Scholz: Chancen aufs Kanzleramt «besser, als manche denken»

Bad Blankenburg (dpa) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat seinen Anspruch auf das Kanzleramt nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr bekräftigt: «Wir wollen den Auftrag haben, die Richtlinien der Politik zu bestimmen.»

«Darum kämpfen wir, dass wir den nächsten Kanzler stellen können», sagte Scholz am Samstag auf einem Parteitag der Thüringer SPD in Bad Blankenburg. Scholz ist Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten.

Die Chancen, die nächste Bundesregierung führen zu können, seien «besser, als manche denken». Die SPD habe nicht nur eine gute Regierungsbilanz vorzuweisen, sie habe in der Corona-Krise gezeigt, «was wir können». Scholz verwies unter anderem auf die Milliardenhilfen für die Wirtschaft, mit denen viele Arbeitsplätze gesichert würden.

Scholz sagte, er rechne damit, dass die Corona-Krise Ende 2021, Anfang 2022 bestanden sein könne. Danach stehe die Entscheidung, ob Deutschland weiterhin einen starken Sozialstaat oder eine rigide Sparpolitik habe wolle. «Die SPD sollte dafür stehen, das Gemeinwesen und den Sozialstaat zu stärken.»

11 Kommentare
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  • 5
    0
    censor
    26.09.2020

    Eine alte Weisheit lautet: Jeder ist so gut oder schlecht, wie es seine Gegner zulassen.

    Ob Scholz gute oder geringe Chancen auf das Kanzleramt hat, kommt weniger auf ihn, sondern darauf an, wie sehr sich seine Kontrahenten in der Union demnächst noch gegenseitig zerfleischen.

    Sodann kommt es auch darauf an, wie sich die politische und epidemische Lage in der nächsten Zeit entwickelt. Es sind ein paar Dinge auf dem Weg, die das Ganze gehörig aufmischen könnten. (zB Sammelklage gegen den PCR-Test vor einem US-Gericht)

    Auch eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage könnte einen Stimmungswandel hervorrufen.

    Alle Kandidaten haben also noch ein weiteres Problem außer ihren politischen Gegenkandidaten.

    Niemand weiß, ob sich für sie die heilige Corona als Schutzheilige oder als böse Fee erweist.