Rechtsextreme Morde nun auch an Amtsträgern?

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke übernommen. Sie sieht ein rechtsextremes Motiv.

Karlsruhe/Kassel.

Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) gehen die Ermittler von einem rechtsextremistischen Motiv für das Verbrechen aus. Dafür sprächen Vorleben und frühere Äußerungen des mutmaßlichen Täters, der am Samstagmorgen von einer Spezialeinheit festgenommen worden war. Das sagte am Montag ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Zuvor hatte die oberste Strafverfolgungsbehörde erklärt, die Ermittlungen im Fall zu übernehmen.

Der 45-jährige Stephan E. aus Kassel, der vor Jahren mit rechtsextremen Aktionen aufgefallen war, sei dringend tatverdächtig. Der Vorwurf laute Mord, da die Tat voller Heimtücke ausgeführt wurde. Dem Opfer war auf der Terrasse seines Hauses im Ortsteil Istha der Stadt Wolfhagen aus nächster Nähe in den Kopf geschossen worden. Gefunden hatte man den Verdächtigen über eine DNA-Spur, die an der Kleidung des Opfers sichergestellt werden konnte. Zu ihr gab es einen Treffer in Form eines Datensatzes in der Kartei des Bundeskriminalamtes.

Der in Untersuchungshaft genommene Verdächtige soll nach Angaben aus Sicherheitskreisen zuvor Verbindungen in die rechtsextreme Szene gehabt haben. Natürlich gehe man der Frage nach, "inwieweit bislang unbekannte Hintermänner oder Tatbeteiligte" eingebunden waren, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Bei einer Razzia wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Bislang mache man aber keine Hinweise auf ein rechtsterroristisches Netzwerk aus.

Wie die Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter Berufung auf Ermittlerkreise schrieb, ist Stephan E. für einen vereitelten Bombenanschlag auf eine Asyl-Unterkunft verantwortlich, der 1993 im Taunus stattfand. Laut dem Berliner "Tagesspiegel" soll er der Organisation "Combat 18" nahestehen (Szene-Jargon für "Kampfgruppe Adolf Hitler").

Nach Informationen der "Freien Presse" nahm Stephan E. am 1. Mai 2009 an einer illegalen Demonstration sogenannter "Autonomer Nationalisten" teil, zu der über 400 Teilnehmer nach Dortmund fuhren. Sämtliche Namen liegen der "Freien Presse" vor. Sie lieferten sich eine Schlacht mit Besuchern einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und mit der Polizei. Schaufenster und Einsatzwagen wurden zertrümmert. Aus Kassel war eine ganze Gruppe angereist, darunter ein Aktivist, den die Ermittler des BKA später zu Kontaktleuten des Unterstützer-Netzwerks der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zählten. Aus dem NSU-Umfeld befanden sich aus anderen Teilen Deutschlands mindestens fünf weitere Personen unter den Demonstranten, laut LKA Thüringen sogar einer der späteren NSU-Beschuldigten.

In Dortmund hatte 2006 der achte Mord der nach der Tatwaffe benannten Ceska-Serie des NSU stattgefunden. Insgesamt fielen der Serie neun Kleinunternehmer mit ausländischen Wurzeln zum Opfer, der letzte nur Tage nach dem Dortmunder Mord in Kassel. Bei diesem letzten Ceska-Mord hatte sich aus immer noch ungeklärten Gründen ein hessischer Geheimdienstler am Tatort befunden, der zeitweise selbst als verdächtig galt. Vom Verfassungsschutz wurde der Mann später ins Kasseler Regierungspräsidium versetzt, jene Behörde, der das jetzige Mordopfer vorstand.

In rechtsextremen Kreisen machte sich Lübcke im Herbst 2015 Feinde. Auf einer Versammlung rügte er einen Störer, wer christliche Werte wie Hilfe in der Not nicht teile, könne "jederzeit dieses Land verlassen". Danach bekam er Morddrohungen und stand zeitweise unter Polizeischutz.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
20Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    4
    ralf66
    19.06.2019

    @Distelblüte, das hätten Sie wohl gerne, dass andere den Mund halten und sich bedingungslos ihrer Meinung unterordnen, wenn rechte Straftaten benannt werden dann auch linke, ich relativiere weder rechte noch linke Verbrechen, dabei kommt es mir schon gar nicht darauf an, ob die eine Seite mehr Dreck am Stecken hat wie die andere Seite.

  • 2
    4
    Distelblüte
    19.06.2019

    @ralf: Was ebenfalls gefährlich ist, das sind die ständigen Relativierungen von rechtskonservativer Seite mit dem eiligen Hinweis "aber die Linksextremen auch!"
    Lassen Sie das einfach, dann Liste ich nichts mehr auf.

  • 4
    2
    ralf66
    19.06.2019

    @Distelblüte, solche Mühe machen Sie sich, um den Beweis zu führen was gute Extremisten sind und böse Extremisten sind. Die Mühe alles hier aufzulisten hätten Sie sich sparen können, dass habe ich alles schon selber gelesen.
    Sie können mir hier herschreiben was sie wollen, auch mit bedeutend weniger Tötungsdelikten, die die Linksextremen verübt haben sind sie für mich weder gut noch besser, sie bleiben was sie sind, sehr gefährlich.

  • 2
    4
    Distelblüte
    19.06.2019

    @ralf: Gut, gehen wir weiter zurück. Lesen Sie sich folgenden Text durch:
    Quelle: Wikipedia, Todesopfer rechtsextremer Gewalt

    Von 1949 bis 1990 wurden Opfer rechtsextremer Gewalt weder von Medien noch Staatsbehörden einheitlich erfasst. Man rechnet daher mit einer hohen Dunkelziffer von Todesopfern. Ansätze eines Rechtsterrorismus in den 1980er Jahren riefen ein breites mediales Echo hervor. Damit rückten auch mögliche Todesopfer neonazistischer Anschläge in den öffentlichen Fokus. Einige ältere Einzelfälle werden auch in der aktuellen Diskussion erwähnt.
    Gedenktafel für den ermordeten Celalettin Kesim
    Denkmal am Ort des Anschlags der Münchener Oktoberfestattentate
    Bei dem Versuch der Entschärfung einer Bombe des Naziterroristen und damaligen Funktionärs der Jungen Nationaldemokraten in Wiesbaden Peter Naumann starb 1974 ein Feuerwerker.
    Bei rassistischen Pogromen am 11. und am 12. August 1979 wurden in Merseburg (Bezirk Halle) zwei kubanische Vertragsarbeiter, Delfin Guerra (18) und Raúl Garcia Paret (21), getötet.[4][5]
    Am 24. Dezember 1979 ertrinkt Rudi Dutschke während eines epileptischen Anfalls in der Badewanne seines Hauses im dänischen Aarhus. Der Anfall ist eine Spätfolge eines politisch motivierten Angriffs: Am 11. April 1968 hatte der Rechtsextremist Josef Bachmann am Kurfürstendamm in West-Berlin auf Dutschke geschossen. Zwei Kugeln waren dabei in Dutschkes Kopf eingedrungen und hatten zu schweren Hirnverletzungen geführt.
    Am 5. Januar 1980 wurde der türkische Kommunist Celalettin Kesim am Kottbusser Tor in Berlin von türkischen Rechtsextremisten (Graue Wölfe) und Islamisten erstochen.
    Am 22. August 1980 starben die beiden Vietnamesen Ngoc Nguyen und Anh Lan Do nach einem Brandanschlag der Deutschen Aktionsgruppen um Manfred Roeder auf ein Hamburger Übergangsheim für Flüchtlinge.
    Am 26. September 1980 ereignete sich das Oktoberfestattentat: Durch die Explosion einer Bombe am Haupteingang des Oktoberfests in München starben 13 Menschen, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer.[6]
    Am 19. Dezember 1980 wurden der Rabbiner und Verleger Shlomo Lewin und dessen Freundin Frieda Poeschke in Erlangen durch Uwe Behrendt, ein Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann, umgebracht.[7]
    Am 1. Januar 1981 wurde in Gündelbach (Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg)[8] Sydi Battal Koparan (44) von Anhängern des rechtsextremen Motorradclubs „Stander Greif“ erschlagen. Nach der Tat zogen die Neonazis durch den Ort und schrien dabei: „Wo wohnen hier noch Scheißtürken?“[9]
    Am 29. Mai 1981 kam es zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen ANS-Mitgliedern. Der 28-jährige Friedhelm Enk, der von mehreren Gesinnungsgenossen begleitet wurde, holte den 25-jährigen ANS-Aktivisten Johannes Bügner aus einer Gaststätte im Hamburger Stadtteil St. Georg, verschleppte ihn mit dem Auto und ermordete ihn mit 20 Messerstichen bei Barsbüttel-Stemwarde.[10] Grund für die Tat war die Homosexualität des Opfers. Enk gestand nach seiner Verhaftung die Tat und wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt.
    Im Mai 1982 erstach ein Mann in Garbsen seinen indischen Nachbarn, weil die Familie, welche er als „Kanakerpack“ bezeichnete, einen Kinderwagen im Kellergang abgestellt hatte.[9]
    Im Juni 1982 wurde in Norderstedt Tevik Gürel (26) erschlagen. Vor der Tat sollen die Neonazis „Ausländer raus!“ geschrien haben.[9]
    Am 24. Juni 1982 erschoss der Neonazi Helmut Oxner bei einem Amoklauf in Nürnberg drei Menschen (William Schenck, Rufus Surles und Mohamed Ehap). Weitere drei Menschen wurden verletzt.[11]
    Am 16. Oktober 1982 wurden Adrian Maleika und seine Freunde auf dem Weg zum Spiel des Hamburger SV gegen Werder Bremen von Neonazis und gewalttätigen HSV-„Anhängern“ des Fanclubs „Die Löwen“ mit Gaspistolen, Leuchtmunition, Knüppeln und Mauersteinen angegriffen. Maleika flüchtete in ein Gehölz, wo ihn ein Neonazi entdeckte, einen Stein an seinen Kopf warf und ihn brutal zusammentrat. Adrian Maleika verstarb einen Tag später im Krankenhaus des Hamburger Stadtteils Bezirk Altona an einem Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen.[12]
    Nach einem Brandanschlag der Gruppe Ludwig am 7. Januar 1984 in München erlag einige Monate später das 20-jährige Barmädchen Corinna Tatarotti seinen Verbrennungen.
    1984 schoss ein Mitglied der türkischen Grauen Wölfe in Berlin auf Fatma E. und ihre Rechtsanwältin Seyran Ate?. Fatma E. starb, Seyran Ate? wurde lebensgefährlich verletzt.[13]
    Am 25. Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakc? (29) von drei Neonazis in Hamburg-Langenhorn erschlagen.[14]
    Am 24. Dezember 1985 erlag der aus der Türkei stammende 26-jährige Ramazan Avc? (1959–1985) seinen Verletzungen. Vorausgegangen war eine Hetzjagd, in deren Verlauf Avc? in der Nähe des S-Bahnhofs Landwehr im Hamburger Stadtteil Hohenfelde von einem Auto, mit dem fünf Neonazis ihn und seine beiden Begleiter verfolgten, angefahren wurde, als er in einen Bus flüchten wollte. Daraufhin schlugen und traten die Neonazis auf den am Boden Liegenden so schwer ein, dass er ins Koma fiel und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.[15] Die rechtsradikalen Täter wurden gefasst und im Jahr 1986 zu Gefängnisstrafen zwischen einem und zehn Jahren verurteilt. Die Polizei glaubte bereits im Januar 1987, dass diese Gewalttat „nur ein kurzes Aufflackern“ sei: „Die Skins haben sich zurückgezogen. Die Avci-Geschichte hat vielen von ihnen einen Schock versetzt.“ In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres habe es so schwerwiegende Gewalttaten der Skinheads gegen Ausländer nicht mehr gegeben.[16]
    Am 30. Juni 1986 starb der 23-jährige mosambikanische Vertragsarbeiter Manuel Antonio Diogo während einer Zugfahrt von Ost-Berlin nach Coswig (Anhalt). Diogo begegnete im Zug einer Gruppe Neonazis, diese fesselten ihn und seilten seinen Körper bei voller Fahrt aus dem Zug ab. Noch in derselben Nacht wurde der schwer verstümmelte Leichnam von Diogo zwischen den Haltepunkten Borne und Belzig aufgefunden[17].
    Am 3. Februar 1987 wurde der 17-jährige Neonazi Gerd-Roger Bornemann von vier ihm bekannten Neonazis aus dem Spektrum der FAP in Hannover ermordet.[18] Andrea Morgenthaler drehte über den Fall 1989 einen Dokumentarfilm, der preisgekrönt wurde.[19][20]
    Am 19. August 1987 wurde der 20-jährige iranische Flüchtling Kiomars Javadi in Tübingen (Baden-Württemberg) nach einem vermeintlichen Diebstahl von Angestellten eines Supermarktes festgehalten und misshandelt. Der 18-jährige Lehrling Andreas U. nahm ihn für 18 Minuten in einen Würgegriff. Laut Gerichtsmedizinern war Kiomars bereits nach vier bis sechs Minuten tot.[21]
    In der Nacht vom 19. auf den 20. September 1987 gegen 23 Uhr wurde in Staßfurt (Bezirk Magdeburg) der mosambikanische Lehrling Carlos Conceicao (* 1969) durch einen rassistischen Mob getötet.[22]
    In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1988 steckte der 19-jährige Auszubildende Josef Saller, Mitglied der Neonazi-Organisation Nationalistische Front, aus rassistischen Gründen in der Schwandorfer Innenstadt ein Haus in Brand, in dem vorwiegend Türken wohnten. Vor Gericht sagte der 19-jährige Täter: „Ich hasse Ausländer.“ Durch den Brandanschlag verloren vier Menschen ihr Leben. Der Arbeiter Osman Can (49), seine Ehefrau Fatma (43), sein Sohn Mehmet (11) und der Akustiker Jürgen Hübener (47) verbrannten bzw. erstickten.[23]
    Am 12. Mai 1989 wurde der Familienvater Ufuk ?ahin im Märkischen Viertel in Berlin niedergestochen und verstarb. Der Täter gab als Motiv das orientalische Aussehen seines Opfers an.[24] Rund 7000 Menschen nahmen am darauf folgenden Trauermarsch teil. Dieser wurde durch Neonazis gestört.[25]

  • 3
    3
    ralf66
    19.06.2019

    @Distelblüte, ihr festbeißen auf die Jahre ab 1990 bis heute, wo es keine ? politisch motivierten Tötungsdelikte in der Bundesrepublik aus der linksextremen Szene gab ist falsch, die Bundesrepublik besteht nicht erst seit 1990, sich das rauspicken was einem gerade genehm ist bringt wiederum nichts. Ihre Behauptung seit 1990 gab es keine linksextremen Tötungsdelikte mehr ist völlig falsch! Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Enrico Komning, Drucksache 19/4058 des Deutschen Bundestages gab es 2001 und 2014 zwei vollendete linksextreme Tötungsdelikte. Aus dieser Drucksache des Deutschen Bundestag können SIe weiter die versuchten Tötungsdelikte der linksextremen Szene herauslesen. Um Missverständnisse auszuräumen, bei meiner Quelle handelt es sich nicht um Afd-Quellen, sondern um Veröffentlichungen des Deutschen Bundestages. 1991 wurde durch einen RAF-Scharfschützen der Präsident der Treuhand Detlef Karsten Rohwedder ermordet, dass war auch nach 1990! Meiner Meinung nach ist Ihre Ansicht, die rechts- oder linksextreme Szene, die Gewalt dieser zwei Gruppen, nach begangenen Tötungsdelikten in gut und böse zu unterteilen falsch.

  • 3
    5
    Distelblüte
    19.06.2019

    @Hinterfragt: Im Zeitraum seit 1990 gab es 195 Tote durch rechte Gewalt. Walter Lübcke war der 196. Mensch, der dazugerechnet werden muss.
    Eigentlich auch der junge Mann aus Aue, den drei Rechte auf brutalste Art totschlugen, auch wenn es das Gericht aus unerfindlichen Gründen nicht als Mord mit rechter Gesinnung wertete.
    Noch einmal: wissen Sie oder andere etwas von Todesfällen durch linksextreme Gewalt im Zeitraum seit 1990?
    Taten wie von Ihnenn zitiert zählen nicht darunter - Sie interpretieren sie nur passend zu Ihrer Argumentation.

  • 1
    4
    Blackadder
    19.06.2019

    @Hinterfragt: Dennoch gab es sie nun mal aber nicht.

  • 3
    2
    Hinterfragt
    19.06.2019

    "...Betrachten wir nur den Zeitraum seit 1990...."

    Oha, @Distelblüte!
    Können wir gerne.
    Bei vielen der z.B. Brandanschläge auf Bundeswehreinrichtungen ist es nur dem "Glück" zu verdanken, dass es nicht massenweise Tote gegeben hat.

    Nur EIN Beispiel:
    https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/brandanschlag-auf-kaserne-spur-fuehrt-nach-finsterwalde_aid-3504673

  • 2
    2
    DTRFC2005
    18.06.2019

    ralf66:Ihnen sind aber schon die geschichtlichen perfiden Ereignisse, die zum ja der SPD geführt haben bekannt. Hier war es die Angst, die man vorm Zarenreich schürte.

  • 4
    4
    ralf66
    18.06.2019

    @DTRFC2005, also wissen Sie, wenn durch diesen Mord jetzt wieder ein Zustand eintritt, dass alles das was an Kritik geübt wird ob nun geschichtlicher Natur oder gegenwartsbezogen in die rechte Ecke gestellt wird, dann ist das absolut falsch. Übrigens ihre Einlassungen über die zwei Weltkriege stimmen nur teilweise, die SPD bekanntlich keine rechte Truppe hat den Eintritt in den Ersten Weltkrieg mit befürwortet und im Reichstag verabschiedet. Auch Ihre Feindbildkonstrukte über rechts und links in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg weiter bezogen auf heute dem Islam stimmen nicht im Geringsten.

  • 6
    4
    DTRFC2005
    18.06.2019

    @ralf66: Ok, ich drücke es anders aus. Ich sehe parallele Entwicklungen, beginnend etwa vor 100 Jahren, zur heutigen Zeit, in dem sich wieder Rechte Strukturen etablieren. Die Auswüchse dieser Entwicklungen mündete in zwei Weltkriegen mit x Millionen Toten. Rechte Gruppierungen speisen sich hauptsächlich aus Stimmungen der Bevölkerung, besonders der Bevölkerung, die traditionelle Werte durch Einwanderung in Gefahr sehen. Ich breche es mal herunter, auf folgendes: Früher waren es die Juden, die Linken, Kommunisten und Andersdenkenden, welche den Rechten Gruppierungen als Feindbild galten, heute ergänzt man einfach Muslime und den Islam. Der Mord an dem Politiker, gleichgesetzt mit politischen Gegner, ist nur eine logische Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung, die sich leider wiederholt. Ist Ihnen diese Entwicklung etwa egal?

  • 6
    1
    Nixnuzz
    18.06.2019

    Ich hoffe nur, das die erforderliche Polizeiarbeit nicht wieder zu einem Leerstück wie beim NSU in Köln wird..

  • 6
    4
    OlafF
    18.06.2019

    Sollte die grausame Tat von Rechtsextremisten ausgeführt worden sein, so müssen diese mit aller Strenge des Gesetzes zur Verantwortung gezogen werden. Alle Gewalt gegenüber Andersdenkenden ist strengstens zu verurteilen! Weder die RAF noch die NSU oder der ISS hat es geschafft unser festes demokratisches Fundament zu zerstören, wir dürfen es nicht zulassen, dass wir durch inflationäre Pauschalisierung von Begriffen wie NAZI, ANTIFA oder Islamist, das wirkliche Gespür dafür verloren geht, was wirklich Extremismus bedeutet!

  • 6
    5
    Blackadder
    18.06.2019

    Nicht zu vergessen die Beziehungen vom mutmaßlichen Täter Stefan E. zur AfD. Er selbst spendete der Thüringer AfD Geld. Er stammt aus der Umgebung von Combat 18, deren Chef ein guter freund von Björn Höcke sein soll. Ich hoffe wirklich, dass mögliche Verbindungen des Täters zur AfD aufgedeckt werden! ich möchte Journalisten hier wirklich ermuntern, ruhig mal zu graben.

  • 8
    5
    Distelblüte
    18.06.2019

    Um sich zu verdeutlichen, aus welchem Mileu sich der Tatverdächtige inspiriert fühlt, hier zwei Quellen: bei der gestrigen Pegida-Demo in Dresden sprach ein Redner davon, dass jetzt "Jagdzeit" sei. Ich möchte das nicht verlinken, aber bei der Googlesuche mit den Begriffen Pegida und Jagdzeit wird einem sofort das entsprechende YouTube Video angezeigt.
    Zum zweiten: der AfD-Anwalt Max Krah äußerte sich am 1.6.19 laut Leipziger Volkszeitung so: "Der gerade ins Europaparlament gewählte Maximilian Krah ruft in seiner Rede, ebenfalls unter tosendem Applaus, in den Saal des Schützenhauses: „Wir schießen den Weg frei. Es gibt nur uns - ansonsten geht alles den Bach runter.“ Als Hauptfeind macht Krah die Grünen aus,..."
    Quelle: https://m.lvz.de/amp/news/Region/Mitteldeutschland/AfD-visiert-in-Sachsen-30-plus-x-an-Urban-Wir-wollen-regieren?__twitter_impression=true
    In derselben Nacht wurde Walter Lübcke ermordet.

  • 8
    5
    Distelblüte
    18.06.2019

    @ralf66:Nicht in die Vergangenheit abschweifen. Betrachten wir nur den Zeitraum seit 1990. Können Sie die Anzahl der Morde benennen, die durch Linksextreme verübt wurden?

  • 6
    9
    ralf66
    18.06.2019

    @DTRFC2005, dann hoffe ich auch, Sie ziehen Parallelen zu den Morden, die der Linken Ideologie entspringen, in der DDR, im Stalinismus in der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik = RAF.

  • 11
    5
    DTRFC2005
    18.06.2019

    Man nehme ein Geschichtsbuch z. B Das dritte Reich von Ulrich Herbert und lese die ersten 45 Seiten. Wer keine Parallelen zu heute sieht, will die Geschichtswiederholung nicht sehen oder findet es gut.

  • 10
    5
    Distelblüte
    17.06.2019

    @SimpleMan: Namentlich zu nennen wäre hier Erika Steinbach, die erst im Februar diesen Jahres alte Tweets über Lübcke noch einmal postete und damit einen erneuten Rattenschwanz an widerwärtigen Kommentaren auslöste.
    Sie ist leider nicht die einzige.

  • 23
    6
    SimpleMan
    17.06.2019

    "Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten könnte der schaurige Höhepunkt einer leider nicht beispiellosen Hetze in asozialen Netzen gewesen sein. Die Urheber sind Staatsfeinde. Sie müssen bekämpft werden. ..." Dem ist nichts hinzu zufügen.
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/luebcke-kommentar-feinde-der-freiheit-16241265.html



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...