Unrechtmäßig Abgeschobener soll zurückgeholt werden

Ein junger Mann wird nach Afghanistan abgeschoben - wegen eines Behördenfehlers, heißt es. Jetzt soll er zurück ins Flugzeug nach Deutschland steigen.

Berlin (dpa) - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) will einen wohl unrechtmäßig abgeschobenen Asylbewerber aus Afghanistan zurückholen.

«Das Bamf will die für die Rückholung nötigen Schritte einleiten», sagte die Sprecherin des Bundesinnenministeriums, Eleonore Petermann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der 20-Jährige aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern war vor kurzem in seine Heimat zurückgeflogen worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) räumte am Mittwoch Fehler des Bamf ein. Nicht einmal die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern hätten über den Fehler des Flüchtlingsbundesamtes Bescheid gewusst, sagte er in Berlin. So habe die Behörde die Identität des Mannes falsch zugeordnet. Nach Recherchen des NDR handelt es sich bei dem Afghanen um einen jener 69 Menschen, die am 3. Juli nach Kabul geflogen worden waren.

Das Bamf ging dem Sender zufolge trotz eines richterlichen Hinweises davon aus, dass der Asylantrag des Flüchtlings rechtskräftig abgelehnt worden sei. Der Mann hatte laut seiner Anwältin Sonja Steffen aber schon im vergangenen Jahr gegen die Ablehnung geklagt. Dies bestätigte auch das zuständige Verwaltungsgericht in Greifswald. Zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens hätte der Mann nicht abgeschoben werden dürfen, hatte ein Gerichtssprecher im NDR erklärt.

Anwältin Steffen, die auch für die SPD im Bundestag sitzt, und Pro Asyl hatten gefordert, den jungen Mann nach Deutschland zurückzuholen. «Das Bundesinnenministerium hat das Behördenversagen des Bundesamtes eingeräumt und sollte in der Lage sein, mit dem Auswärtigen Amt eine schnelle Rückholung zu ermöglichen (...)», erklärte die Organisation am Mittwoch. Sie verwies auf den Fall eines anderen abgeschobenen Flüchtlings, der im Dezember vergangenen Jahres auf Anordnung des Verwaltungsgerichts Sigmaringen (Baden-Württemberg) aus Afghanistan zurück geholt werden musste.

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3Kommentare
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  • 4
    1
    Tauchsieder
    20.07.2018

    Da hilft nur eins "ralf66", SEK, koste es was es wolle.

  • 4
    1
    voigtsberger
    20.07.2018

    Da stellt sich bei mir die Frage, was hat der Afghane in unseren Land angestellt, um abgeschoben zu werden, da bislang nur Straftäter wieder nach Afghanistan abgeschoben werden! Auch frage ich mich, weiß der Afghane was da in Deutschland geschieht um seine Person und wie kommt eine Bundestagsabgeordnete der SPD zu den Mandat der Rechtsvertretung oder wurde da aus den 68 abgeschobenen Einer ausgesucht, wo man das Recht so beugen kann, um ein Exempel zu inszenieren und Seehofer vorzuführen.
    Sollten sich die Politiker der SPD im Bundestag, nicht lieber erst einmal um unsere sozial Schwächsten und Armutsrentner kümmern, die seit Schröder SPD den größten Sozialabbau erlebten?

  • 5
    1
    ralf66
    19.07.2018

    Und wenn er jetzt nicht mehr zurück nach Deutschland will, ja was dann???



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