Woidke: In SED-Nachfolgepartei waren hervorragende Leute

Passau (dpa/bb) - Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke sieht den Beschluss seiner Partei zur Unvereinbarkeit mit ehemaligen SED-Mitgliedern im Nachhinein kritisch. «Es wäre sicher besser gewesen, manchen Frauen und Männern aus SED und später PDS einen Weg in die SPD zu ermöglichen», sagte Woidke der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). «Auch wenn es sich viele in Westdeutschland nicht vorstellen können: In dieser Partei waren auch viele hervorragende Leute.» Mit dem letzten Satz bezog sich Woidke nach Angaben von Regierungssprecher Florian Engels auf die SED-Nachfolgepartei PDS. In Brandenburg regiert die SPD seit 2009 mit der Linken. Am 1. September wählen rund zwei Millionen Brandenburger einen neuen Landtag.

Dass ehemaligen SED-Mitgliedern der Weg in die SPD verwehrt wurde, sieht Woidke nicht als Ursache für die Schwäche seiner Partei etwa in Sachsen und Thüringen: «Das sehe ich nicht als wesentlichen Grund, denn das wurde in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern ähnlich gehandhabt, und dort stellen wir jeweils die Regierung.»

Er zeigte auch Verständnis für viele Unzufriedene in Ostdeutschland. «Es gibt bis heute Ungerechtigkeiten, die die Menschen wütend machen: 30 Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch immer eine Rentenmauer, im Osten wird tariflich länger gearbeitet, aber die Löhne sind geringer.»

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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    Tauchsieder
    02.08.2019

    Was für erhellende Worte von Woidke: - ... denn das wurde in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern ähnlich gehandhabt, und dort stellen wir jeweils die Regierung ... -. Da stellt sich einem sofort die Frage wie lange noch?
    Das ist kein Verdienst der SPD, dass ist eher dem dortigen Menschenschlag geschuldet. Die stellen ja auch die Bundeskanzlerin, eben auch wie lange noch. Diese späten Erkenntnisse braucht kein Mensch, dass mit dem Drops hatten wir ja schon. So, oder so ähnlich, hört sich der Totengesang einer Partei an. Man hat sich selbst wegrationalisiert und versucht mit untauglichen Mitteln in der Regierung so etwas wie Durchsetzungskraft zu suggerieren.
    Es gibt mittlerweile Alternativen die die enttäuschten Wähler der SPD auffangen.

  • 4
    0
    Lesemuffel
    02.08.2019

    Woidke macht eine Koalition SPD-Linke - Grüne hoffähig. Damit darf die AfD stärkste Kraft ohne Einfluss werden.

  • 7
    1
    Freigeist14
    01.08.2019

    Den Weg der unbescholtenen SED-Leute in die SPD zu verwehren war DER Kardinalfehler schlechthin . Und deshalb kam die PDS wieder auf die Füße und marginalisierte die SPD in den Ländern - außer Brandenburg wegen Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt .Der Drops für die SPD ist gelutscht .



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