1192 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Montags liegen die Zahlen der registrierten Neuinfektionen mit dem Corona-Virus erfahrungsgemäß niedriger. Vermeldet wurden 1192 neue Fälle. Der R-Wert liegt nach Schätzungen vom Robert-Koch-Institut bei 1,18.

Berlin (dpa) - Das Robert Koch-Institut hat am Montag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1192 Fälle übermittelt, wie das RKI am Montag bekanntgab.

An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Corona-Fälle träten besonders in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf, hieß es im aktuellen Lagebericht des RKI. Der Anteil der Reiserückkehrer unter den Fällen gehe zurück. Es würden wieder vermehrt Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August wurde die Schwelle von 2000 neu registrierten Fällen knapp überschritten. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 285 332 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 28.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9460 - das sind drei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Montagmorgen hatten rund 252 500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,18 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. «Der 4-Tage-R-Wert liegt seit der zweiten Septemberwoche überwiegend über 1», hieß es vom RKI.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 0,98 (Vortag: 1,02). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

11 Kommentare
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  • 2
    1
    censor
    28.09.2020

    Das RKI möge einmal erklären, wie man aus lediglich positiv getesteten Probanden, bei denen man noch gar nicht differenziert, ob sie erkranken und damit andere anstecken können, einen R-Wert errechnen oder auch nur schätzen kann.

    Der R-Wert bedeutet bekanntlich, wie viele Personen ein Erkrankter weiter ansteckt.
    Bei einem R-Wert von 1,18 heißt das: 10 Menschen stecken statistisch 11,8 (rund 12) Menschen an.

    Das setzt aber voraus, dass auch alle 10 tatsächlich eine Viruslast aufweisen, die zur Ansteckung anderer reicht. D.h., es müssen Symptome (Husten) vorhanden sein.
    Diese Aussagekraft besitzt der PCR-Test aber nicht.

    Der R-Wert liegt nur leicht über dem Wert 1. Das war einmal die Grenze, bei deren Unterschreitung die Kanzlerin im Frühjahr erklärt hatte, die Maßnahmen aufheben zu wollen, nachdem sie die Maßstäbe dafür bereits mehrfach angehoben hatte.

    Inzwischen redet niemand mehr davon, Maßnahmen aufzuheben, obwohl die Zahlen relativ konstant bleiben. In die Höhe gingen zwischenzeitlich nur die Testaktivitäten.