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Wer gab Zschäpe das Alias Mandy S.?

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Mutmaßliche NSU-Helferin ist wortkarg, wenn es um Beweise jüngeren Datums geht

München.

Als im Saal 101 des Münchner Oberlandesgerichts gestern Bilder der Beweisstücke über die Leinwand flimmerten, wurde Mandy S., mutmaßliche Helferin des Terrornetzwerks "Nationalsozialistischer Untergrund" wortkarger als am Tag zuvor. Da waren zwei Impfpässe für Beate Zschäpes Katzen "Heidi" und "Lilly", mit denen Zschäpe beim Tierarzt stets unter dem Aliasnamen Mandy S. vorstellig geworden war. Da gab es zwei Mitgliedsausweise von Tennisclubs, einer mit Zschäpes Foto, die ebenfalls auf den Namen der Prozesszeugin Mandy S. lauteten. Und da waren die Notizzettel aus dem Brandschutt der Zwickauer Wohnung des Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Auf diesen Zetteln stand eine Handynummer, die Mandy S. erst ab dem Jahr 1999 gehabt hatte.

Wie sie sich das alles erkläre, wenn sie zugleich behaupte, nach 1998 nie mehr Kontakt zu den flüchtigen Neonazis Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gehabt zu haben, wollte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl von der Prozesszeugin wissen. Anfänglichem Schweigen ließ die 38-jährige Schwarzenberger Friseuse Hinweise auf Personen folgen, die statt ihrer selbst ihre Daten ans Trio hätten weitergegeben haben können. Der aus Johanngeorgenstadt stammende Rechtsextremist Frank S., Vater ihrer Tochter, fiel ihr ein, und dessen bester Freund Matthias D., der dem Trio seine letzten beiden Zwickauer Unterschlupfwohnungen gemietet hatte. Zudem erwähnte Mandy S. den Thüringer Szenekopf Thomas G., mit dem sie zeitweise eine Liaison verbunden und der ab 2006 die Zwickauer Neonazi-Szene aufgebaut hatte. Ob sie nicht doch selbst hilfreiche Informationen über sich selbst ans Trio lieferte und spätere als die erwiesenen Kontakte hatte, einer Antwort auf diese Frage kam man gestern nicht näher. Mandy S. wird erneut geladen. (eu)

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