Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland steigt weiter

Berlin (dpa) - Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland ist weiter gestiegen. Dieser Waffenschein berechtigt zum verdeckten Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.

So waren im nationalen Waffenregister zum 31. Oktober 603.482 Scheine gemeldet, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte. Das entspricht einem Anstieg von rund 130 Prozent seit dem 31.12.2014, als es 262.481 solche Erlaubnisse gab. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Entwicklung berichtet.

Damit zeigt der Trend auch in diesem Jahr bislang nach oben: Ende 2017 lag die Zahl der gemeldeten Kleinen Waffenscheine im Nationalen Waffenregister noch bei 557.560, wie Anfang des Jahres aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorging. Als möglicher Grund für das gestiegene Interesse an den Berechtigungen war in den vergangenen Jahren immer wieder Verunsicherung etwa durch Terroranschläge genannt worden.

Der Sprecher des Ministeriums betonte, mehr Anträge auf Kleine Waffenscheine führten auch zu einer weiteren «Verbreitung über das Wissen um den sicheren und den richtigen Umgang» mit solchen Waffen. «Insofern ist es durchaus in unserem Sinne, dass (…) diese Erlaubnisse weiter verbreitet werden.»

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, reagierte besorgt: «Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse bekommen», sagte er dem RND. «Es besteht die Gefahr, dass Waffen nicht ordnungsgemäß eingesetzt werden und ihre Inhaber sich selbst gefährden.» Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, warnte: «Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit – im Gegenteil: Sie haben das Potenzial, Konflikte in Gewalt eskalieren zu lassen.»

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1Kommentare
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    kartracer
    08.12.2018

    "Der Sprecher des Ministeriums betonte, mehr Anträge auf Kleine Waffenscheine führten auch zu einer weiteren «Verbreitung über das Wissen um den sicheren und den richtigen Umgang» mit solchen Waffen. «Insofern ist es durchaus in unserem Sinne, dass (…) diese Erlaubnisse weiter verbreitet werden.»"
    Hallo, schlafen diese Politiker auf Kopfkissen mit Cannabisfüllung statt Federn, hier wäre dringend eine MPU angeraten!?
    Jeder der als unbescholtener Bürger gilt darf sich einen solchen Schein abholen, und mit einer Waffe, die selbst von Profis nicht von einer echten unterschieden werden kann, in aller Öffentlichkeit herumlaufen.
    Diese Waffenträger haben weder eine Sachkunde noch irgendwelches Wissen über den Umgang mit Waffen, und Waffenrecht!
    Mit einem Messer am Gürtel wird man vermutlich erstmal festgenommen, unter Umständen sogar mit SEK Unterstützung, aber eine Schusswaffe darf es schon mal sein, die durchaus auch echt sein könnte.
    Der Aufschrei wird erst kommen, wenn der Erste erschossen wurde, der eine Schreckschusswaffe gezogen hat, und sein Gegenüber eine Echte hat, das könnte mit RECHT auch ein Polizist sein.
    Soory, aber in diesem Ministerium steht Dummheit vor Denken.



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