Seehofer garantiert Juden nach Anschlag Sicherheit

Vier Schusswaffen, Sprengsätze, Bekennervideo und ein «Manifest». Für die Ermittler gibt es keinen Zweifel: Der rechtsextremistische Schütze von Halle plante ein Massaker in der Synagoge mit weltweiter Wirkung. Und die Bundesregierung reagiert mit einer Garantie.

Halle/Karlsruhe (dpa) - Der Todesschütze von Halle wollte mit seinem Terrorangriff auf eine Synagoge nach Einschätzung der Ermittler ein Massaker anrichten und Nachahmer für solche rechtsextremistische und antisemitische Taten finden.

Mit seinem Bekennervideo und einem «Manifest» im Internet sei es dem Schützen dabei um weltweite Wirkung gegangen, teilten Generalbundesanwalt Peter Frank und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in einer gemeinsamen Stellungnahme am Donnerstag in Karlsruhe mit. Die Bundesregierung garantierte am Tag nach dem Anschlag der jüdischen Gemeinde dauerhaft Schutz und Sicherheit.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) versprach in Halle, «dass die Juden in unserem Land ohne Bedrohung, ohne Angst leben können». Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sprach von einer «neuen Qualität des Rechtsextremismus».

Am Abend erließ der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof gegen Stephan B. Haftbefehl. Das erklärte ein Sprecher des Bundesanwaltschaft am Donnerstagabend in Karlsruhe der Deutschen Presse-Agentur. B. war am Mittwoch festgenommen worden, nachdem er vor der Synagoge eine 40-Jährige aus Halle und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg erschossen hatte.

Zuvor hatte er vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen - es gelang ihm nicht, die Tür zu zerstören. Mehr als 50 Menschen hatten sich zu dem Zeitpunkt in dem Gotteshaus aufgehalten und das wichtigste jüdische Fest, Jom Kippur, gefeiert.

Auf der Flucht verletzte der Täter zudem eine 40 Jahre alte Frau und deren 41 Jahre alten Mann mit Schüssen. Das Paar wird im Krankenhaus behandelt.

Seehofer zeigte sich tief betroffen: «Dieses brutale Verbrechen gestern ist eine Schande für unser ganzes Land. Bei unserer Geschichte darf so etwas in Deutschland eigentlich nicht passieren.» Deutschland habe der ganzen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg einen Schwur abgegeben: «Nie wieder.» In Sachsen-Anhalt bekämen die Synagogen ab sofort Polizeischutz. Seehofer versprach, rasch mit allen Länder-Innenministern über eine dauerhafte Bewachung der jüdischen Gotteshäuser und Einrichtungen sprechen zu wollen.

«Was wir gestern erlebt haben, war Terror», sagte Generalbundesanwalt Frank. Stephan B. wollte demnach ein Nachahmer im doppelten Sinne sein. Er habe vergleichbare Taten, die vorher begangen worden seien, nachgeahmt, und «er wollte nach unserer Erkenntnis auch andere zu solchen Taten zur Nachahmung anstiften», sagte Frank. Ein Vorbild des Mannes sei der Attentäter im neuseeländischen Christchurch gewesen, der Mitte März bei Angriffen auf Muslime in zwei Moscheen mehr als 50 Menschen getötet hatte.

Seehofer warf einigen AfD-Politikern im Zusammenhang mit dem Anschlag geistige Brandstiftung vor. «Was die geistige Brandstiftung betrifft, sehe ich das genauso wie die von Ihnen zitierten Parteifreunde», sagte Seehofer auf eine entsprechende Reporterfrage. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte der AfD am Morgen im Bayerischen Rundfunk eine Mitverantwortung an der Tat gegeben. Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht kritisierte mit Blick auf die AfD die politischen Auseinandersetzung im Parlament. Diese gleiche zum Teil im Duktus dem NS-Sprachgebrauch.

Bei dem Angriff führte der Täter nach Angaben von Generalbundesanwalt Frank vier Schusswaffen mit sich. Es sei zumindest eine vollautomatische Schusswaffe dabei gewesen, zudem habe er mehrere Sprengsätze im Auto gehabt, als er zu der Synagoge gefahren sei. Der mutmaßliche Attentäter war zuvor nicht mit anderen kriminellen Handlungen aufgefallen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatte der Täter die Waffen selbst gebaut. Sie waren demnach nicht richtig zusammengesetzt, weswegen es Ladehemmungen gegeben habe. Nach einem Bericht des ZDF-Magazins «Frontal 21» sollen die Waffen teilweise mit 3D-Druckern hergestellt worden sein. Stephan B. habe die aus Kunststoff bestehenden Teile hergestellt. Zudem habe er 3D-Anleitungen unter anderem für Magazine und andere Waffenteile ins Internet gestellt.

Der Täter hatte in den sozialen Netzwerken ein Bekennervideo hochgeladen. Ausgestattet mit einer Helmkamera zeigt das knapp 36 Minuten lange Video den Ablauf der Tat aus der Perspektive des 27-Jährigen - von der vergeblichen Erstürmung der Synagoge über die tödlichen Schüsse bis zur Flucht. Das Video diente den Ermittlern auch zur Rekonstruktion des Ablaufs der Tat. Stahlknecht stellte dabei klar, dass zwischen Eingang des Alarms bei der Polizei in Halle und dem Eintreffen der Beamten vor Ort sieben Minuten vergangen seien. Er reagierte damit auf Kritik, wonach diese Zeitspanne zu lang gewesen sein soll.

Der Täter legte zudem in einem elf Seiten langen «Manifest» seine Gedanken dar - auf Englisch, um möglichst viel Verbreitung zu erlangen. Der Text liest sich stellenweise wie die Anleitung zu einem Computerspiel, in dem Dokument wimmelt es vor antisemitischen Begriffen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus. «Wer jetzt noch einen Funken Verständnis zeigt für Rechtsextremismus und Rassenhass, wer die Bereitschaft anderer fördert durch das Schüren von Hass; wer politisch motivierte Gewalt gegen Andersdenkende, Andersgläubige oder auch Repräsentanten demokratischer Institutionen (...) rechtfertigt, macht sich mitschuldig», sagte er bei seinem Besuch am Tatort.

Lambrecht bezeichnete wie Seehofer den Rechtsextremismus als eine der aktuell größten Bedrohungen, die der Rechtsstaat mit allen Mitteln bekämpfen müsse. Rechtsextremismus trete in Deutschland immer gewalttätiger und aggressiver auf. Der Nährboden beginne oft zunächst mit Worten, denen dann Taten folgten. Es gehöre zur Staatsräson, dass Juden in Deutschland sicher leben könnten. Die SPD-Politikerin kündigte an, Vorschläge zu machen, wie Internetplattformen verpflichtet werden könnten, rechtsextreme Äußerungen zu verhindern.

Nach seiner Flucht war der Todesschütze auf der Bundesstraße 91 südlich von Halle festgenommen worden, wie Stahlknecht sagte. Stephan B. wurde nach Informationen aus Sicherheitskreisen in zwei Krankenhäusern behandelt. Schussverletzungen am Hals stammten aus einem Schusswechsel mit der Polizei in Halle, wo sich der Täter hinter seinem Wagen verschanzt hatte. Die Nacht habe Stephan B. in einer Klinik in Weißenfels in Sachsen-Anhalt verbracht.

Am Donnerstag sei er dann für eine Operation in eine Klinik in Halle gebracht worden. Am späten Donnerstagnachmittag wurde er per Hubschrauber nach Karlsruhe gebracht. Dort sollte er dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

Rechtsextreme Anschläge in Deutschland:

APRIL 1968: Der Rechtsextremist Josef Bachmann schießt auf den Studentenführer Rudi Dutschke und verletzt ihn lebensgefährlich. Dutschke erliegt elf Jahre später den Spätfolgen des Attentats.

SEPTEMBER 1980: Auf dem Oktoberfest explodiert die Bombe eines Rechtsextremen. 13 Menschen, darunter drei Kinder, werden getötet, mehr als 200 verletzt. Noch heute gibt es Zweifel, ob der 21-jährige Gundolf Köhler die Tat allein beging.

MAI 1993: Bei einen Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Großfamilie in Solingen werden fünf Frauen und Mädchen getötet, 14 Menschen werden verletzt. Die vier Täter werden wegen Mordes verurteilt.

NOVEMBER 2011: Die Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) fliegt nach einem Banküberfall in Eisenach auf. Beate Zschäpe und ihren Freunden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos werden zehn Morde zwischen den Jahren 2000 und 2007 und weitere Verbrechen zugerechnet.

OKTOBER 2015: Kurz vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin sticht ein Rechtsextremist der parteilosen Kandidatin Henriette Reker mit einem Messer in den Hals. Reker überlebt den Mordversuch nur knapp. Der Täter wird zu 14 Jahren Haft verurteilt.

JUNI 2019: Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wird auf der Terrasse seines Hauses erschossen. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen
33Kommentare
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  • 5
    6
    thomboy
    18.10.2019

    Welche Partei ist dann Schuld wenn mutmaßlich Linksextremen in Leipzig Kräne und Bagger anzünden? Als am 07.10. ein Syrer in Limburg einen gekaperten LKW absichtlich auf merere stehende Autos auffährt ist das den öffentlich Rechtlichen Abendnachrichten gerade mal 20 Sekunden Sendezeit am ende der Sendung wert. Man kann auch nur von Glück reden das bei beiden "Vorfällen " niemand ums Leben gekommen ist. Natürlich ist ALLES schlimm aber es wird unterschiedlich berichtet.

  • 9
    5
    DTRFC2005
    11.10.2019

    @thomboy: Ich frage mich gerade, wie viele Nutzeraccounts Sie haben. thomboy ist der vor dem gesperrten Nutzer: thombo01. Da kam doch noch einer dazwischen?Ach ja, Thomboy war das, als gelöschter Nutzer. Und nun haben Sie wieder den Nutzernamen vor diesem gelöschten.

  • 4
    10
    gelöschter Nutzer
    11.10.2019

    Mutmaßlich ist der Attentäter wohl psychisch Krank . Er sprach das er von "Fremden Mächten " gesteuert wird.

  • 11
    8
    FromtheWastelands
    11.10.2019

    @Thomboy Sinnlos mit Ihnen zu diskutieren, entweder wollen Sie die offentlichen Zusammenhänge nicht sehen oder Sie sehen die Zusammenhänge und leugnen sie, und wenn sie argumentativ nicht weiter kommen drohen sie mit Anzeigen.

  • 11
    6
    Zeitungss
    11.10.2019

    @tomboy: Es wäre vertane Zeit IHNEN das zu erklären. Lesen Sie noch einmal nach, was hier im Forum aus ihrer Feder kommt und ihre Leidensgenossen schließe ich gleich mit ein. Einziger Trost, man muss sich dem nicht anschließen, mehr ist dazu nicht zu sagen.

  • 6
    10
    gelöschter Nutzer
    11.10.2019

    Fromthe...: Es ist weder "mein Gesinnungsgenosse" noch habe ich "kein Mitgefühl mit den Opfern" oder "versuche die Diskussion in eine bestimmte Richtung zu lenken". Unterlassen sie solche Unterstellungen oder es wird eine Anzeige geben. Ich habe selbst viele bekannte jüdischen glaubens und viele ausländische freunde und finde das alles sehr schlimm was ich auch mehrmals betont habe. Aber es veruchen viele die tat mit der AfD in Verbindung zu bringen oder Antisemitismus ausschließlich mit rechter Gesinnung in Verbindung zu bringen was eben AUCH aber eben nicht nur der Fall ist. Es gibt auch im linksextremen oder islamistischen Lager diesbezügliche Tendenzen was eben AUCH zur Wahrheit dazugehört. Mir sind keinerlei antisemitischen Äußerungen der AfD bekannt die so eine tat provoziert hätte oder die diese tat gut heißt.

  • 3
    9
    gelöschter Nutzer
    11.10.2019

    Zeitugss: was kritisieren sie denn so ganz konkret? Allgemeine Kritik est sehr schnell dahingekritzelt. Das könnte ich auch aber ist mir zu primitiv. Im übrigen sind ihre roten Daumen auch in der überzahl.

  • 10
    5
    Distelblüte
    11.10.2019

    Seehofer hat mit seiner Garantie sehr vollmundige Worte gewählt, an deren Erfüllung er sich messen lassen muss. Andererseits: weniger zum Schutz jüdischer Gemeinden zu tun als es bisher geschah ist schwerlich möglich.

  • 7
    7
    kartracer
    11.10.2019

    Der letzte Komm. von @Malleo trifft genau das was mich maßlos ärgert,.
    Seehofer sollte eigentlich alt genug sein, um zu wissen, daß es für Schutz KEINE Garantie gibt, und NIE geben wird!
    Wenn man sich diese Videos so mit Verstand anschaut, wird doch eines unmissverständlich bewußt, die "virtuelle" Welt vernebelt mit Maß und Ziel das Hirn von so manchem Jugendlichen, sowie auch Erwachsenen, genau da ist der treffendste Ansatzpunkt.
    Leider nur, lässt sich dieses Gespenst nicht mehr aufhalten!

  • 9
    9
    Malleo
    11.10.2019

    Was passiert mit dem Garantiegeber, wenn der Garantiefall eintritt?
    Konsequenzen?
    Aber nicht bei Drehofer!

  • 13
    14
    Zeitungss
    11.10.2019

    @tomboy: Beim lesen Ihrer Beiträge braucht man eigentlich ärztlichen Beistand, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Anhand der Bewertungen sollten Sie mitbekommen haben, dass Sie auf dem falschen Gleis unterwegs sind. Nichts gegen Meinungsfreiheit, aber manche Meinung sollte das eigene Grundstück nicht verlassen. Richten Sie sich eine Traditionsecke ein, wenn möglich unter dem Keller, dort bleibt der Normalbürger verschont.

  • 16
    2
    CPärchen
    10.10.2019

    Wenn Kuwait Airlines keine Juden mehr transportieren will, dann sollte diese Fluglinie in Dtl weder starten noch landen dürfen.

    Wenn ein Syrer über eine Absperrung springt und mit einem Messer in der Luft Juden "F*** Israel" und "Allah" schreit und lediglich wegen Hausfriedensbruch angezeigt wird, dann wirkt das einladend auf verwirrte Leute.

    Wenn in Berlin antisemitische Demos erlaubt sind mit Rappern, die eindeutig judenfeindlich dahinlabbern und das erst im letzten Moment nach massiver Kritik gegenüber R2G dann doch etwas eingehegt wird, dann läuft etwas falsch.

    Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse mehr gegen Antisemitismus, sondern klare Worte gegenüber judenfeindlichen Handlagern jeder Art - gleich welcher Richtung ohne Politische Korrektheit!

    Juden kämpften für unser Land im 1.WK.
    Juden sind die einzige Demokratie im Nahen Osten.
    Juden werden die Kurden in Nordsyrien zumindest humanitär unterstützen und tun damit schon jetzt mehr als die EU.

    Was ich über den Tätern von Halle, Christchurch und Norwegen denke darf ich nicht schreiben ohne die Foren-Regeln wegen massiver Beleidigung zu verletzen. Deshalb tue ich es nicht.

  • 9
    7
    Malleo
    10.10.2019

    black.
    Wie löschen Sie dann die "geistigen Brandstifter", übrigends tolle Sprache!!

  • 7
    17
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Pco...hier kann man gar nichts "missverstehen " seine Aussage ist sogar ziemlich eindeutig. Die missversteht nur der der es missverstehen will. Warum sollten sie dingr"zweideutig " formulieren? Das haben die gar nicht nötig. Wenn die etwas sagen wollen dann dahem die es eindeutig. Da muss man nichts verdrehen oder hineininterpretieren.

  • 11
    16
    Blackadder
    10.10.2019

    @Malleo: Entsorgen will nur die AfD.

  • 7
    18
    Malleo
    10.10.2019

    tbau..
    Und wohin " entsorgen" Sie dann Höcke?
    Problem gelöst?

  • 10
    15
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Che....das trifft aber auf JEGLICHE Gewalt zu. Insofern haben sie recht.

  • 22
    9
    pcomment
    10.10.2019

    @thomboy: Ja, eben. Genau das meine ich. Wenn Herr Gauland hätte sagen wollen, dass es sich um einen kurzen Zeitraum in der gesamten deutschen Geschichte handelt, hätte er es tun können. Er hat es aber vorgezogen eine Formulierung zu wählen, die man missverstehen kann (in meinen Augen muss). Gauland und auch Höcke, Kalbitz und wie sie alle heißen sind nicht blöd. Sie wissen sehr wohl, wie man Dinge eindeutig zweideutig formulieren muss. Und sie tun es - immer und immer wieder. Wer glaubt da noch an Zufall?

  • 13
    16
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    ChW: Gewalt allgemein. Auçh wer kräne anzündet und Tode zu mindes in Kauf nimmt oder LKWs in Autos lenkt

  • 25
    11
    ChWtr
    10.10.2019

    Der Nährboden für rechtsextreme Gewalt ist das negieren und relativieren. Wann geht das in die Köpfe rein? Und Meinungsfreiheit bedeutet keinesfalls blinder Hass und Wut. Einige "Revoluzzer" und deren Sprösslinge haben die friedliche Revolution '89 gehörig missverstanden.

  • 9
    16
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Diestel: JA, DAS TUT ES DOCH!!!

  • 14
    25
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    pco...das Zitat mit dem "vogelschiss" ist wie immer und alles was über die AfD behauptet wird aus dem Zusammenhang gerissen oder verkürzt dargestellt. Natürlich ist die Zeit das Nationalsozialismus om Vergleich zur GESAMTEN deutschen Geschichte eine schlimme Zeit aber eben nur ein kurzer Zeitraum . In diesem Zusammenhang ist das Zitat zu sehen und auch richtig.

  • 18
    8
    MalyKrtek
    10.10.2019

    @thomboy: Genau so ist es. Wir sind vor kurzem aus der "weltoffenen" Hauptstadt nach Sachsen gezogen, weil das Leben dort für uns kaum noch erträglich war. Übergriffe auf jüdische Mitbürger wie auch auf andere Minderheiten, wie es immer so schön heißt, kommen bei weitem nicht nur aus der rechten Ecke, im Gegenteil. Die gesamte Gesellschaft gerät aus den Fugen. Und ein Ereignis wie in Halle ist dann das schlimme Ergebniss dieser Entwicklung.

  • 23
    12
    tbaukhage
    10.10.2019

    @Lesemuffel: "Er (Björn Höcke) ist einer dieser geistigen Brandstifter, wenn es darum geht, wieder mehr Antisemitismus in unserem Land zu verbreiten." Das waren die Worte von CSU-Herrmann.
    Und der Höcke-Faschist ist nunmal Mitglied und eines der Aushängeschilder der AfD. Wenn die AfD angeblich so gar nichts mit dem Höckeschen Gedankengut zu tun haben will, warum trennt sie sich dann nicht endlich von diesem geistigen Brandstifter?

  • 16
    19
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Diestel, es ist sinnlos. Sie verstehen gar nichts.

  • 16
    18
    Distelblüte
    10.10.2019

    @thomboy: Sie schreiben "All das ZUSAMMEN spielt hier eine Rolle."
    NEIN. DAS TUT ES NICHT. DER TÄTER WAR WEDER LINKSEXTREM NOCH ISLAMIST, SONDERN RECHTSEXTREMIST.

  • 18
    12
    pcomment
    10.10.2019

    @thomboy: Ich sehe nicht, dass Distelblüte die ganze Schuld bei der AfD abgeladen hat. Aber er hat zu Recht darauf hingewiesen, dass im Sächsichen Landtag mit 30% eine Partei vertreten ist, die sehr bewusst damit spielt, die Zeit des Nazionalsozialismus und der damit verbundenen Verbrechen (auch gegen Juden) zu relativieren und herunterzuspielen (Stichwort: Vogelschiss, als nur ein Beispiel von vielen).
    Dieses Relativieren ebnet des Weg dafür, dass sich auch noch radikalere Kräfte bestätigt und sogar ermutigt fühlen. Und das sollte zu denken geben. Tut es aber bei den Wählern der AfD leider nicht, weil die Wähler der AfD in meinen Augen entweder bewusst diesen Weg unterstützen oder es ihnen einfach egal ist (Hauptsache dagegen scheint da das Motto zu sein). Viele glauben, eine solche Zeit könnte nicht wiederkommen. Man sollte sich nicht täuschen. Auch Hitler wurde gewählt!
    Viele der jetzigen Vorkommnisse erinnern fatal an die Zeit vor 1933.

  • 18
    16
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Distel...Interessant war der Beitrag von Heute vom MDR Aktuell Radio von 16.35h in dem der Historiker Michael Wolffsohn eindeutig von einer Antisemitischen Gefahr von rechts, Von Muslims UND von links spricht. All das ZUSAMMEN spielt hier eine Rolle. Die ganze Schuld nur auf die AfD zu schieben, in dem auch sehr viele Juden sind , zu schieben ist falsch.: https://www.mdr.de/nachrichten/audio/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren100.html#i

  • 17
    19
    Blackadder
    10.10.2019

    Auf der Neonazi und Reichsbürger-Demo am 3.10. in Berlin, auf der auch eine ProChemnitz Abordnung mit lief, wurde vor laufender Kamera von Demoteilnehmern gerufen: "Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot!" Natürlich griff die Polizei nicht ein. War ja keine linke Demo, wo sich jemand einen Schal über die Nase zieht.

    Und jetzt wundert man sich, dass die ernst machen? Wirklich?

  • 22
    24
    Distelblüte
    10.10.2019

    @thomboy: Eher Jahrzehnte. Rechte Gewalttäter werden als "verirrte Jungs" betrachtet, die Affinität zu Waffen, die Begeisterung für deutschnationale Selbstherrlichkeit wächst sich ja noch aus... Kleiner Tipp: tut sie nicht.
    In den neuen Bundesländern wurde die politische Bildung seit den frühen Neunzigerjahren stark vernachlässigt, und den Preis dafür zahlen wir jetzt alle.
    Und nicht zu vergessen: knapp 30% der Sachsen haben eine Partei der geistigen Brandstifter in den Landtag gewählt.

  • 26
    8
    gelöschter Nutzer
    10.10.2019

    Es ist schlimm das es wieder soweit gekommen ist. Offenbar ist die letzten Jahre wohl einiges falsch gelaufen. Darüber sollte man sich mal gedanken machen.

  • 34
    13
    Distelblüte
    10.10.2019

    Es ist eine bittere Wahrheit, dass Synagogen und jüdische Einrichtungen in Deutschland dauerhaften Polizeischutz benötigen, um jüdisches Glaubensleben möglich zu machen.
    Warum an einem hohen jüdischen Feiertag wie Jom Kippur kein Schutz da war, ist unklar. Es ist ein Wunder, dass die Tür den Angriffen standgehalten hat.

  • 26
    33
    Lesemuffel
    10.10.2019

    Vermutlich ist das wichtigste Ergebnis, die Feststellung der CSU, dass die AfD für diesen Irren zuständig ist. Damit konnte man aus dem merkwürdigen Terroranschlag wenigstens politisches Kapital schlagen, wie es wenige Stunden nach dem Ereignis Gen. Hermann gemäß Pawlowschen Reflex tun musste.



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