Bulgarien. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr nutzt das für Kurz- und Mittelstrecken ausgelegte Flugzeug erst seit Dezember. Es kann 82 Passagiere transportieren, ist 840 Stundenkilometer schnell und kann Strecken bis 5000 Kilometer zurücklegen.

Die Bundesregierung hatte das Flugzeug im vergangenen Jahr gebraucht angeschafft. Bis zur ersten Panne dauerte es nun kein halbes Jahr. Damit ist jetzt keins der vier unterschiedlichen für Regierungsflüge vorgesehenen Flugzeugtypen mehr pannenfrei. Die anderen sind der Airbus A340 (Langstrecke), der A319 (Mittelstrecke) und die Global 5000 von Bombardier (Langstrecke).

Für Maas ist es bereits die dritte Panne an einem Regierungsflieger innerhalb von drei Monaten. Ende Februar blieb er zum Abschluss einer Afrika-Reise in der malischen Hauptstadt Bamako liegen. 20 Stunden musste er dort auf einen Ersatzflieger warten. Anfang April hatte er bei der Landung in New York eine Reifenpanne. Vor seiner ersten Pannen war er fast ein Jahr lang rund 300 000 Kilometer pannenfrei geflogen.

Die Bundesregierung hat inzwischen Konsequenzen aus den zahlreichen Pannen bei den Regierungsfliegern gezogen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben, die die Flotte von derzeit 14 teils recht alten Flugzeugen ergänzen sollen.

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6Kommentare
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  • 3
    2
    Freigeist14
    20.05.2019

    Ach so . Ich dachte ,Herr Maas wird wegen seiner Diplomatieversuche und dem Setzen auf falsche Pferde als "Pechvogel " betitelt .

  • 2
    5
    Interessierte
    20.05.2019

    Viel - schlimmer wäre es gewesen beim Start von Bulgarien ...

  • 4
    1
    Zeitungss
    20.05.2019

    Es ist Besserung in Sicht, die bayerischen Flugtaxis sind bald fertig und wie zu hören war, setzen sich die Grünen bereits für die Elektrifizierung der wichtigsten Fluglinien ein. Der alte Siemens- Lufthaken könnte endlich einer brauchbaren Nutzung zugeführt werden, nur mal so zur Aufmunterung.

  • 8
    1
    Lesemuffel
    20.05.2019

    Vielleicht sollte die Flugbereitschaft auf Tupolews umsatteln? Oder ausrangierte Jets der ehemaligen DDR - Regierungsflugstaffel reaktivieren? Die konnten sicher starten, fliegen und landen.

  • 11
    2
    Hinterfragt
    20.05.2019

    Ich kann das Flugzeug verstehen ...

  • 11
    2
    BlackSheep
    20.05.2019

    Nichts gelernt, die Verantwortlichen, oder liegt es daran das man in Deutschland schlechte Arbeit nur bei den kleinen bestraft wird?



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