Mit der Schere statt dem Pinsel

Bilderbuch erzählt von dem Maler Henri Matisse

Dieses wunderbare Bilderbuch ist für kunstinteressierte Eltern und neugierige Kinder gleichermaßen. Samantha Friedman erzählt die Geschichte des Malers Henri Matisse, als dieser am Ende seines Lebens krank war und sich nicht mehr so lange aufrecht halten konnte, um seine Bilder zu malen. Im Krankenbett fertigte er Scherenschnitte. Er begann mit einem einfachen Vogel und experimentierte zuerst mit weißem Papier, dann ließ er Bögen von seinen Assistentinnen bunt bemalen um zu schauen, wie sich Formen und Farben zu etwas ganz Neuem kombinieren ließen. Eine frühere Reise nach Tahiti weckte in ihm die Erinnerung an exotische Blumen und Lebewesen im Wasser, die er in den Scherenschnitten verwirklichte. Am Ende gelang es Matisse, sich in seinem Zimmer, das er nur noch selten verlassen konnte, einen ganzen Garten zu erschaffen. Neben acht abgebildeten Original-Scherenschnitten des Künstlers begleiten Illustrationen von Cristina Amodeo mühelos die Geschichte Samantha Friedmans. Ein Buch, das auch anregt, selbst kreativ zu werden, Schere und Papier in die Hand zu nehmen und zu schauen, was sich daraus ergibt. Dazu birgt die Geschichte eine klare Aufforderung: sich auch durch eine Krankheit nicht aus der Bahn werfen zu lassen. (mahr)

Samantha Friedman: "Matisse und sein Garten"
Illustrationen von Cristina Amodeo
Aus dem Amerikanischen von Kati Hertzsch
Diogenes
44 Seiten
20 Euro
ISBN 978-3-257-02139-4
Ab 5 Jahren

Dieser Beitrag erschien in der Wochenendbeilage der "Freien Presse".

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