Union und SPD suchen Antworten auf AfD-Wahlrekorde im Osten

Die AfD hat ihr Ergebnis in Sachsen fast verdreifacht, in Brandenburg verdoppelt. Welche Konsequenzen haben die Erfolge der Rechtspopulisten für die anderen Parteien? Die schwarz-rote Koalition auf Bundesebene will nun liefern.

Berlin/Dresden/Potsdam (dpa) - Union und SPD suchen nach Antworten auf die Rekordergebnisse der AfD bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg.

Führende Politiker der schwarz-roten Koalition sehen das Bündnis im Bund bei wichtigen und umstrittenen Themen wie dem Klimaschutz oder der Grundrente in der Bringschuld. Eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten schließen Union und SPD weiter aus. Die beiden ostdeutschen Länder steuern auf ein Dreierbündnis zu.

Union und SPD hatten starke Verluste erlitten. Die CDU war bei der Landtagswahl in Sachsen am Sonntag zwar wieder stärkste Kraft geworden, die SPD behauptete sich in Brandenburg. In beiden Ländern landete die AfD aber auf Platz zwei. In Sachsen konnte sie ihr Ergebnis auf 27,5 Prozent fast verdreifachen, in Brandenburg auf 23,5 Prozent nahezu verdoppeln.

In Sachsen, wo die CDU zuletzt mit der SPD regierte, ist das wahrscheinlichste Bündnis eine sogenannte Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) machte aber deutlich, dass er mit einer längeren Phase der Regierungsbildung rechnet.

In Brandenburg reicht es nicht länger für Rot-Rot, Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) könnte knapp in einem rot-grün-roten Bündnis weiter regieren. Rechnerisch möglich wäre auch eine Konstellation aus SPD, CDU und Freien Wählern oder aus SPD, CDU und Grünen. Woidke sagte am Montag, er wolle zuerst mit der CDU über eine mögliche Koalition sprechen. Die CDU sei der stärkste Partner: «Wir brauchen eine stabile Regierung in Brandenburg.»

In den Parteien der großen Koalition in Berlin wird der Ruf lauter, zu klaren Ergebnissen bei zentralen Streitthemen wie Klimaschutz und Grundrente zu kommen, um Wähler von den Rechtspopulisten zurückzugewinnen. «Von gestern lernen wir, dass es nicht reicht, die Wahlergebnisse der AfD zu beklagen, sondern wir müssen viel vor Ort sein und wir müssen jetzt liefern», sagte die kommissarische SPD-Chefin Manuela Schwesig. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie kategorisch aus. Die AfD sei «nicht in der Wählerschaft, aber bei ihren Funktionären in Teilen rechtsextremistisch.»

Bei der Grundrente verlangt die SPD vor der nächsten Landtagswahl Ende Oktober in Thüringen eine schnelle Einigung. «Wir werden jetzt Druck machen», kündigte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil an. «Nichts hilft den Menschen so sehr wie konkrete politische Entscheidungen.» Die Union müsse sich bewegen. Während die SPD auf eine Grundrente ohne Prüfung der Bedürftigkeit pocht, besteht die Union genau darauf.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, es gehe darum, dass nach den Landtagswahlen nichts schön geredet werde. Stattdessen müsse man anpacken und die Frage beantworten, wem die Menschen ihre Zukunft anvertrauten. Sie kündigte an, die Erneuerung der CDU konsequent voranzutreiben. Dies müsse bis zum Parteitag Ende November etwa beim Thema Klimaschutz geschehen, bei dem die CDU auf Innovation und Wirtschaftsfreundlichkeit setze.

Mit Blick auf die AfD betonte Kramp-Karrenbauer, die CDU kämpfe um jeden Wähler, egal, ob dieser der CDU seine Stimme gegeben habe oder nicht. Man halte aber den Kurs der klaren Abgrenzung zur AfD und gegen eine Haltung, die sich auf das Schlechtreden und Angstmachen konzentriere. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte Kurskorrekturen der Parteispitze. «Rückenwind aus Berlin gab es mit Sicherheit nicht, insofern sind die Ergebnisse des Sonntags auch ein Alarmsignal», sagte er im «Welt»-Interview.

Die Grünen, die in beiden Ländern mitregieren könnten, pochen auf einen Politikwechsel. Parteichefin Annalena Baerbock sagte im ARD-«Morgenmagazin», die CDU in Sachsen und die SPD in Brandenburg hätten 30 Jahre lang komplett durchregiert. Und viele Menschen dort seien genervt von ausbleibenden Veränderungen. «Wir wollen diese Bundesländer erneuern, beim Klimaschutz, auch bei der Stärkung der ländlichen Regionen mit Bus und Bahn, mit Ärzteversorgung.»

Die FDP erklärte sich das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde mit wahltaktischen Entscheidungen der Wähler. Ihr Vorsitzender Christian Lindner lehnte einen politischen Kurswechsel seiner Partei ab. «Wir hängen unser Fähnchen nicht nach dem Wind.» Er rief die Parteien in Berlin zu einem Umdenken im Umgang mit den Wählern der AfD auf und verlangte «parteiübergreifende Lösungen» bei den wichtigen Themen Klimaschutz und Migration.

Nach dem Absturz der Linken in beiden Ländern warnte die Vorsitzende Katja Kipping vor internem Streit. Was der Linken jetzt nicht helfe, wäre «wenn wir jetzt so ein Modell reflexhafte Schuldzuweisungen oder das Modell Schlachteplatte fahren», sagte sie in Berlin. Sie kündigte gemeinsam mit Co-Parteichef Bernd Riexinger allerdings Konsequenzen an. Man habe in einem Ausmaß verloren, wo man nicht einfach darüber hinweggehen könne, sagte Riexinger. «Wir werden uns über eine Neuaufstellung verständigen, ohne Tabus, ganz klar», betonte Kipping. Das werde direkt nach der Thüringen-Wahl am 27. Oktober beginnen.

Das Ergebnis in Brandenburg sieht laut vorläufigem amtlichen Endergebnis so aus: SPD 26,2 Prozent, AfD 23,5, CDU 15,6, Linke 10,7, Grüne 10,8, FDP 4,1 und Freie Wähler 5 Prozent.

Das Ergebnis in Sachsen: CDU 32,1 Prozent, AfD 27,5, SPD 7,7, Grüne 8,6, Linke 10,4 und FDP 4,5.

Mit dem Ende der CDU/SPD-Koalition in Sachsen verliert das Regierungslager im Bundesrat weiter an Boden. CDU/CSU und SPD kommen künftig nur noch auf 12 von 69 Stimmen. Politische Auswirkungen hat das aber nicht. Denn das Lager von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verfügt in der Länderkammer - neben dem Bundestag die zweite Gesetzgebungsinstanz - schon seit Längerem über keine eigene Mehrheit.

Die Mehrheit in der Länderkammer beträgt 35 Stimmen. Für die im Gesetzgebungsverfahren bedeutsame Zwei-Drittel-Mehrheit sind mindestens 46 Stimmen nötig.

Künftig stützt sich Schwarz-Rot auf die Stimmen von drei großen Koalitionen: in Niedersachsen (6 Stimmen), Saarland und Mecklenburg-Vorpommern (je 3). Sachsen mit seinen 4 Stimmen wird künftig - wie aktuell schon Brandenburg - wohl dem neutralen Block zugerechnet, der damit auf 57 Stimmen anwächst.

An den 13 Landesregierungen dieses neutralen Blocks ist allerdings jeweils mindestens eine der Berliner Regierungsparteien beteiligt. In der Regel gilt in solchen Landesregierungen, dass sie sich bei Abstimmungen im Bundesrat zu Themen enthalten, bei denen sie keine Einigkeit haben. Enthaltungen werden im Bundesrat aber wie Nein gezählt.

Einen oppositionellen Block mit Landesregierungen, denen keine Partei der großen Koalition in Berlin angehört, gibt es derzeit nicht.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
42Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    Lesemuffel
    19.09.2019

    Die schwarz-rote Koalition "will nun liefern". Prima, die Wahlentscheidung für die Alternative hatte doch Sinn. Sie macht den Etablierten Beine.

  • 3
    0
    Nixnuzz
    19.09.2019

    "..die größten Fake-News kamen 89 aus dem Westen.." also zusammengefasst: Das Grundgesetz!...? @thombo01: Vielleicht begann es mit den Pegida-Demonstrationen und da speziel als SPD-Siggi mal zugehört hat und das ganze dann abgewunken hatte. Die Leute damals waren doch die Spitze des Eisberges, die über dem Grundgrummel herausragte. Welches mediale Sensationsinteresse wurde dann daraus gemacht - und wer war bereit, sich den Frust aus vorhandener Erwartung und täglicher Erfahrung anzuhören?? Welcher West-Politiker wäre so gegenüber den Vorwürfen und Anfeindungen resistent, dies anzunehmen und zuzuhören? Nicht nur in irgendwelchen tv-Shows darüber mit anderen abgehobenen "Besser-Wessie-Wisser" rumzupalavern? Ok - gebe zu, das manche Argumente schwer verständlich und ebenso verletzend aus dem Osten verteilt wurden. Aber hier war man eine deutlichere Aus- bzw. Ansprache gewöhnt. Von einem schwer getretenen noch förmlichen Respekt zu verlangen, dürfte jedem schwerfallen. Kurzfristig von 4 Millionen Arbeitnehmern umgewandelt in 3 Millionen Arbeitslose "ja das ist nunmal so" noch dankbaren Respekt zu erwarten, war wohl mehr als abgehoben. Zumindest ist bei manchen die Faust aus der Tasche und ein Gespräch möglich. Auch mit Wessies...

  • 4
    3
    gelöschter Nutzer
    18.09.2019

    Vielleicht sollte man mal auf die Bevölkerung hören da wüsste man es und würde nicht immer weiter sinken in der wählergunst.

  • 0
    4
    Distelblüte
    05.09.2019

    @Hinterfragt: Das habe ich anders in Erinnerung. Die absichtlich veröffentlichten Falschmeldungen diffamierten die Friedensgebete und Montagsdemonstrationen als Konterrevolutionäre. Nun ja. Hat letzten Endes nicht funktioniert.

  • 2
    1
    Interessierte
    05.09.2019

    Die CDU und SPD sind neue im Land ?

  • 5
    6
    Hinterfragt
    04.09.2019

    Nun, die größten Fake-News kamen 89 aus dem Westen, nur war damals der Begriff noch nicht geboren ...

  • 5
    6
    Hinterfragt
    04.09.2019

    @Blackadder Na und, wo steht in Ihrem Zitat, dass das von mir geschriebene NICHT stimmt bzw. ausgeschlossen ist?
    Zudem habe ich zu Ende gelesen ...

  • 7
    5
    DTRFC2005
    04.09.2019

    @Hinterfragt: Auch wenn Sie gar nicht gefragt wurden, wäre es doch schön gewesen, wenn Sie Ihre eigenen Worte bemüht hätten und keinen Abschnitt von irgendwoher. Also, Wer gehört Ihrer Ansicht denn genau zum Volk ?

  • 2
    3
    j35r99
    04.09.2019

    Um ein Volk/Land regieren zu können, braucht man einen äußeren und einen inneren Feind. Egal welche Gesellschaftsform, ob Kommunismus,Sozialismus Kapitalismus.
    Wenn man die inneren Mißstände übertünschen will,ist die Schuldzuweisung nach Innen oder Außen unbedingt erforderlich.
    Z.Zt. sind es die inneren Feinde AfD und die äußeren Feinde Rußland.
    Die Wahrheitsfindung in diesem Land wird immer schwerer.
    Könnten sich die gewählten Parteien nicht mal an eien runden Tisch setzen und jeder bringt das ein, was gut für das Volk und das Land ist?

  • 4
    3
    Nixnuzz
    04.09.2019

    @Blackadder: Wissen stört - Fake-news.....

  • 5
    7
    Blackadder
    04.09.2019

    @Hinterfragt: Sie müssen schon zu Ende lesen, bei Wikipedia steht nämlich weiter unten:

    "Ein Volk im Sinne von Staatsvolk besteht hingegen aus der Gesamtmenge der Staatsbürger und ihnen staatsrechtlich gleichgestellter Personen, es bildet dessen Demos (griechisch ‚Gemeinde, Volk‘) als Grundlage der Demokratie. Die ethnische Herkunft von Bürgern eines Staates ist dabei rechtlich unerheblich, während ein Volk im ethnischen Sinn nicht unbedingt einen eigenen Staat haben muss, in dem es die Mehrheit der Bevölkerung bildet (→ Vielvölkerstaat). Diese Definition war seinerzeit maßgeblich für die Entstehung von Nationalstaaten mit ihrem Anspruch, dass jeder Bewohner des Staatsterritoriums mit Bürgerrecht seiner „Nation“ angehören müsse. "

  • 4
    2
    Hinterfragt
    04.09.2019

    @DTRFC2005;

    "Der Begriff Volk bezeichnet Gruppen von Menschen, die aufgrund bestimmter kultureller Gemeinsamkeiten und enger Beziehungen sowie zahlreicher Verwandtschaftsgruppen miteinander verbunden sind...."
    Quelle: wikipedia

  • 6
    3
    Hinterfragt
    04.09.2019

    "Union und SPD suchen Antworten auf AfD-Wahlrekorde im Osten"

    Nun, man hätte nur den Leuten in den letzten Jahren einfach zuhören sollen, dann bräuchte man jetzt nicht suchen ...

  • 5
    5
    DTRFC2005
    03.09.2019

    @ralf66: Wer gehört Ihrer Ansicht denn genau zum Volk ?

  • 6
    4
    ralf66
    03.09.2019

    @Blackadder, mit dem Gebrauch des Wortes ''Volkswille'' haben Sie angefangen nicht ich, ich habe ihr Worte in der Beantwortung auf ihren Kommentar nur zitiert, ich sprach in meinen Kommentaren von Wählerwillen und da gab es zur Landtagswahl 27,5% der Wähler die AfD gewählt haben, deren Willen wahrscheinlich nicht beachtet wird, wenn die Wahlverlierer SPD und Grüne an der sächsischen Regierung beteiligt werden und das ist falsch.

  • 9
    5
    BlackSheep
    03.09.2019

    Aber AfD Wähler gehören halt auch zum Volk, und diese Tatsache hat man jahrelang ignoriert und damit die AfD stark gemacht.

  • 7
    9
    Freigeist14
    03.09.2019

    ralf@ ich gehöre auch zum Volk .Würden Sie mich bitte von Ihrem reklamierten "Volkswillen " bitte ausschließen ? Danke .

  • 5
    8
    Blackadder
    03.09.2019

    Sie verwechseln da etwas, ralf: Ihr Wille ist nicht Volkes Wille. Sie sind nicht das Volk. Und bevor Sie fragen: nein. Ich auch nicht. Weil es keinen einheitlichen Volkswillen gibt.

  • 7
    7
    ralf66
    03.09.2019

    @Blackadder, wenn Sie der Volkswille nicht mehr interessiert, dann kann ich mir nicht vorstellen, in wie weit sie demokratisch denken?

  • 5
    7
    Blackadder
    03.09.2019

    Tja, ralf66: Es geht aber nicht danach, ob IHNEN das gefällt oder nicht gefällt. Es gibt sicher auch Gesetze in diesem Land, die mir nicht gefallen, trotzdem muss ich mich dran halten. Und auch Sie müssen akzeptieren, dass es nun mal so ist und die CDU nicht mit der AfD koalieren wird, da können Sie auf und nieder springen und vom Volkswillen reden, soviel Sie wollen.

  • 6
    4
    ralf66
    03.09.2019

    @Blackadder, bissl abstrakt, leicht verwirrend was sie da schreiben oder? Zitat von Ihnen:

    ''Nochmal ganz langsam: eine Partei von 27% hat keinen Anspruch an der Regierung beteiligt zu sein das hätte sie ab 50,1%."

    Dieser Satz von Ihnen ist völlig unsinnig, wenn die AfD mit 27,5 % keinen Anspruch an der Regierung beteiligt zu sein hat, dann haben es die anderen Parteien Grüne 8,6% und SPD 7,7% was zusammen 16,3% der Wählerstimmen beträgt gleich gar nicht.

    Sie verstehen mein Ansinnen nicht!
    Ich weiß, dass die Partei mit den meisten Wählerstimmen, in dem Fall die CDU, den oder die Koalitionspartner bestimmen kann unabhängig von der Höhe der Stimmenanzahl der Koalitionspartner, es muss halt nur die Gesamtanzahl der Stimmen passen und wenn man das zum Beispiel mit vier Parteien mit einer Stimmenzahl von 6% erreicht egal, dass ist die die Norm die Praxis das Recht.

    Trotzdem gefällt mir diese Norm, diese Praxis und dieses Recht nicht, weil bei dieser Verfahrensweise Parteien mitregieren können, die weniger Wählerstimmen erreicht haben, wie eine andere Partei die viel mehr Wählerstimmen erzielt hat aber weniger politisch ins Konzept passt. Das ist zwar die allgemeine Praxis, schon immer in der Bundesrepublik so gewesen, hat aber weder was mit Wählerwillen zu tun, noch mit einer Regierungsbildung, die dem Willen der Wähler entspricht und das ist meine Kritik. Diese Verfahrensweise führt dazu, dass nicht nach Anzahl der meisten Wählerstimmen der Koalitionspartner bestimmt wird, sondern nach politischer Gesinnung und dazu braucht es keine Wahl mehr, kein Parteiensystem, wenn Parteien in der Regierung mitregieren können, die weniger Wählerstimmen erhalten haben wie andere Parteien.

  • 6
    9
    Blackadder
    03.09.2019

    @Ralf66: Dann sollte Ihrer Meinung nach auf dem Wahlzettel gleich noch mit die Wunschkoalition angekreuzt werden müssen? Wie sonst soll man denn wissen, was der Wähler will?

    Nochmal ganz langsam: eine Partei von 27% hat keine Anspruch, an der Regierung beteiligt zu sein. Das hätte sie ab 50,01%.

    Die AfD hat in Sachsen nicht die Mehrheit, nicht die absolute und auch nicht die einfache Mehrheit.

  • 6
    9
    Blackadder
    03.09.2019

    Jeder darf so wählen, wie er gerne mag, auch taktisch oder weil ihm die Haarfarbe vom Kandidaten gefällt. Der Grund ist völlig irrelevant! Die Wahl ist frei!

  • 7
    7
    ralf66
    03.09.2019

    @Blackadder, das weiß ich selber, es ist nie so abgelaufen, aber kritisieren muss man das doch dürfen, dass ist doch das Wahlrecht, dass diese Verfahren zur Regierungsbildung so erlaubt und dieses Wahlrecht hat nichts am Ende mit dem Wählerwillen zu tun, denn am Ende bestimmt eine Partei was passiert und nicht der Wähler. Warum dann Wahlen?

  • 5
    9
    DTRFC2005
    03.09.2019

    ralf66:Warum darf ein Wähler denn aus ihrer Sicht nicht taktisch wählen dürfen?

  • 5
    10
    Blackadder
    03.09.2019

    @Ralf66: Haben Sie jemals eine Regierungsbildung (Bundesland oder Bund, egal) in der Bundesrepublik verfolgt? Wann ist das jemals so abgelaufen? Ernsthaft?

  • 4
    4
    ralf66
    03.09.2019

    @DTRFC2005, ''wer mit wem regiert entscheidet immer noch die Partei mit den meisten Stimmen'', dass nennen sie wirkliche Demokratie, na gute Nacht, dann kann man sich eigentlich Wahlen zum großen Teil sparen, weil die Partei die zwar die meisten Stimmen aber trotzdem nicht die absolute Mehrheit erreicht und deswegen zur Regierungsbildung einen Koalitionspartner braucht sich die Partei oder Parteien raus sucht nach politischen Gefallen und nicht nach abgegebenen Wählerstimmen, der Wähler wird hier völlig außen vor gelassen.
    Beispiel: Nach dem Diagramm von heute FP erste Seite will die CDU 32,1% Stimmen mit den Grünen 8,6% Stimmen und der SPD 7,7% Stimmen regieren, SPD und Grüne haben zusammen 16,3% Wählerstimmen erhalten die AfD hat alleine 27,5% Wählerstimmen erhalten, danach sieht man doch ganz genau was der Wählerwille ist! Es wurde Mehrheitlich die CDU mit 32,1% der Wählerstimmen gewählt gefolgt von der AfD mit 27,5% der Wählerstimmen weit abgeschlagen dagegen sind Grünen mit 8,6% und SPD mit 7,7% der Wählerstimmen jetzt soll aber die SPD und die Grünen mitregieren was mehrheitlich nicht den Willen der Wähler entspricht. Dieses Wahlrecht ist morsch, es kann gesteuert werden indem man durch Taktik, Tricks und Kniffe die Wahl beeinflussen kann, am Ende entscheiden nicht die Wähler sondern eine Partei.

  • 4
    2
    acals
    03.09.2019

    Wir helfen gerne bei dieser Suche nach dem Warum? Weshalb? Weswegen?

    Es sind nicht die Sachsen, und schon garnicht die in 2019, die ein Tabu gebrochen haben - es ist langjaehrige (man moechte fast schreiben "bewaehrte") Praxis wie Politik agiert.

    Persoenlich habe ich viel Respekt vor denjenigen, die immer wieder darauf hingewiesen haben wer hinter der AfD steht. Dennoch fehlte etwas - wie zB der Hinweis auf folgenden Wikipedia Eintrag:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren

    (Ich muss aber vorwarnen - beim Lesen wird einem schlecht!)

    Rechte, Rechtsextreme, Rechtsradikale und diejenigen, die diesen Personenkreisen in Parlamenten und in Legislativen den Ruecken freihielten oder die billigend einziehen durften / gewaehlt wurden gab es in Deutschland seit '45 - das ist kein saechsisches oder brandenburgisches Phaenomen.

    Andererseits: Deutschland steht auch heute noch, und eben trotz obiger Liste. Das macht den aktuellen Aufschrei unglaubwuerdig, zumal wenn nicht auf eigenes Versagen oder eigenen Opportunismus hingewiesen wird.

    Es waere durchaus wertvoll wenn zB ZDFInfo (ZDF History) hierzu eine Doku erstellen wuerde, denn manches sieht man erst auf den 2. Blick praezise.

  • 4
    7
    DTRFC2005
    03.09.2019

    Kurz ausgedrückt, die CDU wurde auch von Wählern unterstützt, die sonst SPD oder die Linke gewählt hätten, um AFD zu verhindern. Und wer mit wem regiert, entscheidet immer noch die Partei mit den meisten Stimmen. Nennt man alles Demokratie.

  • 4
    8
    Blackadder
    03.09.2019

    Viele haben ja gerade die CDU gewählt, weil sie eben nicht die AfD wollten- da kann man nicht behaupten, die wollten alle schwarz-braun. Das ist Quatsch. Jetzt würde ich erstmal die Koalitionsverhandlungen abwarten, was alles für Sachsen verhandelt wird.

  • 12
    9
    Malleo
    02.09.2019

    DTRFC
    Deshalb ist es keine Landtagswahl sondern eine Verhinderungswahl.

  • 12
    9
    Malleo
    02.09.2019

    Ganz einfach.
    Die Zäsur begann 2015!!

  • 16
    6
    BlackSheep
    02.09.2019

    @DT...., also zuende gedacht, weil die CDU nicht in der Lage ist demokratisch zu agieren darf man die AfD nicht wählen?
    Das Sie gegen die AfD sind ist ihr gutes Recht, allerdings sollten die ganzen AfD hasser sich mal ne Frage beantworten, seit die AfD da ist hat man sich damit beschäftigt die Wähler zu denunzieren, die Partei zu denunzieren und zwar in allen Möglichkeiten. Und was hat es gebracht, die AfD hat 27,5 Prozent in Sachsen. Wie wäre es mal mit Ursachenforschung? Aber es reicht nicht alle Wähler zu beleidigen und die Partei als Ansammlung von Nazis zu difamieren.

  • 5
    15
    DTRFC2005
    02.09.2019

    27 Prozent der Wähler haben offenbar ignoriert, das die CDU nicht mit der AFD regieren will. Damit kann man nicht von einem ignorieren von 27 Prozent AFD Wähler sprechen. Das wussten die Wähler, wie auch die AFD Gewählten schon lange im Vorfeld der gestrigen Wahl.

  • 10
    14
    Blackadder
    02.09.2019

    @urlaub2020: Natürlich ist das Demokratie, wenn der Wahlgewinner die Regierung stellt. Was denn sonst?

  • 16
    10
    Urlaub2020
    02.09.2019

    Leider ist das KEINE DEMOKRATIE was hier zu Lande getrieben wird .Volkes bzw. Wählerstimmen werden einfach Ignoriert.Nichts neues ,

  • 8
    7
    Hinterfragt
    02.09.2019

    "...mit einer vernünftigen Sachpolitik..."
    Achso?
    Der war gut ...

  • 17
    4
    DTRFC2005
    02.09.2019

    Wähler kann und sollte man mit einer vernünftigen Sachpolitik überzeugen. Alles andere ist Humpuck.

  • 11
    9
    Interessierte
    02.09.2019

    Sehr offensichrlich , wie hier ´von allen Seiten´ in eine gewisse Richtung und gegen jemanden geschürt wird , damit man seine Schäfchen nicht verliert ...

    Hier muß man auch mitspielen , sonst ist man ganz schnell weg , wenn man eine ehrliche Meinung hat ..
    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/beim-mdr-können-schon-mal-„unschärfen“-passieren/ar-AAGGMbY?ocid=spartandhp

  • 9
    23
    DTRFC2005
    02.09.2019

    Recht hat sie, auch wenn ich die Frau überhaupt nicht mag. Bei uns in der Familie wurde taktisch gewählt, auch wenn wir uns im Traum nie hätten vorstellen können , eine CDU zu wählen. Vier Personen wählten CDU und 5 Grün. Will sagen. CDU plus Grün ist immer noch besser, als CDU und AFD. Letzere Kombi wäre ohnehin nicht im Interesse der AFD Wähler. Man kann ja nicht auf der einen Seite, ständig gegen eine CDU Regierung wettern und diese verteufeln und auf der anderen Seite, diese in der Regierung mit AFD sehen wollen.Das wäre völlig unlogisch.

  • 21
    14
    ralf66
    02.09.2019

    Um den Willen der Wähler zu entsprechen müsste die CDU in Sachsen logischerweise mit der AfD eine Zusammenarbeit anstreben, AKK versteht hier etwas falsch.

  • 22
    11
    sunhiller
    02.09.2019

    Zumindest in Sachsen bräuchte man keine Dreier-Koalition.
    Und man hätte 60% der Wähler hinter sich.



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